Bürgermeister Herbert Kättner will die Oedter mit einem Bürgerbus zu den Supermärkten nach Grefrath fahren.

In Tönisvorst (Foto) und Willich sind bereits seit Jahren Bürgerbusse im Einsatz. Möglichst bald soll er auch in der Gemeinde Grefrath seinen Dienst aufnehmen. Damit sollen Oedter zum Einkaufen nach Grefrath gefahren werden– weil es in Oedt keinen Supermarkt mehr gibt.
In Tönisvorst (Foto) und Willich sind bereits seit Jahren Bürgerbusse im Einsatz. Möglichst bald soll er auch in der Gemeinde Grefrath seinen Dienst aufnehmen. Damit sollen Oedter zum Einkaufen nach Grefrath gefahren werden– weil es in Oedt keinen Supermarkt mehr gibt.

In Tönisvorst (Foto) und Willich sind bereits seit Jahren Bürgerbusse im Einsatz. Möglichst bald soll er auch in der Gemeinde Grefrath seinen Dienst aufnehmen. Damit sollen Oedter zum Einkaufen nach Grefrath gefahren werden– weil es in Oedt keinen Supermarkt mehr gibt.

Friedhelm Reimann

In Tönisvorst (Foto) und Willich sind bereits seit Jahren Bürgerbusse im Einsatz. Möglichst bald soll er auch in der Gemeinde Grefrath seinen Dienst aufnehmen. Damit sollen Oedter zum Einkaufen nach Grefrath gefahren werden– weil es in Oedt keinen Supermarkt mehr gibt.

Oedt. Mit einem Bürgerbus sollen die Oedter nach Grefrath zum Einkaufen gefahren werden. Das möchte jedenfalls Bürgermeister Herbert Kättner: "Diese Übergangslösung werde ich dem Gemeinderat am 23.März vorschlagen und hoffe auf Unterstützung aus der Politik."

Mit dem Bürgerbus will der CDU-Politiker auf die seit fast zwei Jahren anhaltende Einkaufs-Misere im zweitgrößten Grefrather Ortsteil reagieren. Bekanntlich ist Oedts einziger Supermarkt seit Juni 2007 geschlossen. Und bisher sind alle Versuche gescheitert, einen neuen Betreiber für den ehemaligen "Spar"-Markt an der Ecke Süchtelner Straße/An der Kleinbahn zu finden.

"Zur Kostendeckung habe ich mir noch keine Gedanken gemacht."

Herbert Kättner

Fahrzeiten, Fahrpreis, Haltestellen- zu all diesen Details kann Kättner noch nichts sagen. Denn bisher sind zwei grundsätzliche Fragen noch gar nicht beantwortet: Gibt es überhaupt Bedarf für einen "Shopping-Shuttle"? Finden sich genug Ehrenamtler, die den Bus fahren würden?

Kättner hofft, das sich potenzielle Fahrer wie Fahrgäste nun melden, nachdem seine Idee in der Welt ist. Interessenten sollten sich bei seiner Sekretärin Monika Biniasch im Rathaus melden: Tel.02158/4080103.

Für den potenziell größten Kostenfaktor hat der Bürgermeister eine Lösung: Als Fahrzeug will er einen Mercedes-Bus vom Bauhof der Gemeinde abziehen.

Im Juni 2007 wurde der "Spar"-Markt an der Ecke Süchtelner Straße/An der Kleinbahn geschlossen. Seitdem gibt es in Oedt keinen Vollversorger mehr.

"Politik und Verwaltung haben auf vielen Ebenen versucht, einen Nachfolger zu finden", sagt Bürgermeister Herbert Kättner. Das Dilemma: "Wir können niemanden zwingen, einen Laden in Oedt aufzumachen." Ein Problem sei, dass der Supermarkt nur 577Quadratmeter Verkaufsfläche hat- viel zu wenig für die Konzepte großer Ketten. Zudem sei für den Besitzer der Immobilie der Anreiz wohl gering, einen neuen Mieter zu suchen. Denn "Spar" bezahle auch weiterhin Miete. Der Vertrag soll bis 2013 laufen.

Auf dem Areal des ehemaligen Textil-Riesen Girmes will die Gemeinde die planerischen Voraussetzungen schaffen, damit sich dort ein Supermarkt oder Discounter ansiedeln kann. Aber dies umzusetzen, könne Jahre dauern.

Dass es den Service für die Oedter trotzdem nicht zum Nulltarif gibt, ist klar. Schließlich müssen Versicherungen für Fahrer und Fahrgäste sowie Sprit bezahlt werden. Doch wer soll das bezahlen in Zeiten, wo die finanziell klamme Gemeinde an allen möglichen Ecken spart? "Zur Kostendeckung habe ich mir noch keine Gedanken gemacht", so Kättner am Mittwoch bei der Vorstellung seiner Idee.

Ansteuern soll der Bus mindestens zwei Haltestellen in Oedt (Supermarkt-Standort? Niedertor?) und in Grefrath (Rewe-Markt Kroppen! Gewerbegebiet Pastoratshof Penny/Aldi?). Doch auch in dieser Frage will sich der Bürgermeister noch nicht auf Details festlegen: "Das soll den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger entsprechen."

Dass Kättner, der für die CDU erneut als Bürgermeister-Kandidat antritt, ausgerechnet in Zeiten eines bereits heftig tobenden Kommunalwahl-Kampfes die Bürgerbus-Idee präsentiert, ist kein Zufall. "Vor einem Jahr gab es ja noch einen Interessenten, der mich sogar zur Eröffnung eingeladen hat", sagte Kättner am Mittwoch. Aber weil es nie dazu kam, hat er sich selber was überlegt. Ein Schelm also, wer hinter dem Bürgerbus Wahlkampf-Taktik vermutet...

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