Zu teuer waren einem Niederländer die Küchengeräte in einem Nettetaler Einrichtungshaus. Dann wurde er handgreiflich.

Nettetal/Krefeld. Ein handfester Streit in einem Nettetaler Einrichtungshaus über die Bestellung von Küchengeräten endete nun vor dem Amtsgericht in Krefeld. Wegen räuberischen Diebstahls wurde ein Niederländer zu einer auf Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Der bislang nicht vorbestrafte selbstständige Teppichverleger mit Wohnsitz im niederländischen Grenzgebiet hatte am 12.Dezember 2007 bei einem Nettetaler Einrichtungshaus einen Kaufvertrag für Küchengeräte im Wert von 7350 Euro unterschrieben. Im Laufe der folgenden zwei Monate telefonierte der 49-jährige, verwitwete Angeklagte und Vater zweier Kinder mehrmals mit dem auf Provisionsbasis arbeitenden Verkäufer. Der Grund: Der Niederländer wollte vom Vertrag zurücktreten, weil die Geräte in Holland billiger seien.

Um die Sache gütlich aus der Welt zu schaffen, bestellte der 70-jährige Geschäftsführer des Unternehmens den Käufer zum Gespräch.

"So, jetzt hast du keine Beweise mehr."

Doch trotz eines Nachlasses von 200 Euro eskalierte am 20.Februar 2008 die Auseinandersetzung über die Preise. Als ihm gesagt wurde, dass ein Rücktritt vom Vertrag nicht mehr möglich sei, riss der Niederländer das Bestellformular mit den Worten "So, jetzt hast du keine Beweise mehr" aus dem Hängeordner.

Ob es auch zu Tätlichkeiten kam, wie vom Angeklagten und vom Geschäftsführer geschildert, konnte vor dem Amtsgericht nicht geklärt werden. Beide trugen aber nach eigenen Angaben keine Verletzungen davon.

Die Flucht des Angeklagten vor dem 70-Jährigen verhinderten Angestellte: Sie umzingelten den Niederländer auf dem Weg zum Auto und informierten die Polizei. Noch auf dem Parkplatz holte der 49-Jährige den zerknüllten Bestellzettel aus der Hosentasche und händigte ihn wieder aus. Die Richterin in ihrer Begründung: "Es war ein vorsätzliches Entfernen des Auftragformulars als einziges Beweismittel."

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