Uwe Schummer (CDU) baut seine Spitzenposition aus, Udo Schiefner (SPD) verliert dramatisch.

Uwe Schummer war der klare Sieger. Aber auch die FDP legte stark zu.
Uwe Schummer war der klare Sieger. Aber auch die FDP legte stark zu.

Uwe Schummer war der klare Sieger. Aber auch die FDP legte stark zu.

Friedhelm Reimann

Uwe Schummer war der klare Sieger. Aber auch die FDP legte stark zu.

Kreis Viersen. Ein Sieg mit kleineren Schwächen: Uwe Schummer verfehlte sein selbstgestecktes Ziel, die 50-Prozent-Marke, knapp, ziemlich knapp. Das Votum der Wähler war dennoch eindeutig, gegenüber dem letzten Mal legte der Christdemokrat noch einmal zu, landete deutlich bei fast 49 Prozent.

"Ein klarer Sieg", stellte der Neersener knackig fest. Er traf erst gegen 20 Uhr im Kreishaus ein. Die letzten Wochen waren offenkundig hart gewesen, Beobachter betonten, das sehe man dem 51-Jährigen auch an. In der Regierung mit der FDP komme es nun darauf an, die soziale Frage zu betonen.

"Wir vergessen die Menschen in der Regierung nicht", versprach Schummer. Die SPD dagegen werde sich in der Opposition neu erfinden müssen. "Schrecklich ist das Ergebnis der Linken", kommentierte er die über sechsprozentige Wahl der PDS-Erbin. "Viele haben offenbar vergessen, dass das die SED-Nachfolgepartei ist."

Sozialdemokraten "schmierten" regelrecht ab

Ganz anders stellte sich die Stimmung bei den Sozialdemokraten dar. Was für ein Absturz! Von gut 33 Prozent auf rund 21. Spitzenkandidat Udo Schiefner "schmierte" von über 37 Prozent auf gute 23 ab. "Das ist erschütternd", kommentierte der Kempener das Ergebnis. Dennoch habe er das Gefühl, alles getan zu haben. Eines stand für Schiefner sehr zeitig fest: "Ich werde weiter machen."

Das betreffe sowohl seine Arbeit als Kreisvorsitzender als auch die als Kandidat. "Ich will auch in vier Jahren nochmal antreten. Ich bin bereit." Die SPD habe erheblichen Diskussionsbedarf. Schiefner forderte, dass sich der NRW-Block sich stärker in der Bundespartei einbringen solle.

FDP: Geholfen, Schwarz-Gelb im Bund zu ermöglichen

"Ein Super-Ergebnis", jubelte Martin Knauber, Spitzenkandidat der FDP. Seine Partei rückte beim Zweitstimmen-Ergebnis bis auf vier Prozent an die Sozialdemokratie heran. "Bei den Erststimmen habe ich besser abgeschnitten als mein Vorgänger, bei den Zweitstimmen haben wir geholfen, Schwarz-Gelb zu ermöglichen", freute sich der Dülkener.

Was die eher schwache Wahlbeteiligung angeht: "Die Menschen haben wohl die Hoffnung verloren, dass sie etwas ändern können. Aber dieses Ergebnis ist eine Basis-Veränderung." Begeistert zeigte sich auch Wolfgang Lochner aus Kempen, seit 2000 Kreisvorsitzender der Liberalen.

"Ich bin mit meinem persönlichen Ergebnis zufrieden", bilanzierte die Grünen-Spitzenkandidatin Gaby Bailey. "Der Wahlkampf war ein Abenteuer für mich. Es ist gut ausgegangen." Allerdings hätte sie sich das Bundesergebnis ihrer Partei besser vorgestellt. Mittlerweile seien alle Parteien grün. Und, mit einer guten Portion Mutterwitz: "Es haben mich mehr gewählt, als ich hier Verwandte habe."

Als Teil der neuen Polit-Landschaft akzeptiert

"Sehr zufrieden", zeigte sich Christian Stadter von den Linken. Spitzenkandidatin Britta Pietsch habe mit den Themen Gesundheit und Soziales punkten können. "Im Kreis wird die Linke als Teil der Fünf-Parteien-Landschaft anerkannt." Britta Pietsch war gestern Abend im Kreishaus nicht anwesend. Sie war schon nach Berlin gereist, wo sie heute an der Sitzung des Bundesvorstands teilnehmen wird.

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