Impfstoff für Kinder ist knapp geworden– Schuld ist die Schweinegrippe. Die Kinderärzte haben das Problem im Blick und reagieren entsprechend.

Kreis Viersen. In Deutschland bestehen Engpässe bei der Lieferung von Kinder-Impfstoffen. Schuld soll die Herstellung des Präparates gegen die Schweinegrippe sein. Dadurch ist die Produktion völlig ausgelastet. In der örtlichen Kinderarzt-Praxen sind die geplanten Impfungen zwar gesichert. Doch sollten die Seren nicht im Verlaufe des März wieder lieferbar sein, könnte es auch dort knapp werden.

In Kempen hat Kinderarzt Dr. Karl Geuchen noch einen Vorrat für einen Monat. "Bei uns werden viele Kinder geimpft, daher haben wir eine gute Vorratshaltung", sagt Karl Geuchen.

Sollten jedoch Engpässe auftreten, würde sich der Kempener Kinderarzt an die Eltern wenden: "Akut haben wir zwar keine Probleme. Aber es besteht zurzeit auch nicht die Möglichkeit für Nachbestellungen."

In Grefrath können nur kleinere Mengen nachgeliefert werden

Bei Dirk Aschoff-Franke reichen die Seren noch eineinhalb Wochen. Aschoff-Franke: "Wir haben letzte Woche die Impfstoffe nachbestellt, doch es ist nichts mehr lieferbar."

In Grefrath sieht es nicht anders aus. In der Praxis von Dr.Andrea Dickmanns-Bedic gehen die Stoffe voraussichtlich innerhalb weniger Wochen aus. Der Sechsfach-Impfstoff konnte nicht mehr nachbestellt werden. Und auch für die anderen Impfungen können nur kleine Mengen geliefert werden.

In Nettetal sind noch Seren vorhanden. "Wir haben keinen Engpass. Im Moment sind wir gut eingedeckt und auf das Problem vorbereitet", sagt Marie-Therese Steinhoff, deren Mann Dr.Wolfgang Steinhoff eine Praxis in Breyell betreibt.

Lobbericher Arzt kritisiert: Wir sind zu spät informiert worden

Michael Nakazi aus Lobberich hat es vor kurzem schon mit einer Nachbestellung versucht. "Ein paar Tage kommen wir noch aus. Danach haben wir zwei Wochen Urlaub. Ich hoffe, dass danach die Impfstoffe wieder lieferbar sind", sagt Nakazi.

Er sieht in den Engpässen ein Problem, über das die Kinderärzte zu spät informiert wurden: "Wir haben erst vor zwei Wochen davon erfahren." Doch er weiß auch: "In Notfällen helfen wir Kinderärzte uns alle gegenseitig."

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