Patrick Bercz fährt professionell Radrennen. Für den beinharten Ausdauersport hat der Gymnasiast die Fußballstiefel an den Nagel gehängt.

Patrick Bercz (vorne rechts) gibt alles, wenn er auf seinem Rennrad in die Pedale tritt.
Patrick Bercz (vorne rechts) gibt alles, wenn er auf seinem Rennrad in die Pedale tritt.

Patrick Bercz (vorne rechts) gibt alles, wenn er auf seinem Rennrad in die Pedale tritt.

privat

Patrick Bercz (vorne rechts) gibt alles, wenn er auf seinem Rennrad in die Pedale tritt.

Kempen. Er ist jung, schnell und erfolgreich: Patrick Bercz, angehender Abiturient und Nachwuchs-Radrennfahrer aus Kempen. Der 19-Jährige hat sich in den vergangenen vier Jahren mit viel Fleiß und Talent bis in den Profiradsport hochgefahren. Nun feiert er im Continental Status, der niedrigsten Profistufe, seine ersten Erfolge.

"In fünf Stunden fahre ich 150 Kilometer."

Patrick Bercz, Jung-Profi

"Eigentlich bin ich ja nur ein Quereinsteiger", erzählt er rückblickend. Bis Mai 2004 spielte er erfolgreich Fußball. Als Mittelfeldspieler der C-Junioren kickte er beim SVStraelen in der Niederrhein-Liga, bis ihn sein Bruder Benjamin überzeugen konnte: "Zuerst wollte ich einfach nur mal selber ein Rennen fahren und ihm dabei nicht zugucken", erinnert sich Patrick Bercz. Als dann die ersten Erfolge kamen, war es "zu schön, um aufzuhören".

Bald schon bemerkte Patrick Bercz, dass der Radsport sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. "Da blieben nicht viele freie Minuten über", sagt er. Also hing er die Fußballschuhe an den Nagel und begann seine Radsportlerkarriere in Bochum bei einem U19-Team als Junior. Von da wechselte er zu dem Dortmunder Continental-Team Seven Stones, für das er seither fährt.

Doch warum gerade Radsport? "Man lernt die Umgebung besser kennen, kommt viel rum und hält sich fit", antwortet Patrick Bercz. Mit "Umgebung" meint er ganz Europa. In der Saison von März bis Ende September gehen seine Teamkollegen und er unter anderem in den Niederlanden, auf Mallorca und bei Bundesliga-Rennen an den Start.

Natürlich erfordern solche Anstrengungen regelmäßiges Training. Wenn es seine Zeit zulässt, fängt Patrick mit einem 20-minütigen Kräftigungstraining an, das Nacken, Rumpf und Schultern stabilisiert. Anschließend steigt er in den Sattel: "In fünf Stunden fahre ich ungefähr 150 Kilometer, bin also im Schnitt so mit 30 Stundenkilometer unterwegs."

Der 19-Jährige macht in diesem Jahr sein Abitur an einem Krefelder Wirtschaftsgymnasium. Seine Fächer: Mathe und BWL (Leistungskurse) sowie Deutsch und Wirtschaftsinformatik.

Der Profiradsport ist in drei Klassen unterteilt. Die unterste heißt "Continental", die mittlere "Professional Continental". Profis wie Erik Zabel und Jan Ullrich sind die "ProTour" gefahren.

Sein Rezept: mindestens acht Stunden Schlaf täglich für die Konzentration und die richtige Ernährung. "Vor dem Training Fett, danach Kohlenhydrate." Das sollte für Ausflüge in die weite Welt reichen.

Wenn Patrick Bercz nicht gerade trainiert, trifft er sich mit Freunden oder surft im Internet. Aber auch die Heimat spielt eine große Rolle. "Leider konnte ich im vergangenen Jahr beim Kempener Rennen Rund um die Burg nicht antreten, weil ich wenige Tage davor gestürzt bin. Dabei ist dieser Wettkampf für alle Rennradsportler der Region und darüber hinaus ein schöner Saisonabschluss." Vielleicht klappt’s ja am 4.Oktober, wenn der Kempener Rad-Klassiker in die 51.Auflage geht...

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