Die Kreispolizei stellt die Bilanz für das Jahr 2015 vor. Die Zahl der Unfälle stieg um 13 Prozent.

Die Kreispolizei stellt die Bilanz für das Jahr 2015 vor. Die Zahl der Unfälle stieg um 13 Prozent.
Die Kreuzung B 509/ St. Töniser Straße in Kempen ist laut Polizei ein Unfallschwerpunkt.

Die Kreuzung B 509/ St. Töniser Straße in Kempen ist laut Polizei ein Unfallschwerpunkt.

Manfred Krüchten, Leiter der Direktion Verkehr bei der Kreispolizei. Archiv

Friedhelm Reimann, Bild 1 von 2

Die Kreuzung B 509/ St. Töniser Straße in Kempen ist laut Polizei ein Unfallschwerpunkt.

Kempen/Kreis Viersen. Acht Prozent mehr Unfälle als im Vorjahr. Im Vergleich zum Zehnjahres-Mittel sogar 13 Prozent. Genau 8693-mal krachte es im vergangenen Jahr im Kreisgebiet. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Für den Anstieg ist die Anzahl der Unfälle mit Sachschaden verantwortlich. Die Zahl der Verletzten ging zurück. Die Kreispolizei stellte ihre Unfallbilanz für das vergangene Jahr vor.

Und noch eine schlechte Nachricht: Die Zahl der ums Leben gekommenen Menschen ist wieder gestiegen: Elf Verkehrstote zählte die Polizei 2015, im Jahr davor waren es sieben. Vier Menschen starben bei Unfällen mit Autos (eine Beifahrerin). Die übrigen Toten waren ein Motorradfahrer, zwei Radfahrer und vier Fußgängerinnen. „Drei von ihnen waren es nicht schuld“, erklärte Joachim Walther-Schückes, stellvertretender Leiter der Verkehrsdirektion.

„Unfälle passieren nicht einfach. Sie werden verursacht“, erklärte Landrat Andreas Coenen. Der sich fachkundig gemacht hatte. „Bei 65 Stundenkilometern sterben acht von zehn Fußgängern, die angefahren werden. Bei 50 Stundenkilometern überleben acht von zehn Fußgängern.“ Polizeidirektor Manfred Krüchten zieht daraus einen Schluss: Repression ist manchmal die beste Prävention. Krüchten hob noch einmal auf die Zahl der Unfalltoten ab: „Wenn das jetzt Tötungsdelikte gewesen wären . . .“

Walther-Schückes hingegen relativierte die gestiegene Zahl von Unfällen: „Das hat möglicherweise mit dem geänderten Meldeverhalten zu tun.“ Jeder könne sich mit dem Handy sofort bemerkbar machen.

Zurück zu den Zahlen: 946 Leichtverletzte registrierte die Polizei, im Vorjahr waren es noch 1005. Die Zahl der Schwerverletzten hingegen blieb mit 252 nahezu identisch (Vorjahr: 249).

Zwei Frauen aus Grefrath und zwei aus Kempen waren unter den Todesopfern. Ebenso traf es zwei Viersenerinnen, einen Willicher, einen Tönisvorster, sowie einen Mann aus Mönchengladbach und eine Frau aus der Schweiz.

Schon seit dem Jahr 2014 sind dies die Kreuzung Außenring/St. Töniser Straße und Kerkener/Otto-Schott- Straße. Am Außenring ereigneten sich 19 Unfälle mit zwei Schwerverletzten und zehn Verletzten. Zehn der Unfälle geschahen durch Auffahren, fünf beim Abbiegen. An der Kerkener Straße ereigneten sich sieben Unfälle, davon sechs mit Radfahrern.

Seit dem vergangenen Jahr ist die Kreuzung Kerkener–/Kleinbahn-/Söderblomstraße Unfallschwerpunkt. Dort krachte es zehn Mal, davon war neun Mal Abbiegen im Spiel. Einen Schwer- und drei Leichtverletzte registrierte dort die Polizei. Zweimal wurden dabei Radfahrer verletzt.

 

Noch eine recht gute Nachricht: „Es war ein gutes Jahr für Kinder“, resümierte Walther-Schückes. Die Anzahl der verunglückten Kinder reduzierte sich um 33 auf nunmehr 111. Die noch für 2014 konstatierte schlechte Entwicklung habe sich durchgängig verbessert, hält der Bericht fest. „Nach 2012 war das das beste Ergebnis seit 15 Jahren“, konstatierte Polizeidirektor Walther-Schückes. Weswegen Manfred Krüchten betonte, man werde mit den Anstrengungen, Aufklärung zu betreiben, nicht nachlassen. 200 bis 300 Schüler erreicht die Polizei pro Info-Veranstaltung in einer Schule im Schnitt.

Hier scheint Aufklärung auch dringend nötig, denn die Anzahl der verunglückten, die zwischen 18 und 24 Jahre alt sind, ging um mehr als zehn Prozent nach oben. Aktuell beträgt dieser Wert 207.

Wer war an den Unfällen beteiligt? So viele Autofahrer wie seit 2011 nicht mehr, nämlich 495. Dagegen war die Beteiligung von Radfahrern (312), Fußgängern (104), passiven Mitfahrern (173) sowie Motorradfahrern (49) rückläufig.

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