Politik: Der Landratskandidat der SPD ist vorzeitig aus seinem Ägypten-Urlaub zurückgekehrt. Die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt gegen den Rechtsanwalt wegen Untreue.

wza_1007x1500_460289.jpeg
Auf den Homepages der SPD Tönisvorst und des Kreises ist die Werbung für den Landratskandidaten Lothar Vauth schon zurückgefahren worden. In der St. Töniser Geschäftsstelle hängt das Plakat noch im Fenster.

Auf den Homepages der SPD Tönisvorst und des Kreises ist die Werbung für den Landratskandidaten Lothar Vauth schon zurückgefahren worden. In der St. Töniser Geschäftsstelle hängt das Plakat noch im Fenster.

Auf den Homepages der SPD Tönisvorst und des Kreises ist die Werbung für den Landratskandidaten Lothar Vauth schon zurückgefahren worden. In der St. Töniser Geschäftsstelle hängt das Plakat noch im Fenster.

Kreis Viersen. Silberne Klebestreifen kaschieren seinen Namen: Auf allen Schildern und Tafeln am Bürogebäude der Krefelder Kanzlei, für die er fast 15 Jahre tätig war, ist der Name Lothar Vauth am Wochenende überklebt worden. Gegen den Rechtsanwalt hat die Krefelder Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Untreue eingeleitet; die Kanzlei trennte sich wegen dieser Vorwürfe von Vauth.

Auch seine Partei hat reagiert. Nachdem am Freitag bekannt geworden war, dass die Staatsanwaltschaft Krefeld wegen des Verdachts der Untreue gegen Lothar Vauth ermittelt, hat die SPD das Online-Werben für ihren Landratskandidaten gestoppt. Wer seit Samstag versucht, die Seite www.landrat2009.lothar-vauth.de anzuklicken, bekommt nur noch den Hinweis: "Vorübergehend nicht erreichbar".

Auf den Seiten der SPD im Kreis Viersen werben Chef Udo Schiefner und die Landtagsabgeordneten Uwe Leuchtenberg und Monika Ruff-Händelkes nun alleine. Das Vauth-Banner ist durch den Hinweis auf die "Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung" ausgetauscht worden.

"Lothar Vauth macht einen Eindruck, der erwarten lässt, dass er mit der Situation fertig wird."

Uwe Leuchtenberg, SPD-Landtagsabgeordneter

Vauth, Rechtsanwalt, Chef der Tönisvorster SPD, stellvertretender Kreisvorsitzender, Landratskandidat für seine Partei, außerdem Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes in Tönisvorst - er war das Gesprächsthema des Wochenendes.

Vor gut einer Woche waren Vauth und seine Frau Jessica nach Ägypten gereist, um sich von den Anstrengungen der Sessionswochen zu erholen, in denen beide als Tönisvorster Prinzenpaar allgegenwärtig waren. Das Ehepaar hat den Urlaub vorzeitig abgebrochen. Auf die Bitte der WZ um Rückruf reagierten die Vauths aber nicht.

"Wir haben Kontakt", sagt Udo Schiefner, Kreisvorsitzender der SPD. Man werde jetzt die entsprechenden Gespräche führen; für heute wird eine Erklärung von Lothar Vauth zu den Vorwürfen erwartet. Wahrscheinlich wird Vauth von seiner Kandidatur für das Landratsamt zurücktreten. "Vauth war jahrzehntelang führend in der SPD. Er wird politischen Schaden von der Partei abwenden", so Schiefner.

"Meine persönliche Betroffenheit ist noch da", sagt Landtagsabgeordneter Uwe Leuchtenberg. In der jetzigen Situation gelte es, die Person Lothar Vauth und die SPD zu schützen. Auf die Frage, welchen Eindruck Lothar Vauth zurzeit auf ihn mache, sagte Leuchtenberg: "Einen Eindruck, der erwarten lässt, dass er mit der Situation fertig wird."

Auch für Lukas Siebenkotten, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag und langjähriger Kollege Vauths in der Krefelder Rechtsanwaltskanzlei, gilt die Unschuldsvermutung. "Eine schnelle Aufklärung ist jetzt wichtig, für ihn und für die Partei."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer