Die Besichtigung der neuen Unterkünfte für Flüchtlinge stieß auf großes Interesse. Anwohner und Politiker waren am Schmeddersweg.

Bürgermeister Volker Rübo erklärte Kempenern vor Ort Einzelheiten zu den Unterkünften.
Bürgermeister Volker Rübo erklärte Kempenern vor Ort Einzelheiten zu den Unterkünften.

Bürgermeister Volker Rübo erklärte Kempenern vor Ort Einzelheiten zu den Unterkünften.

Kurt Lübke

Bürgermeister Volker Rübo erklärte Kempenern vor Ort Einzelheiten zu den Unterkünften.

Kempen. Das Interesse an den neuen Wohnhäusern für Flüchtlinge am Schmeddersweg ist groß. Die Stadt hatte am Donnerstagnachmittag zur Besichtigung eingeladen – und die Interessierten schoben sich förmlich durch eine Wohnung. Bürgermeister Volker Rübo und die Dezernenten Hans Ferber, Michael Klee und Stephan Kahl sowie Susanne Reuter vom Unternehmen Adams Holzbau-Fertigbau beantworteten die vielen Fragen der Besucher.

Wohnungen können flexibel umgestaltet werden

Eine der 50 Quadratmeter großen Wohnungen, in der bis zu sechs Personen leben können, konnte besichtigt werden. Das Verlegen der Fliesen hat bereits begonnen. Boden, Malerarbeiten, Steckdosen und Innentüren folgen nun. In die zurzeit zwei Zimmer werden noch zwei Wände eingezogen, so dass drei Zimmer und eine kleine Küche entstehen.

Die zwei Häuser mit je acht Wohnungen sind in Holzrahmenbauweise errichtet worden. Das sei aber keinesfalls ein Provisorium, sondern ein Standard wie bei einem Einfamilienhaus. „Es ist genauso haltbar wie Mauerwerksbauten“, schilderte Susanne Reuter. Diese Bauart konnte schnell umgesetzt werden und bietet eine gute Wärmedämmung.

Die Flexibilität sei zudem ein großer Vorteil, schilderte der Technische Beigeordnete Stephan Kahl. Die Zwischenwände können wieder herausgenommen werden und dort Wohnungen für Singles oder Paare entstehen. Mit einer zentralen Fernsehanlage, Telefon- und Internetanschluss sei alles auf dem Stand der Zeit. Im Obergeschoss des Mitteltrakts wird es einen Gemeinschaftsraum geben, in dem zum Beispiel Deutschkurse stattfinden können.

Mitte Februar sollen die beiden Häuser fertig sein

„Gibt es auch Abstellplätze für Fahrräder?“, wollte eine Nachbarin wissen. Auf dem Außengelände werden Wege und einige Flächen gepflastert, so dass es Platz für Fahrräder und auch Spielmöglichkeiten für Kinder dort geben wird. Von Seiten der Stadt soll Mitte Februar alles fertig sein. Dann könnten die ersten Bewohner einziehen. Einen Monat später sollen dann im zweiten Haus Menschen einziehen können.

Viele Anwohner reagierten bei der Besichtigung positiv. Ein Anwohner der Berliner Allee freute sich, dass die Stadt die ursprünglichen Container-Pläne überarbeitet hat und dort hochwertige Wohnhäuser entstehen. Eine andere Anwohnerin freute sich, dass dort nun Menschen unterkommen, die für eine längere Zeit bleiben werden. Dann könnte auch bürgerliches Engagement etwas bringen.

Es gab aber auch kritische Töne. „Die Stadt hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, befand Norbert Voetz mit Blick auf die zwei weiteren Wohnhäuser, die dort in naher Zukunft gebaut werden sollen. Seiner Meinung nach ist das an dieser Stelle zu viel. Es gebe andere geeignete Flächen. Es sollte nicht zu einer Ghettobildung kommen. In anderen Kommunen hätte sich gezeigt, dass das zu Problemen führen kann. Die Fläche am Schmeddersweg sei auch wegen der ständigen Wasseransammlungen ungeeignet.

90 Anwohner bei Versammlung im Casino-Clubhaus

Zu einer anschließenden Versammlung im Clubhaus der Casino Tennisgesellschaft kamen rund 90 Anwohner und wurden über die weiteren Pläne unterrichtet. Wegen der anstehenden Zuweisung von anerkannten Flüchtlingen sollen am Schmeddersweg zwei weitere Häuser gebaut werden. Die Wohnungen dort sollen größer werden. Der Rat habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, erinnerte Bürgermeister Volker Rübo. Man habe sich entschieden, möglichst eine Maximalbelegung der Häuser zu vermeiden und für eine gute soziale Betreuung zu sorgen.

Gegen die „Wasserflächen“ auf dem Platz zwischen Reithalle und Sporthotel könne man wenig tun, so Rübo und Kahl. Die Fläche komplett neu zu machen, sei zu teuer. Eine Ghettobildung fürchtet die Stadt an dieser Stelle nicht. Die Menschen würde längere Zeit in Kempen bleiben, zur Arbeit gehen, die Kinder zur Schule schicken .

Die Anregung, auf der Berliner Allee ein beidseitiges Halteverbot einzurichten, nahmen die Verantwortlichen mit.

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