Markus Ginders und David Bernhard machen bei einer Rallye auf Klimaschutz und CO2-Kompensation aufmerksam.

Markus Ginders (l.) und David Bernhard planen eine Rallye mit diesem Passat, einem Youngtimer mit der Aufschrift „Ich Co2mpensiere“.
Markus Ginders (l.) und David Bernhard planen eine Rallye mit diesem Passat, einem Youngtimer mit der Aufschrift „Ich Co2mpensiere“.

Markus Ginders (l.) und David Bernhard planen eine Rallye mit diesem Passat, einem Youngtimer mit der Aufschrift „Ich Co2mpensiere“.

Kurt Lübke

Markus Ginders (l.) und David Bernhard planen eine Rallye mit diesem Passat, einem Youngtimer mit der Aufschrift „Ich Co2mpensiere“.

Kempen. 7500 Kilometer, zehn Länder und 16 Tage Zeit, um diese Strecke ohne die Benutzung von GPS und Autobahnen zu schaffen. Dafür ein Passat 32B, Baujahr 1986, ein Kofferraum voller Ersatzteile, ein Buchsbaum auf dem Autodach, ein Roadbook mit ungewöhnlichen Aufgaben und eine App zur Kompensierung von CO2.

Das sind die Ausgangsvoraussetzungen, wenn Markus Ginders und David Bernhard am 18. Juni in Hamburg zur nördlichsten Rallye des Erdballs starten, der Baltic Sea Circle. Der beiden haben sich etwas Ungewöhnliches vorgenommen und das gleich in doppelter Ausführung, wie ihr Auto zeigt.

Auf dem Autodach Spaten, Blumentopf und Buchsbaum

Der Youngtimer mit seinen zusätzlich montierten Geländelampen ist nämlich nicht nur einfach ihr Ralleyauto, sondern zugleich auch ihr Promotionfahrzeug. Auf dem Autodach befindet sich ein Gepäckträger mit einer Platte, auf der Kunststoffrasen klebt. Darauf sind ein Spaten, eine Gießkanne und eine Holzkiste befestigt. Wobei in der Kiste, ebenfalls gut angeschraubt, ein Blumentopf mit einem kleinen Buchsbaum steht.

„Ich CO2mpensiere“ ist auf dem Wagen zu lesen. Der 30-jährige Ginders, der Umwelt- und Bioressourcen-Management an der Uni für Bodenkunde in Wien studiert, und sein Freund, der 31-jährige Programmierer Bernhard aus Fulda, haben eine App entwickelt, mit der CO2 kompensiert werden kann.

„Wir sind im vergangenen Jahr zusammen von Wien nach Istanbul mit dem Rad gefahren. 3211 Kilometer CO2 neutral. Dann sind wir auf die Rallye mit dem Charity-Charakter gestoßen und waren neben dem sozialen Gedanken von der zu fahrenden Tour begeistert“, berichtet Ginders.

Ökologische Verantwortung im Reisegepäck

Mit dem generellen ökologischen Gedanken der Freunde war die Rallye, bei der neben einem Startgeld von den Fahrern auch eine Spende für ein soziales Projekt mitgebracht werden muss, eigentlich nicht vereinbar. Doch dann kam die Idee der App auf.

„Die App rechnet den CO2-Ausstoß aus, den eine jeweils eingegebene Autofahrt verursacht. Und genau das kann kompensiert werden, indem man pro Kilometer einen selbst festgelegten Betrag für ein Klimaschutzprojekt spendet“, erläutert Bernhard das Prozedere. Die beiden wollen die Rallye-Teilnahme nun gleichzeitig nutzen, um den Launch der App zu promoten, denn sie soll mit Rallyebeginn am 18. Juni starten.

Sie selber investieren das über CO2mpensio erlangte Geld in ein CO2-Kompensationsprojekt des Zentrums für Globalen Wandel der Wiener Universität für Bodenkultur. Das dort laufende Klimaschutzprojekt kümmert sich um die Aufforstung einer Brachfläche in Äthiopien.

Das Fahrzeug wurde in Münster auf die große Tour vorbereitet

Das eigens für die Rallye gekaufte Fahrzeug – es existiert eine Auflage, dass teilnehmende Wagen mindestens 20 Jahre alt sein müssen – wurde in Münster beim Bruder von Ginders auf seine große Tour vorbereitet, wo unter anderem die Folien mit dem Logo geklebt wurden und der Aufbau erfolgte.

Beim Logo für ihr Projekt überlegten die beiden jungen Männer lange. Letztendlich entstand ein großes C mit Baumscheiben und einem Reifen als äußerste Umrandung. Das passende Kennzeichen gab es ebenfalls.

Unter „KK CO 222“ starten Ginders und Bernhard am 18. Juni in Hamburg. Von dort geht es nach Stockholm. Es folgen die Lofoten, Nordkap und Murmansk, bevor es über die baltischen Staaten zurück nach Hamburg geht, wo alle Teilnehmer am 3. Juli wieder ankommen sollen. Ginders und Bernhard wünschen sich, dass sich viele Rallye-Teilnehmer an der CO2-Kompensation beteiligen, auch später Autofahrer ihre App zugunsten von Klimaschutzprojekten nutzen, wobei sie neben dem aktuellen Aufforstungsprojekt weitere Klimaschutzprojekte über ihre App anbieten wollen.

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