Durch die Erweiterung des Tarifgebietes sind einzelne Fahrten deutlich teurer geworden. Eine Beispielrechnung für die Strecke Kempen-Kevelaer.

Der neue Tarif lohnt sich nur für Pendler, die mit der NWB in Richtung Düsseldorf fahren.
Der neue Tarif lohnt sich nur für Pendler, die mit der NWB in Richtung Düsseldorf fahren.

Der neue Tarif lohnt sich nur für Pendler, die mit der NWB in Richtung Düsseldorf fahren.

Lübke

Der neue Tarif lohnt sich nur für Pendler, die mit der NWB in Richtung Düsseldorf fahren.

Kempen. Eine Tariferhöhung im öffentlichen Personennahverkehr ist nichts ungewöhnliches. In regelmäßigen Abständen steigen die Fahrpreise. Das ist auch Oliver Hensler aus Kempen bewusst. Häufig pendelte er im vergangenen Jahr mit dem Zug zwischen Kempen und Kevelaer.

So hatte er es auch in diesem Jahr vor. Mit einem Unterschied: Für die gleiche Strecke soll er ab sofort 108 Prozent mehr für das Hin- und Rückfahrticket zahlen: 20,20 statt 9,70 Euro.

Diese Preissteigerung hat mehre Gründe: Seit dem 1. Januar gehört die Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) zum Tarifraum des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Das sollte für die Reisenden in erster Linie Vorteile bringen, da die bisher komplizierten Tarife für den Wechsel zwischen VRR und VGN entfallen.

Preis für ein Einzelticket ist von 2,30 auf 2,40 Euro gestiegen

Negative Auswirkungen hat diese kleine Fusion allerdings auf den Geldbeutel der Kunden. Viele Tickets sind teurer geworden. So steigt der Preis für ein Einzelticket, das sowohl beim VRR als auch bei der VGN bisher für 2,30 Euro zu haben war, zum Jahresbeginn auf 2,40 Euro. Die WZ hat darüber berichtet.

Im gesamten VRR-Gebiet wurde eine Erhöhung der Preise zum Jahresbeginn um 3,9 Prozent durchgesetzt. „Um steigende Energie- und Personalkosten zu decken“, wie VRR-Pressesprecherin Sabine Tkatzik begründet.

Ein Ticket kostet jetzt in etwa so viel wie zuvor beide Fahrten

Im Internet wird weiterhin über das Angebot von zusätzlichen Zügen der Nordwestbahn (NWB) diskutiert. Um 7.05, 7.35 und 8.05 Uhr pendelt eine Bahn von Kempen nach Krefeld. NWB und VRR halten das für eine Entlastung. Viele Pendler sind anderer Meinung: Die Züge seien weiterhin zu voll.

Hensler konnte von seinem Fahrpreis bislang noch einen Rabatt (25 Prozent) abziehen, weil er Besitzer eine Bahncard 25 ist. Und kam so auf den Preis von 9,70 Euro –für beide Fahrten zusammen.

„Im Verbundtarif gelten die Bahncard-Regularien nicht“, sagt Tkatzik. Deshalb muss der Kempener jetzt für eine Fahrt allein 10,10 Euro bezahlen (Preisstufe C). So viel müsste er auch für eine Fahrt nach Düsseldorf bezahlen.

Und die ist immerhin 14 Minuten länger. „Für Pendler nach Duisburg und Düsseldorf hat sich die Erweiterung des Tarifraumes gelohnt“, sagt Tkatzik. Sie bezahlen für ein Monatsticket deutlich weniger als zuvor.

Da Oliver Hensler die Strecke nach Kevelaer nicht täglich fährt, lohnt sich für ihn kein Monatsticket. Er wird deshalb morgens wieder ins Auto steigen. Die Benzinkosten für die etwa 30 Kilometer lange Strecke von Kempen nach Kevelaer betragen laut Internetdienst Google übrigens rund 4,80 Euro pro Fahrt. 

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