Bei eisigen Temperaturen lernten Wanderer ihren Ort kennen. Die Idee dazu hatte der Heimatverein. Ziel war bei der Premiere der Berfes.

Ab Weberhaus wanderte die Gemeinschaft entlang der Schäfer-Skulpturengruppe im Velbuschpfad (Foto) Richtung Berfes. Vorne rechts Werner Bovenschen, der die Winterwanderer führte und Erläuterungen gab.
Ab Weberhaus wanderte die Gemeinschaft entlang der Schäfer-Skulpturengruppe im Velbuschpfad (Foto) Richtung Berfes. Vorne rechts Werner Bovenschen, der die Winterwanderer führte und Erläuterungen gab.

Ab Weberhaus wanderte die Gemeinschaft entlang der Schäfer-Skulpturengruppe im Velbuschpfad (Foto) Richtung Berfes. Vorne rechts Werner Bovenschen, der die Winterwanderer führte und Erläuterungen gab.

Ab Weberhaus wanderte die Gemeinschaft entlang der Schäfer-Skulpturengruppe im Velbuschpfad (Foto) Richtung Berfes. Vorne rechts Werner Bovenschen, der die Winterwanderer führte und Erläuterungen gab.

St.Hubert. Der Heimatverein bot erstmals eine Winterwanderung zum Berfes an. Dabei handelt es sich um einen über 600Jahre alten Wehrturm am Müskesweg. Beim Berfes handelt es sich um das älteste Gebäude des Ortes.

Bei kalter Witterung und eisigem Wind machten sich 50 Teilnehmer vom Weberhaus aus auf den Weg. "Wir wollen unseren Bürgern etwas Neues bieten", sagte Heimatverein-Vorsitzender Hans-Josef Güldenbog.

Nach einer halben Stunde und Überquerung der Tönisberger Straße war der Berfes in Sicht. Dort erzählte Werner Bovenschen Wissenswertes zur Historie des imposanten Bergfried. Acht Eichenbalken auf Findlingen bilden das Berfes-Gerüst, das eine Menge aushalten musste.

"Denn hier befand sich einst die Grenze zwischen dem Herzogtum Geldern und dem Erzstift Köln, wo Raube, Überfälle und Brandschatzungen nicht selten waren", berichtete Bovenschen. Der Berfes hatte die Funktion einer Bauernburg: Hier lagerte Kostbares wie Saatgut und Lebensmittel. Im Notfall konnte man sich zurückziehen und geschützt wohnen.

Werner Bovenschen, dessen Onkel Willi Ziemes einst Eigentümer des Berfes war, kennt den schwarzweißen Gesellen seit seiner Kindheit: "Damals hatten wir kein Geld locker. Es dauerte, bis wir den vom Verfall bedrohten Berfes restaurieren lassen konnten."

Der Heimatverein ist 1964 gegründet worden und hat zurzeit über 1600 Mitglieder.

Jedes Jahr zum Nikolaustag bereichert der Verein St.Hubert durch eine Aktion. 2008 wurde beispielsweise ein neuer Glockenturm für die Gustav-Adolf-Kirche angeschafft.

Anno 2000 hat der Heimatverein für den Berfes eine Bronzetafel enthüllt.

Diese Bauernburg sei die einzige ihrer Art am Niederrhein und daher stolzes Erbe der St.Huberter. Dann zückte Bovenschen den großen schwarzen Schlüssel und schloss auf. Über 16 hölzerne Stufen ging es ins erste Stockwerk hinauf, über eine zweite zwölfstufige Stiege erklommen die Wanderer das wehrgangähnliche Obergeschoss.

Inmitten des Balkenwerks erhielten die Heimatfreunde einen Eindruck von der Größe des Berfes. Zur Belohnung gab es unten den St.Huberter "Weaver-Dröppke".

Im Anschluss ging es- von der tiefroten Wintersonne geleitet- zurück ins Dorf und zum Grünkohlessen in die Poststuben-Zens, wo sich 76Gäste einfanden. "Diese Wanderung wird uns lange im Gedächtnis bleiben", waren sich Güldenbog, Bovenschen und die anderen Wanderer einig. Fazit: Im nächsten Winter bietet der Heimatverein auf jeden Fall wieder eine Winterwanderung an.

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