Handwerker tauschen sich mit dem Bürgermeister aus.

Auch die Nettetaler Fliesenleger können sich künftig bei der Stadt unbürokratisch um Aufträge bewerben.
Auch die Nettetaler Fliesenleger können sich künftig bei der Stadt unbürokratisch um Aufträge bewerben.

Auch die Nettetaler Fliesenleger können sich künftig bei der Stadt unbürokratisch um Aufträge bewerben.

Auch die Nettetaler Fliesenleger können sich künftig bei der Stadt unbürokratisch um Aufträge bewerben.

Nettetal. Weit mehr als eine Stunde diskutierten etwa 75 Handwerker im Ratssaal mit Bürgermeister Christian Wagner über das neue Vergabeverfahren der Stadt. Demnach werden im Rahmen des Konjunkturpakets II bis Ende 2010 die Vergabevorschriften außer Kraft gesetzt. Aufträge bis 100 000 Euro werden nicht mehr ausgeschrieben, sondern als "freihändige Vergabe" vergeben. Bisher war dies bis maximal 15 000 Euro möglich. Das Ziel ist die schnelle Vergabe von Aufträgen an Nettetaler Betriebe.

"Wir befürchten, dass mit uns im Rathaus wie auf einem orientalischen Basar gefeilscht wird."

"Grundsätzlich werden drei Nettetaler Handwerker um ein Angebot gebeten", so der Bürgermeister. Dann werde der Preis nachverhandelt, wie es bisher schon bei Krankenhaus und Stadtwerken üblich sei.

Auswärtige sollen nur zur Angebots-Abgabe aufgefordert werden, wenn aus Nettetal nicht genug Betriebe mitmachen. Oder die Preise zu hoch sind.

"Das Verfahren ist von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden", unterstrich Wagner. Einige Handwerker waren skeptisch. "Wir befürchten, dass künftig mit uns im Rathaus wie auf einem orientalischen Basar um Nachlässe gefeilscht wird", sagte Robert Hellmann, Obermeister der Tischler-Innung. Ein anderer Handwerker: "Bisher wurde bei Aufträgen der Stadt scharf kalkuliert - und der günstigste Bieter bekam den Zuschlag. Das war in Ordnung." Ein weiterer: "Müssen wir jetzt Rabatte vorher draufkalkulieren, um später Nachlässe geben zu können?"

Ein Lob gab es von Paul Neukirchen, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft: "Die Stadt Nettetal hat das sehr mutig angepackt, das wagten bisher noch nicht viele Städte."

Wagner: "Mehr als 20 Millionen Euro werden die Stadt Nettetal und ihre Töchter Stadtwerke, Krankenhaus sowie Baugesellschaft bis 2011 zur Unterstützung der Konjunktur investieren." Das Geld solle möglichst in Nettetal bleiben. Die Bundesregierung habe gefordert, dass das Konjunkturprogramm in der Region bleibt.

Damit auch kleinere Betriebe mitmachen können, werden viele, auch kleinere Gewerke ausgeschrieben. Die Anregung von Robert Hellmann, mehr als drei Handwerker zur Angebots-Abgabe aufzufordern, werde man aufgreifen. Wagner will für "maximale Transparenz sorgern", unter anderem duch die Veröffentlichung der Auftragnehmer.

Das Vergabeverfahren gelte zunächst bis Ende 2010. Wagner: "Dann ziehen wir Bilanz."

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