Die Löschzüge der Feuerwehren nutzen das soziale Netzwerk. Verbreitung von Einsätzen birgt aber auch Risiken.

Immer mehr Feuerwehren nutzen das Portal Facebook, um über Einsätze zu informieren.
Immer mehr Feuerwehren nutzen das Portal Facebook, um über Einsätze zu informieren.

Immer mehr Feuerwehren nutzen das Portal Facebook, um über Einsätze zu informieren.

WZ-Archiv

Immer mehr Feuerwehren nutzen das Portal Facebook, um über Einsätze zu informieren.

Kempen/Grefrath/Willich. „Wohnungsbrand in Willich“, „Person in Notlage in Anrath“ oder „auslaufender Kraftstoff, PKW in Clörath“ – fast täglich sind solche Meldungen auf der Facebook-Seite des Löschzugs Willich zu lesen. Seit rund einem Jahr nutzen die Feuerwehrleute das soziale Netzwerk zur Berichterstattung über ihre Arbeit.

Mit der Einführung des Informationssystems hat der Löschzug auf aktuelle Entwicklungen im Netz reagiert. Auf Facebook erhalten Gruppen wie „Willich erleben“ oder „Was läuft falsch in der Stadt Willich?“ und zum Beispiel auch das Portal der WZ-Niederrhein-Redaktion immer mehr Zuspruch. Auf diesen Plattformen diskutieren die Facebook-Nutzer über das Stadtgeschehen.

Auch die Arbeit der Feuerwehr ist Thema. „So haben wir erlebt, dass in den Gruppen über den Grund und den Einsatzort spekuliert wird, sobald jemand etwas von einem Feuerwehreinsatz mitbekommt“, sagt Sascha Döhmen, Sachbearbeiter für Feuer- und Zivilschutz bei der Stadt Willich: „Mit unseren Meldungen auf Facebook, die wir binnen 30 Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Einsatz veröffentlichen, wollen wir Hörensagen im Internet unterbinden. Und tatsächlich gehen die Spekulationen zurück.“

Um zu erkennen, dass sich Mutmaßungen auf Facebook rasch ausbreiten können, genügt ein Blick auf die Zahlen. Einen Beitrag auf „Willich erleben“ lesen mehrere tausend Menschen. Auch private Nutzer können mit ihren Einträgen ohne Probleme hunderte Andere erreichen.

„Unsere Facebook-Seite gibt es nicht nur, um Spekulationen einzudämmen. Es soll auch ein wenig Eigenwerbung betrieben werden“, so Döhmen. „Mit den Meldungen über Einsätze können wir zeigen, wie viel die freiwillige Feuerwehr leistet.“ Zum Schreiben und Veröffentlichen der Meldungen greifen die Feuerwehrleute auf die Hilfe eines Computersystems zurück. „Unser Feuerwehrmann Tobias Poppe hat ein Programm erarbeitet, dass die Meldung automatisch schreibt.“

Als Grundlage dient das Alarmfax, dass die Feuerwehr vor jedem Einsatz erhält. Das Computerprogramm filtert grobe Informationen heraus und verarbeitet sie zur Meldung. Letztlich ist auf Facebook lediglich der Einsatzgrund und der Stadtteil, in dem der Löschzug aktiv ist, zu finden. „Der Willicher Löschzug ist der Einzige, den ich kenne, der ein solches Informationssystem hat. Andere hätten das auch gerne. Aber die Programmierung ist aufwändig“, sagt Döhmen.

Grefrather Wehrleute dürfen keine Einsätze posten

Die Löschzüge in Grefrath haben keine Facebook-Seiten. „Um eine Seite einzurichten, bräuchten wir einen Mann, der Ahnung davon hat und die Seite pflegt“, sagt Wehrführer Hans-Konrad Funken. Dennoch sind soziale Medien für ihn ein Thema: „Ich habe die Order ausgegeben, dass die Männer keine Fotos von Einsatzorten auf Facebook oder Whatsapp verschicken dürfen.“

Die Verbreitung von Beiträgen in den sozialen Netzwerken sei unkontrollierbar. So könnten Gerüchte entstehen oder falsche Informationen kursieren: „Vor der Anordnung hat das Verschicken von Einsatzbildern Überhand genommen. Das war nicht mehr vertretbar.“

Der Löschzug Kempen ist seit einem Jahr auf Facebook aktiv. „Die sozialen Medien sind nicht aufzuhalten. Daher war klar, dass wir auf Facebook sein müssen“, sagt Franz-Heiner Jansen, Leiter der Feuerwehr. Über die Facebook-Seite sei es möglich schnell viele Menschen zu erreichen. Der Kempener Löschzug verfolgt vor allem das Ziel, Interesse an der Feuerwehr zu wecken.

„Leuten, die Fragen haben oder die bei uns mitmachen wollen, soll der Weg zu uns vereinfacht werden“, so Jansen. Bei den Beiträgen auf der Facebook-Seite stehen Aktionen der Feuerwehr wie der Tag der offenen Tür im Mittelpunkt. Eigene Meldungen zu Einsätzen sind laut Franz-Heiner Jansen nicht nötig. Die Berichterstattung der lokalen Presse reiche aus.

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer