Das beliebte Ausflugsziel soll erweitert werden. Sorgen bereitet den Bürgern der Schleichverkehr über Anliegerstraßen.

115 zusätzliche Parkplätze und insgesamt 440Sitzplätze soll das Bauerncafé im Oedter Auffeld nach seiner Erweiterung haben.
115 zusätzliche Parkplätze und insgesamt 440Sitzplätze soll das Bauerncafé im Oedter Auffeld nach seiner Erweiterung haben.

115 zusätzliche Parkplätze und insgesamt 440Sitzplätze soll das Bauerncafé im Oedter Auffeld nach seiner Erweiterung haben.

Kurt Lübke

115 zusätzliche Parkplätze und insgesamt 440Sitzplätze soll das Bauerncafé im Oedter Auffeld nach seiner Erweiterung haben.

Oedt. Das Auffelder Bauerncafé soll um 172Plätze erweitert werden. Über 40Anlieger von Niederstraße und An der Kleinbahn kamen Montagabend zur Info-Veranstaltung in den Ratssaal. Die Sorge der Anlieger: Der Schleichverkehr, von dem sie schon heute geplagt sind, könnte dramatisch zunehmen.

Planer Bernd-Michael Wegmann aus Essen erläuterte die anstehende Änderung des Flächennutzungsplans (FNP): "Es geht um die Sicherung der heutigen Nutzung und um eine Perspektive für die Betreiber-Familie des Bauerncafés."

Die offizielle Anfahrt soll erfolgen über die Landstraße 391 und das kleine Stück Wirtschaftsweg. Dieser wird geringfügig verbreitert. Ab Abzweig rechts bis zum Café sollen 115 mit Grün eingefasste Parkplätze entstehen.

Die Parkplätze werden so tief angeordnet, dass auch dieser Wirtschaftsweg "faktisch aufgeweitet wird". Das erklärte Planer Wegmann auf das Nachhaken von Kleinbahn-Anlieger Werner Balz.

Hinter den Parkplätzen soll als Ausgleichsmaßnahme eine sechs Meter tiefe Hecke für den Vogelschutz angelegt werden. Zu sonstigen Umweltbelangen habe eine Prüfung "keine Beeinträchtigungen" ergeben.

Derzeit hat das Auffelder Bauerncafé 268 Plätze, davon 82 innen. Allein im geplanten "Hochzeitssaal" sollen 110 Plätze entstehen, insgesamt soll es innen künftig 264 Sitzplätze geben. Der Außenbereich wird um 30 Plätze aufgestockt. Dann wird das Bauerncafé insgesamt 440 Plätze haben.

Anregungen zum Planverfahren können bis 10. Februar schriftlich eingereicht oder im Oedter Rathaus vorgebracht werden. Eine Terminvereinbarung wird empfohlen: Tel. 02158/4080603, Egbert von Essen.

Ein Anlieger wollte wissen: "Was passiert mit dem Autoverkehr, der vor allem an den Wochenenden über Niederstraße/An der Kleinbahn läuft?"

Die Antwort des Planers: "Nach heutigem Stand fahren die meisten über die Landstraße zum Café." Das stimme "bei weitem nicht", machte hingegen so mancher Oedter seinem Unmut Luft.

"Der Verkehr hat wahnsinnig zugenommen."

Anlieger Reuvers

Zum Schleichverkehr über die beiden "reinen Anliegerstraßen" seien keine Messungen gemacht worden, so Ordnungsamts-Leiter Norbert Franken. Aber es gebe Möglichkeiten, auf den Schleichverkehr einzuwirken. Und brachte ein Durchfahrtsverbot ins Spiel.

Brüsk war die Reaktion der Anwesenden: "Anlieger frei" werde schon heute nicht beachtet. Bauamtsleiter Michael Räppel gab zu bedenken: "Wer über die Niederstraße zum Café fährt, ist Anlieger." Poller lehnte er rigoros ab: "Schlechte Erfahrungen."

Die Beschreibungen der heutigen Situation an der Niederstraße durch Anlieger Reuvers fiel niederschmetternd aus: "Der Verkehr hat wahnsinnig zugenommen, Tempo 30 wird nicht beachtet". 60 bis 70km/h seien an der Tagesordnung.

Wanderer und Spaziergänger müssten oft "vor Autos wegspringen". Eine Einbahn-Regelung, von Helmut Essers (SPD) angeregt, lehnten die Anlieger ab. Tenor: Das würde die Niederstraße nur noch schlimmer machen.

Niemand war gegen die Erweiterung des Ausflugsziels. Anlieger Balz meinte versönlich: "Wir haben in Oedt ja nicht viel..." Seine Forderung: Für Autos aus Lobberich und Kempen müsste das Bauerncafé weiträumig ausgeschildert werden.

Petra Jansen von der Süchtelner Straße forderte, den Lärmschutz extrem zu beachten: "Die Basstöne und die Musik hören wir jetzt schon. Was, wenn das jedes Wochenende kommt?" Ordnungsamtsleiter Franken sicherte Auflagen zu.

Ein Anlieger beklagte den rein hypothethischen Charakter der Veranstaltung. Räppel räumte ein, in einem FNP-Verfahren sei das so. Trotzdem haben die Anlieger etwas bewirkt.

Räppel kündigte einen deutlichen Hinweis im FNP-Verfahren an: "Wir werden auch verkehrsrechtlich prüfen lassen, wie wir den Schleichverkehr über Niederstraße/An der Kleinbahn ausschalten."

Erst im WZ-Gespräch nach der Veranstaltung äußerte Manfred Altehage (SPD) seine Idee zur Entlastung der Niederstraße. Es gebe einen Antrag für eine neue Getränkemarkt-Zufahrt südlich des Gewerbeparks.

Dort verlaufe ein schmaler Feldweg zum Wirtschaftsweg, an dem das Bauerncafé liegt. Altehage ist unsicher, aber "vielleicht lässt sich da etwas machen". Die Niederstraßen-Anlieger können hoffen.

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