2015 soll einiges auf den Weg gebracht werden. Aber: Wie stehen eigentlich die Chancen für die jeweiligen Pläne?

Für die Burg, das Kempener Wahrzeichen schlechthin, sind neue Ideen gefragt.
Für die Burg, das Kempener Wahrzeichen schlechthin, sind neue Ideen gefragt.

Für die Burg, das Kempener Wahrzeichen schlechthin, sind neue Ideen gefragt.

Das Areal am Königshütte-See zwischen Kempen und St. Hubert ist nach der Auskiesung bereits renaturiert worden. Archiv-Fotos (2): Kurt Lübke

Das Von-Broichhausen-Stift muss umgebaut werden.

Eine Ansicht des geplanten Neubaus. Animation: Schmitz

Friedhelm Reimann, Bild 1 von 4

Für die Burg, das Kempener Wahrzeichen schlechthin, sind neue Ideen gefragt.

Kempen. Die letzten Weihnachtsplätzchen dürften weitestgehend vertilgt sein, die Silvesterraketen sind abgefeuert, und seit Montag wird auch im Kempener Rathaus wieder gearbeitet. Grund genug also nach vorne zu schauen: Was bietet das Jahr 2015? Welche Projekte und Ideen stehen in der Stadt Kempen im Raum? Und vor allem: Wie groß sind die Chancen dieser einzelnen Ideen? Was kann in diesem Jahr realisiert werden? Und bei welchen Projekten wird es etwas länger dauern? Die Prognose der WZ.

Was wird aus der Burg?

Was wird aus der Burg? Diese Frage dürfte wohl die meisten Kempener brennend interessieren. Inhaber des Wahrzeichens ist der Kreis Viersen. Gemeinsam mit der Stadt Kempen ist sich die Kreisspitze darüber einig, dass eine andere Nutzung für die Burg her muss. Derzeit wird die frühere kurkölnische Festung in erster Linie vom Kreisarchiv genutzt.

Kreisdirektor und CDU-Landratskandidat Andreas Coenen betont stets, dass er für eine neue Nutzung des Denkmals offen sei, wenn für das Archiv ein adäquater Ersatz gefunden werde. „Wir werden die Burg frei machen“, hatte er Ende November bei der Mitgliederversammlung der Kempener CDU verkündet.

Für eine Machbarkeitsstudie zur Burg standen bereits im Haushalt 2014 der Stadt Kempen 50 000 Euro bereit. Passiert ist bislang nichts. Vor allem den Parteifreunden von Coenen und Bürgermeister Volker Rübo ist wichtig, dass es in diesem Jahr Neuigkeiten zur Burg gibt. Schließlich will sich Coenen bei der Landratswahl im September den Stimmen der Kempener Christdemokraten sicher sein. Somit wird die Studie wohl in Auftrag gegeben. Bis es eine endgültige Lösung für die Burg gibt, wird aber noch das eine oder andere Silvester gefeiert werden.

Prognose: Die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesem Jahr eine Machbarkeitsstudie zur Burg gibt, liegt bei 80 Prozent.

Hotel am Königshütte-See?

Welches Thema muss die Stadt Kempen in diesem Jahr angehen? Wo muss dringend etwas passieren? Die WZ interessiert sich für Ihre Meinung. Am WZ-Mobil können Sie über Zukunftspläne für die Thomasstadt diskutieren. Die Rollende Redaktion ist am Donnerstag von 11 bis 12 Uhr an der Ecke Burg-/Engerstraße (gegenüber der Tchibo-Filiale).

redaktion.kempen@wz.de

Mit dem Gelände am Königshütte-See zwischen Kempen und St. Hubert gibt es in der Stadt ein Areal mit Potenzial. Mit Erholungspotenzial: Schon seit vielen Jahren träumt die Verwaltungsspitze von einem „Naherholungsgebiet für Kempen und Umgebung“ auf dem Areal, auf dem bis 2013 durch die Firma Klösters Kies abgeschöpft worden ist.

Renaturiert ist das Gelände bereits – nun muss es noch mit mehr Leben gefüllt werden. Neben dem Aspekt Natur soll auf Wunsch der Verwaltung auch ein Hotel an diesem Standort realisiert werden. Dazu hat die Stadt bereits 2013 eine ebenfalls 50 000 Euro teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ergebnisse sind – zumindest noch nicht öffentlich – diskutiert worden. „Die Machbarkeitsstudie ist auf einem guten Weg“, sagte Stadtsprecher Christoph Dellmans am Montag. Die Stadt setze sich weiterhin für den Hotel-Plan ein.

Im Wahlkampf 2014 hatte Volker Rübo den Wunsch der Stadtspitze erneuert: „Der Segel- und Surfclub hat dort eine Zukunft. Ich möchte dort zudem ein öffentlich zugängliches Naherholungsgebiet entwickeln. Und dann sollte auch ein Bereich für den Naturschutz entstehen. Ob es dort auch ein Hotel geben wird, ist Sache des Eigentümers. Ein Hotel wäre eine Bereicherung, auf die wir aber keinen Einfluss haben.“ Den größten Einfluss hat die Firma Klösters, der weite Teile des Areals gehören.

Prognose: Die Wahrscheinlichkeit, dass es noch in diesem Jahr aussagekräftige Pläne für das Königshütte-Areal gibt, liegt bei 70 Prozent.

Peterstraße: Wann geht’s los?

Der Streit um den geplanten Neubau an der Ecke Peterstraße/Donkwall hat im vergangenen Jahr die Gemüter erhitzt. Die ersten Ideen der Projektfirma Ralf Schmitz stießen bei Politik und Bürgerschaft auf wenig Gegenliebe. Obendrein gab es Streit um den geplanten Abriss des denkmalgeschützten Hauses Nummer 20.

Diese Probleme scheinen nun ausgestanden. Im Herbst 2014 stellte Schmitz ein neues Konzept vor. Unter anderem soll die Fassade der Peterstraße 20 erhalten bleiben. Alle Fraktionen sind nun von diesen Ideen überzeugt. Und auch die aus der Peterstraßen-Diskussion gegründete Denkmal-Initiative kann mit dem Schmitz-Konzept leben. Fehlen noch die Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Köln. Dorthin haben Stadt und Investor die überarbeiteten Pläne geschickt. Eine Antwort wird es in einigen Wochen geben.

Selbst wenn der LVR die neue Konzeption ablehnt, stehen die Chancen für die Umsetzung des Sechs-Millionen-Projektes aber gut. Die Unterstützung von Politik und Verwaltung ist der Firma Schmitz sicher. Im Sommer will das Unternehmen mit dem Bau beginnen.

Prognose: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt 2015 gestartet wird, liegt bei 90 Prozent.

Weg frei fürs dritte Altenheim?

Um das Thema drittes Altenheim in Kempen ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden. Dabei dürfte es sich aber um eine trügerische Ruhe handeln. Hinter den Kulissen diskutieren die Beteiligten die Ideen zur Lösung des Problems. Das „Problem“ ist eine gesetzliche Vorschrift, die Zweibettzimmer-Zahl in Seniorenheimen verringern zu müssen. Im Von-Broichhausen-Stift muss dies bis 2018 geschehen. Deshalb muss eine neue Einrichtung her.

Die Stadt Kempen und die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist favorisieren ein zusätzliches Heim mit 80 Pflegeplätzen. Als Standort haben die Verantwortlichen die Fläche des Krankenhaus-Parkplatzes an der Berliner Allee im Visier. Im Gegenzug soll Klinik-Betreiber Artemed eine Ausgleichsfläche für Parkplätze bekommen.

Wie bei allen Projekten ist die zentrale Frage, wie Um- und Neubau finanziert werden sollen. So scheint weiterhin unklar zu sein, wie hoch ein Zuschuss seitens des Landes ausfallen soll. Trotz der ungeklärten Fragen dürfen Stadt und Stiftung, die auch beim dritten Heim neben Von-Broichhausen- und St. Peter-Stift die Trägerschaft übernehmen soll, keine Zeit verlieren.

Prognose: Die Wahrscheinlichkeit, dass es 2015 konkrete Pläne für das dritte Altenheim geben wird, liegt bei 75 Prozent.

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