Parteien wollen keine aufwändige Sanierung von Florastraße und An der Floeth. Bauhof wieder unter Beschuss.

Wie soll die Straße An der Floeth in Oedt nach der Sanierung des Kanals aussehen? Darüber gehen die Meinungen von Anwohnern, Politikern und Bauamt auseinander.
Wie soll die Straße An der Floeth in Oedt nach der Sanierung des Kanals aussehen? Darüber gehen die Meinungen von Anwohnern, Politikern und Bauamt auseinander.

Wie soll die Straße An der Floeth in Oedt nach der Sanierung des Kanals aussehen? Darüber gehen die Meinungen von Anwohnern, Politikern und Bauamt auseinander.

Kurt Lübke

Wie soll die Straße An der Floeth in Oedt nach der Sanierung des Kanals aussehen? Darüber gehen die Meinungen von Anwohnern, Politikern und Bauamt auseinander.

Oedt. Geld her: Anlieger sollen etwa 4000 Euro pro Grundstück an der Florastraße und An der Floeth zahlen, wenn es nach den Plänen des Bauamtes geht. Das Amt will die Straßen nach der Kanalsanierung verkehrsberuhigt neu pflastern. Widerstand regt sich bei Bürgern und bei Mitgliedern des Bauausschusses, der am Montagabend im Rathaus Oedt tagte. Unter Beschuss geriet auch der Bauhof, der erkennbar kostengünstiger wirtschaften soll.

"Sie können nicht eine Straße in Schutt und Asche legen."

Michael Räppel, Bauamtsleiter

"Wir können nicht abwarten bis zum jüngsten Tag", mahnte Bauamts-Chef Michael Räppel. Nach den vorgesehenen notwendigen Kanalarbeiten an Florastraße und An der Floeth ließen sich die maroden Straßendecken und Bürgersteige kaum reparieren. Eine abschließende Bepflasterung sei praktischer als Asphalt.

Das überzeugte die Politiker nicht. "Straße auf, Kanal rein, Straße zu, mehr nicht!", forderte Hans-Joachim Monhof (SPD). Grefrath habe kein Geld - und dürfe nicht gegen den Willen der Bürger handeln. Einwand Räppels: "Sie können nicht eine Straße in Schutt und Asche legen!"

Bauhof: Arbeitskreis soll einen Leistungskatalog erarbeiten

Bedenken gab es in allen Parteien- deshalb müsse eine Bürgerversammlung her, so die Politiker. Im nächsten Haupt- und Finanzausschuss soll das Thema erneut beraten werden. Räppel mahnte, eine spätere Sanierung würde um etwa 20 Prozent teurer- auch für die Anlieger. Die waren zahlreich als Zuhörer erschienen - und erlebten eine lebhafte Debatte um den Bauhofbericht 2008.

Für Ruhe sorgen musste Ausschuss-Vorsitzender Claus Möncks (CDU) - draußen auf dem Flur wurden Staubsauger laut und drinnen Zweifel, "ob der Bauhof letztlich wirtschaftlich arbeitet", wie es von CDU-Seite hieß. Räppel fragte, was die Politik denn genau wolle?

Bürger beschweren sich, gerade im Winter werde so manche Mülltonne nicht richtig geleert, weil der Inhalt festgefroren sei.

Abhilfe soll eine Satzungsänderung schaffen, forderte Bauamtsleiter Michael Räppel am Montag im Bauausschuss: "Die Abfallbehälter sind so bereitzustellen, dass sich der Inhalt mit dreimaligem Anschlagen selbst löst." Kopfschütteln allenthalben, aus der CDU kam der Vorwurf, Räppel wolle nur "ein Deckmäntelchen für die Verwaltung", besser seien "Ratschläge für die Bürger, wie sie das machen sollen", dass der Müll nach dreimaligem Rütteln in den Müllwagen rutsche. Verwunderung wiederum bei Räppel: "Wir können keine Tonnenheizung machen!" Es sei Bürgerpflicht, den Müll richtig in der Tonne zu lagern: "Mit ein bisschen Logik könnte man selbst drauf kommen", dass "schwere Abfälle nach unten" gehören und dass man "mit dem Spaten mal alle vier Seiten runtergehen" solle.

Der Ausschuss billigte die Satzungsänderung. Hans-Joachim Monhof (SPD) scherzte, in Grefrath bedeute richtige Müllentsorgung fortan "Räppeln".

Und die will "wieder einen Arbeitskreis Bauhof, und zwar mit konkreter Zielvorgabe für einen Leistungskatalog", so Bernd Bedronka (SPD). Vor schmucke Vorgärten etwa, nannte Thomas Jacobs (Grüne) als Beispiel, müsse der Bauhof nicht noch Blumenkübel stellen. Dafür gab’s- ausnahmsweise - sogar Beifall von den Anliegern auf den Zuschauerstühlen.

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