Im Dezember wurden dem Kreisgesundheitsamt 226 Fälle gemeldet, in den ersten Tagen des Januars bereits 32.

Vor allem Kinder leiden unter der Magen-Darm-Infektion.  Archiv
Vor allem Kinder leiden unter der Magen-Darm-Infektion. Archiv

Vor allem Kinder leiden unter der Magen-Darm-Infektion. Archiv

dpa

Vor allem Kinder leiden unter der Magen-Darm-Infektion. Archiv

Kempen/Grefrath. Plötzlich ist es da: Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall. Im Winter haben Magen-Darm-Erkrankungen Hochkonjunktur. Um besonders in der Zeit vor Weihnachten hat es auch im Kreis Viersen gehäuft Menschen erwischt, teils sogar mit der besonders ansteckenden Variante, dem Noro-Virus. Landesweit gibt es seit Wochen eine ungewöhnlich hohe Verbreitung.

Vor Weihnachten nahmen die Fälle in Kempen und Grefrath zu

Und auch im Kreis Viersen sind die Zahlen zu den Noroviren-Inkfektionsfällen deutlich: Im Jahr 2014 gab es laut Gesundheitsamtes des Kreises Viersen 187 gemeldete Fälle, im Jahr 2015 waren es schon 329, 2016 nun 459. Allein im Dezember 2016 wurden 226 Erkrankungen gemeldet (zum Vergleich im Dezember 2015 waren es 32). In den ersten Tagen des Januars sind bereits 32 Erkrankungen gemeldet worden.

Diese Entwicklung können auch Hausärzte bestätigen. Schon vor Weihnachten habe es einen heftigen Anstieg von Magen-Darm-Erkrankungen gegeben, schildert die Ärztin Dr. Valeska Lipke in der Gemeinschaftspraxis im Grefrather Gesundheitszentrum auf Anfrage der WZ. Das sei zwar in dieser Jahreszeit üblich, aber in diesem Winter seien es schon recht viele Fälle, erklärt die Medizinerin. Und auch in diesem Jahr setze sich das bereits fort. Besonders viele junge Patienten seien betroffen.

In der Hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in Kempen verzeichnet Mediziner Dr. Arndt Berson mittlerweile einen Rückgang der Fälle von Magen-Darm-Erkrankungen. Ende des Jahres hätten sich die Fälle gehäuft. Zwar werde nicht durchgängig auf den Noroviren geprüft. Aber bei einzelnen Stichproben habe es immer wieder den Nachweis dafür gegeben.

Bei einem Magen-Darm-Infekt kann man nur die Symptome behandeln. „Antibiotika hilft da nicht“, erklärt Dr. Berson. Daher muss man zunächst nicht unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wichtig ist, dass man genügend Flüssigkeit und leichte Kost zu sich nimmt und sich schont.

Wenn der Flüssigkeitsverlust aber zu stark wird, sollte man doch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Besonders schwerwiegend können sich die Infektionen dann bei Säuglingen, Kleinkindern, Senioren und abwehrgeschwächten Menschen auswirken.

Wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann

Hygiene ist ein wichtiges Thema, um sich vor Ansteckung zu schützen. Die Hände sollten regelmäßig gewaschen werden, besonders nach dem Toilettengang, nach Kontakt mit erregerbehafteten Gegenständen und vor der Zubereitung von Mahlzeiten. Erkrankte sollten laut Gesundheitsamt ein separates Händehandtuch nutzen und dieses häufig wechseln. In besonderen Fällen können virusinaktivierende Hände- und Flächendesinfektionsmittel erforderlich sein.

Zurzeit ist generell die Zeit der Infekte, so Dr. Arndt Berson. Bronchial-Infekte sind zurzeit ebenfalls ein großes Thema. Um nicht andere Menschen anzustecken, sollte man daher bei einer Erkrankung zu Hause bleiben, auch wenn man sich nach freien Tagen vielleicht scheut, sich krank zu melden. ulli

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