Zum Schutz von Menschen und Bäumen vor den „Spinnern“ setzen die Politiker auf eine „chemische Keule“.

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Der Eichenprozessionsspinner befiel 2008 auch die Bäume am Neyenhof in Leuth.

Der Eichenprozessionsspinner befiel 2008 auch die Bäume am Neyenhof in Leuth.

Friedhelm Reimann

Der Eichenprozessionsspinner befiel 2008 auch die Bäume am Neyenhof in Leuth.

Nettetal. Mit einer "chemischen Keule" wird gegen den Eichenprozessionsspinner vorgegangen. Diesen einstimmigen Beschluss fällte der Umwelt-Ausschuss- wenn auch mit Bauchschmerzen. "Bacillus thuringiensis" wird bei 25 von mehr als 800 städtischen Bäumen eingesetzt.

Die Auswirkungen durch den Eichenprozessionsspinner sind einschneidend. So musste 2008 das Leuther Pfarrfest kurzfristig vom historischen Neyenhof auf das Grundschul-Gelände verlegt werden.

Der Grund: Der Neyenhof war wegen des Befalls der Eichen durch Eichenprozessionsspinner gesperrt. Bernd von der Bank, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, wurde durch die giftigen Haare der "Spinner" an Armen und Händen schwer verletzt.

Ein Jahr davor waren auf dem Hof der "Schule am Ingenhovenpark" Hauptschüler durch die "Spinner" verletzt worden. Grünanlagen, Kinderspiel- und Sportplätze wurden teilweise für mehrere Wochen gesperrt. Für 2009 rechnet die Stadt nach Rücksprache mit Landwirtschaftskammer und Pflanzenschutzamt mit einem ähnlich starken Raupenbefall wie 2008.

"Zwischen Mai und Juli sollten Spaziergänger weiterhin vorsichtig sein."

Heike Meinert, Leiterin Grünflächenamt

Im Umwelt-Ausschuss wurde am Donnerstagabend erstmals nach mehr als 15 Jahren wieder der Einsatz einer "chemischen Keule" diskutiert. Die Verwaltung hatte die Anwendung des "Bacillus thuringensies" (BT) zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinner bei maximal 25 Eichen vorgeschlagen.

BT sei ein natürlich vorkommendes Bodenbakterium, das ein für Fraßinsekten giftiges Kristallprotein bildet, so Heike Meinert, Leiterin des Grünflächenamtes.

Es werde als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel auch im ökologischen Landbau eingesetzt. Nach Mitteilung des Pflanzenschutzamtes Münster sei das Präparat für Menschen und Tiere ungefährlich.

Alle Politiker stimmten dafür: "Bacillus thuringiensis" wird 2009 bei 25 Bäumen im Stadtgebiet angewendet. Dies erfolgt durch ein von der Landwirtschaftskammer empfohlenes Fachunternehmen. Es soll sparsam dosiert werden: vom Hubwagen aus auf die Baumspitzen. Bei Trockenheit und bei Windstille und vor dem Schlüpfen des dritten Larvenstadiums.

Der Appell von Heike Meinert: "Zwischen Mai und Juli sollten Spaziergänger weiterhin vorsichtig sei, Hunde nicht in der Nähe von Eichen frei laufen lassen. Denn der Eichenprozessionsspinner kann noch in rund 800 Bäumen in Nettetal sein."

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