Die „Redaktion vor Ort“ bestand am Freitag aus zwei Journalisten und einem Polizisten, denn in Sachen Einbruchschutz wurde auch beraten.

Die „Redaktion vor Ort“ bestand gestern aus zwei Journalisten und einem Polizisten, denn in Sachen Einbruchschutz wurde auch beraten.
Die Kempener nutzen gestern Vormittag auf dem Buttermarkt die Gelegenheit, ihre Meinung zum Thema Einbruchschutz abzugeben. Zugleich konnten sie sich von Fachmann Hans-Willi Kawaters (r.) beraten lassen.

Die Kempener nutzen gestern Vormittag auf dem Buttermarkt die Gelegenheit, ihre Meinung zum Thema Einbruchschutz abzugeben. Zugleich konnten sie sich von Fachmann Hans-Willi Kawaters (r.) beraten lassen.

Kurt Lübke

Die Kempener nutzen gestern Vormittag auf dem Buttermarkt die Gelegenheit, ihre Meinung zum Thema Einbruchschutz abzugeben. Zugleich konnten sie sich von Fachmann Hans-Willi Kawaters (r.) beraten lassen.

Kempen. Wie sicher fühlen sich die Kempener in ihren eigenen vier Wänden? Mit dieser Frage hat die WZ am Freitag ihre Redaktion auf dem Buttermarkt aufgebaut. Verbunden war die Umfrage mit einer Beratungs-Aktion der Kreispolizei. Der Kriminalbeamte Hans-Willi Kawaters mit Dienstsitz in Dülken stand als Experte in Sachen Einbruchschutz zur Verfügung.

„Angst habe ich eigentlich nicht“, sagt Sandra Leuschner, die mit ihrer Familie an der Wielandstraße wohnt. Allerdings sei in der Nachbarschaft bereits eingebrochen worden. „Und zuletzt wurde auch ein Navi aus einem Wagen geklaut.“ Seitdem habe sie ihre Straße, zumindest nach Einbruch der Dunkelheit, etwas mehr im Blick.

Auch Bettina van Berck berichtet von einem Navi-Klau. Opfer war sie selbst. Zur Sicherung ihres Hauses vertraut sie auf ihren Golden Retriever. „Er ist zwar extrem lieb, aber auch diese Hunde erkennen Sie bei Bedrohung nicht wieder.“ Polizist Kawaters spricht mit Blick auf die Vierbeiner von „mobilen Alarmanlagen“.

„Wir haben einen mittelgroßen Hund, der durchaus Radau machen kann“, berichtet Katja Klein. Außerdem ist ihr Mann bei der Polizei. „Ich gehe davon aus, dass wir bestens gerüstet sind.“ Das trifft sicher auch auf das Haus von Horst Redlich zu, „Grefrather Dorfsheriff a.D.“, wie er sich selbst vorstellt. „Wir haben unter anderem einen Schutz, dass man die Rollläden nicht so leicht hochschieben kann“, so Redlich. Die Haustür sei vierfach gesichert.

Sie mache sich laufend Gedanken über ihre Sicherheit, erzählt Christine Kahabka. Eine Nachbarin habe ihr erzählt, dass zuletzt ein Unbekannter über den Zaun gestiegen sei und an den Rollläden hantiert habe.

Heinz Friedenberg ist durchaus bereit, sein Haus noch einbruchsicherer zu machen. „Aber wenn ich ein Unternehmen dafür kommen lasse, zahle ich mich doch dumm und dämlich“, fürchtet er. Hans-Willi Kawaters empfiehlt ihm, zunächst die unabhängige Beratung durch die Polizei. Die Umsetzung bestimmter Maßnahmen, etwa das Nachrüsten von Fenstern mit Pilzkopfverriegelungen, koste dann aber natürlich Geld. „Und was ist, wenn einfach jemand die Scheibe einschlägt?“, möchte Heinz Friedenberg wissen. Hier ist laut Polizei „Verbund-Sicherheitsglas“, wie man es auf dem Auto kennt, das Mittel der Wahl. Heinz Friedenberg denkt nun zunächst über einen Querriegel für die Haustür nach. Eine gute Idee, findet Kawaters: „Im vergangenen Jahr kamen fast 20 Prozent der Einbrecher über die Haustür.“

Ein Ehepaar aus Duisburg ist zu Gast in Kempen und nutzt die Gelegenheit, sich vom Experten der Polizei beraten zu lassen. Ihre Kellertür haben sie gut gesichert – mit einem 30 Millimeter dicken Stahlrohr. „Kostengünstig und effektiv“, lobt Kawaters, der aber auch daran erinnert, dass man Kellerroste ebenfalls absichern sollte.

Doch die 40 Jahre alte Balkontür ist ein Manko, das weiß das Paar. Der Tipp vom Fachmann: Aufsetzschlösser, zwei auf jede Seite der Tür und eines pro Fensterseite. Für die Tür wird ein Stangenschloss über die gesamte Länge empfohlen. Wichtig ist, so Kawaters, dass die Technik zertifiziert ist und vom Fachmann eingebaut wird. Auch weist der Polizist auf die Förderung KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) hin, die einen Zuschuss zahlt, wenn man eine gewisse Summe in die Sicherheit seines Hauses investiert.

Die Einbruchszahlen für den Kreis Viersen sind im Landesschnitt nicht die Besten. Zurzeit seien die gemeldeten Fälle im Gegensatz zur dunklen Winterzeit zwar etwas rückläufig, aber das Interesse der Bürger an Informationen zur Sicherheit ihrer Häuser ist nach wie vor groß, weiß Willi Kawaters. Die Statistik zeigt, dass es Einbrecher besonders auf Fenster und Türen im Erdgeschoss an der Rückseite der Häuser abgesehen haben. In fast 30 Prozent der Fälle kommen die Einbrecher über die Terrassentür, in 16 Prozent über ein Fenster im Erdgeschoss.

Weil Schließmechanismen an Fenstern und Türen immer besser werden, kommt es aber auch immer häufiger dazu, dass die Täter Scheiben einschlagen. „Die Fälle von Glasbruch lagen vor ein paar Jahren noch bei drei Prozent, heute sind es fast zehn Prozent.“

Es gibt aber auch Kempener, die sich um die Sicherheit ihrer Wohnung nicht viele Sorgen machen. In seiner Nachbarschaft im Hagelkreuz sei bisher noch nichts passiert, erklärt ein Kempener. Daher macht er sich keine Sorgen.

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