Meister Adebar mag anscheinend keine Drahtkörbe. Deshalb wurden jetzt zwei Weidekörbe zum Brüten aufgestellt.

Mit Heu, Gras und künstlichem Kot füllen (v.l.) Heinz Tüffers, Kurt Lemke und Heino Thier die neuen Storchennester aus.
Mit Heu, Gras und künstlichem Kot füllen (v.l.) Heinz Tüffers, Kurt Lemke und Heino Thier die neuen Storchennester aus.

Mit Heu, Gras und künstlichem Kot füllen (v.l.) Heinz Tüffers, Kurt Lemke und Heino Thier die neuen Storchennester aus.

Kurt Lübke

Mit Heu, Gras und künstlichem Kot füllen (v.l.) Heinz Tüffers, Kurt Lemke und Heino Thier die neuen Storchennester aus.

Oedt/Mülhausen. Lange ist es her, dass zum letzten Mal Störche am Niederrhein gebrütet haben. Doch das soll sich ändern. Deshalb trafen sich Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu) und der Biologischen Station Krickenbeck, um in Oedt und Mülhausen stehende Storchennester nachzubessern.

"Die Störche sollen sich ja wohl fühlen."

Heinz Tüffers, Naturschützer

Bereits seit dem Jahr 2003 verfolgen Heinz Tüffers und seine Nabu-Mitstreiter diese Idee. Damals errichteten sie zwei neun Meter hohe Telegraphenmasten, auf deren Spitze Drahtkörbe mit einem Durchmesser von 1,30 Meter befestigt waren. Doch der Erfolg blieb aus. Tüffers: "Die Störche haben die Drahtkörbe leider nicht angenommen."

Also kamen die Männer erneut im Vogelschutzgebiet nahe der Burg Uda sowie in der Mülhausener Grasheide zusammen, wo die Masten stehen. Mit schwerem Gerät und viel Muskelkraft errichteten die Helfer zwei neue, aus Weidenruten gefertigte Körbe. Schilf und Stroh simulieren ein natürliches Nest, Kalkspritzer als künstlicher Kot am Rande lassen es benutzt aussehen.

"Die Störche sollen sich ja wohl fühlen", schmunzelt Tüffers und legt letzte Hand an. "Gerade Jungstörche nehmen gerne alte, verwaiste Horste an", ergänzt Ansgar Reichmann, Leiter der Biologischen Station Krickenbeck.

Geflochten wurden die Körbe mit kuscheliger Heu- und Graseinlage vom Nettetaler Imker Kurt Lemke. Die Masten mussten gekippt, der Weidenkorb montiert und die Gesamtkonstruktion wieder aufgestellt werden. "Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Heinz Tüffers abschließend.

Im Kreis Viersen gibt es drei neue Storchennester: in Oedt, Mülhausen und Clörath in der Nähe von Anrath. Der Nabu plant den Bau eines weiteren Nestes in Anrath.

Vor 60 Jahren brüteten noch 50 Weißstorch-Paare am Niederrhein. Die Entwässerung der Feuchtgebiete führten zum Abwandern der Vögel in andere Gebiete.

Im Rahmen der Euroga 2002 wurde der alte Niersverlauf an der Clörather Mühle zwischen Anrath und Viersen zu mehreren Seenflächen renaturiert. Auch das Oedter Vogelschutzgebiet verfügt über entsprechende Feuchtgebiete und genügend Rückzugsmöglichkeiten. Die Flächen sind Eigentum des Kreises Viersen.

Nun hoffen die Naturfreunde, dass Meister Adebar, wie der Storch in der Fabel genannt wird, sein neues Domizil annehmen wird und dort auch für Nachwuchs sorgt. Schon in wenigen Wochen werden die Weißstörche am Niederrhein erwartet.

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