Autofahrer halten sich an die Geschwindigkeit. Polizei nutzt den Tag, um über die Folgen von Tempo-Überschreitungen zu informieren.

Am Obsthof Unterweiden, Krefelder Weg, waren gestern die Beamten Michael Hanßen, Martin Gennert und Michael Okuhn (v.l.) im Einsatz.
Am Obsthof Unterweiden, Krefelder Weg, waren gestern die Beamten Michael Hanßen, Martin Gennert und Michael Okuhn (v.l.) im Einsatz.

Am Obsthof Unterweiden, Krefelder Weg, waren gestern die Beamten Michael Hanßen, Martin Gennert und Michael Okuhn (v.l.) im Einsatz.

Lübke

Am Obsthof Unterweiden, Krefelder Weg, waren gestern die Beamten Michael Hanßen, Martin Gennert und Michael Okuhn (v.l.) im Einsatz.

Kempen/Kreis Viersen. Wer am Donnerstag auf den Straßen unterwegs war, hat es vermutlich gemerkt: Es ging etwas langsamer zu als gewohnt. Der bundesweite Blitzmarathon hat auch im Kreis Viersen dafür gesorgt, dass die Autofahrer sich an die Tempovorschriften gehalten haben. „An dieser Messstelle stehen wir seit 12 Uhr. Bis jetzt gab es nur eine Überschreitung: 79 statt der erlaubten 70 km/h“, sagte Polizist Martin Gennert am Donnerstag um 15 Uhr am Krefelder Weg in Kempen. Polizeisprecherin Antje Heymanns bestätigte: „Auch an den anderen Stellen im Kreis ist es ruhig.“

Wie schon bei den anderen Marathon-Aktionen in den vergangenen Jahren hat die Medienkampagne im Vorfeld des Blitz-Tages erneut Wirkung gezeigt. „Man spürt, dass die Leute vorsichtig fahren. Und das ist ja prima so“, sagte Gennert. Schließlich sei der Tag nicht dazu da, um die Autofahrer abzukassieren. „Es geht um Aufklärung. Wir wollen die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren. Es geht darum aufzuzeigen, was passieren kann, wenn man zu schnell unterwegs ist“, ergänzte Michael Okuhn, Erster Polizeihauptkommissar.

Messpate Hanßen erinnert an einen Unfall von 2014

Die Beamten haben sich am Donnerstag zwischen Kempen und Krefeld postiert, weil es dort in jüngerer Vergangenheit einen schlimmen Unfall gegeben hatte. „Mit den Folgen kämpfen die Beteiligten heute noch“, berichtet Polizist Michael Hanßen, der den Unfall 2014 aufgenommen hatte. Aus diesem Grund war er der sogenannte Messpate in diesem Bereich, um den angehaltenen Autofahrern von diesem schrecklichen Ereignis zu berichten.

Da die Beamten aber so gut wie keinen Autofahrer aus dem Verkehr ziehen mussten, erzählte Hanßen seine Erlebnisse einfach den anwesenden Journalisten: „Damals war ein 21-jähriger Kempener mit seinem Pkw zu schnell unterwegs. Laut späterem Gutachten waren es 107 statt der erlaubten 70 km/h“, so der Beamte. „Zu allem Überfluss hat der Mann einige Fahrzeuge trotz eines Überholverbots bei regennasser Fahrbahn überholt.“ Mit dem Ergebnis, dass er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und auf der Gegenfahrbahn mit dem Pkw einer 50-jährigen Nettetalerin zusammenprallte.

Der 21-Jährige und auch die Nettetalerin erlitten schwere Verletzungen. „Sie kämpft bis heute mit psychischen Folgen. Sie hat ihre Arbeitsstelle gewechselt, weil sie nicht mehr jeden Tag an der Unfallstelle vorbei nach Krefeld fahren konnte“, sagte Martin Gennert, der Kontakt zu der Frau aufgenommen hat.

Und mit solchen Folgen haben die Beamten gestern die Verkehrsteilnehmer konfrontiert, die zu schnell unterwegs waren. „Ohne den erhobenen Zeigefinger. Die Leute sollen verstehen, was so ein Unfall auslöst“, so Gennert. Eine angepasste Geschwindigkeit könne diese schlimmen Folgen verhindern. „Ansonsten wird ein Mensch schwer verletzt oder stirbt vielleicht sogar“, sagte Okuhn. „Durch die Folgen eines schweren Unfalls gerät das Leben vieler Menschen aus den Fugen.“

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