Das Dach des Tönisberger Wahrzeichens ist undicht. Die Stadt will die Reparatur 2013 in Angriff nehmen.

Die Bockwindmühle in Tönisberg ist für viele Niederrhein-Touristen ein Ausflugsziel.
Die Bockwindmühle in Tönisberg ist für viele Niederrhein-Touristen ein Ausflugsziel.

Die Bockwindmühle in Tönisberg ist für viele Niederrhein-Touristen ein Ausflugsziel.

Kurt Lübke

Die Bockwindmühle in Tönisberg ist für viele Niederrhein-Touristen ein Ausflugsziel.

Tönisberg. Der Heimatverein macht sich Sorgen über den Zustand der Bockwindmühle. Denn durch das Dach regnet es und eine Reparatur lasse auf sich warten. Die Stadt Kempen als Eigentümerin „behandelt die Angelegenheit schleppend“, so der Vorstand bei der Jahreshauptversammlung des Vereins.

„Der Auftrag zur Reparatur ist bereits 2012 ausgeschrieben worden“, sagte gestern Christian von Oppenkowski, Leiter des Hochbauamtes, auf Anfrage der WZ. Weil die Angebote der Unternehmen aber nicht zur Ausschreibung passten, konnte der Auftrag laut Hochbauamt noch nicht vergeben werden.

„Ich bin zuversichtlich, dass die Arbeiten noch vor dem nächsten Winter über die Bühne gehen.“

Christian von Oppenkowski, Leiter des Hochbauamtes

„Wir haben uns dann dazu entschlossen, das Dach vor dem Winter notdürftig abzudichten“, so von Oppenkowski. Eine neue Ausschreibung für die Arbeiten werde in Kürze starten. „Die Reparatur ist in den Haushalt 2013 eingestellt.“ Sollte der Rat heute Abend (18 Uhr, Rathaus) den Haushalt verabschieden, könne das Thema Bockwindmühle zügig in Angriff genommen werden.

„Ich bin zuversichtlich, dass die Arbeiten noch vor dem nächsten Winter über die Bühne gehen“, so von Oppenkowski. Neben den Reparaturen am Dach stehen auch noch Arbeiten am Podest der Mühle an. Insgesamt will die Stadt in diesem Jahr 35 000 Euro für die Bockwindmühle ausgeben.

Immerhin zieht das Denkmal jedes Jahr viele Besucher an. So fanden im vergangenen Jahr 268 Besichtigungen und 27 Führungen unter der fachkundigen Leitung von Ben Burchardt statt. Die Mühle war sogar Schauplatz eines romantischen Heiratsantrages, wobei die Braut unter dem Schein von über 50 Fackeln ihr Jawort gab.

Erinnerung an den Bergbau soll bewahrt werden

Die Mitglieder des Vorstands des Tönisberger Heimatvereins sind in ihren Ämtern bestätigt worden. Schriftführerin Annelene Kühnemund sowie die Beisitzer Lutz Weynans und Peter Thissen wurden einstimmig wiedergewählt. 25 von 300 Mitgliedern waren dabei.

Aloys Schlütter erläuterte den Mitgliedern des Heimatvereins den geplanten Abriss des ehemaligen Zechengeländes in Tönisberg. Um den früheren Schacht 4 der Zeche Niederberg sollen über 60 Prozent der Gebäude abgebrochen werden (die WZ berichtete). In den restlichen Gebäuden will der Folienhersteller Naue bleiben.

Der Heimatverein will die Erinnerung an den Bergbau bewahren und sammelt deshalb schon Erinnerungsstücke. Auch die Maschinenführer-Kabine soll erhalten werden. Schon gerettet wurde die Heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, die als Glasbild in der Tönisberger Zeche zu Hause war. Nach der Zechenschließung in Kamp-Lintfort, wohin sie geraten war, wird sie demnächst wieder zurückkehren.

1983 wurde die letzte Kohle in Tönisberg abgebaut. Das bedeutet, dass Bergschäden, die eventuell dadurch entstanden sind, in diesem Jahr letztmalig geltend gemacht werden können, da die 30-jährige Frist hierzu abläuft, so der Vorstand.

Wichtigstes Ereignis für den Heimatverein soll 2013 die Einweihung der Erinnerungsstätte zum Vertrag von Vinnbrück im Jahr 1284 sein, die gegenüber der Gaststätte „Wok In“ angelegt wird.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer