Unwetter haben am Samstag die Feuerwehr in Atem gehalten. In Nettetal waren 80 Feuerwehrleute im Einsatz. In Breyell an der Dohrstraße war es am schlimmsten.

Wie hier in Leuth-Busch hieß es am Samstagnachmittag an vielen Stellen „Land unter“. Nettetal war besonders stark betroffen.
Wie hier in Leuth-Busch hieß es am Samstagnachmittag an vielen Stellen „Land unter“. Nettetal war besonders stark betroffen.

Wie hier in Leuth-Busch hieß es am Samstagnachmittag an vielen Stellen „Land unter“. Nettetal war besonders stark betroffen.

Kurt Lübke

Wie hier in Leuth-Busch hieß es am Samstagnachmittag an vielen Stellen „Land unter“. Nettetal war besonders stark betroffen.

Kreis Viersen. Mit Donnergrollen und Blitzen hatte der Himmel seine Vorboten des Unwetters vorausgeschickt.

Als der Starkregen am Samstag dann gegen 16 Uhr vor allem in Nettetal und Viersen einsetzte und eineinhalb Stunden nicht mehr aufhörte, gingen die Notrufe von Anwohnern bei den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei im Sekundentakt ein. 170 Telefonate in 90 Minuten waren nur der Anfang von "Land unter".

"Wir mussten die Busch-straße zeitweise sperren."

Dirk Heussen, Feuerwehr Nettetal

In Nettetal fielen 45 Liter pro Quadratmeter Regen, 49 Wasser-Einsätze wurden gefahren, davon allein 20 in Breyell. "Am schlimmsten war es an der Dohrstraße. Zudem hatten wir in Lobberich 13 Einsätze. Und in Kaldenkirchen musste die Buschstraße wegen stark erhöhtem Wasseraufkommen zeitweise gesperrt werden", sagte Feuerwehr-Pressesprecher Dirk Heussen.

Die Wehr pumpte Keller aus, reinigte Straßen und setzte aufgespülte Gullydeckel wieder ein. Rund 80 Einsatzkräfte waren bis 19.45 Uhr in ganz Nettetal beschäftigt.

Im Gerätehaus Lobberich gingen ab 16.15 Uhr alle von der Kreisleitstelle gemeldeten Einsätze für Nettetal ein. Von hier aus erfolgte die Koordination der sechs Löschzüge. Und immer kamen neue Meldungen herein: In Lobberich-Dyck mussten große Äste von der Fahrbahn beseitigt werden, die aus einem Baum abgebrochen waren. In der Hinsbecker Jugendherberge ging die Brandmelde-Anlage los.

Zum Pumpwerk des Nette-Verbands wurde die Feuerwehr wegen starker Rauchentwicklung gerufen. Dies stellte sich aber als harmlos heraus: Durch ein Diesel-Aggregat, das angesprungen war, rauchte es. Weniger harmlos war der Kreislaufzusammenbruch eines Autofahrers auf dem Doerkesplatz. Nach Erster Hilfe kam der Mann per Rettungswagen ins Krankenhaus.

In Dülken drückte Wasser das Fenster einer Bank ein

In Viersen waren die Innenstadt rund um die Fußgängerzone und in Dülken die Altstadt besonders betroffen. Im Bereich von Bodelschwingh- und Hospitalstraße war die geflutete Kanalbaustelle ein Gefahrenschwerpunkt. Die Feuerwehr musste mit Pumpen die noch nicht geschlossene Lücke zwischen altem und neuem Kanal überbrücken.

Unzählige Keller von Privathaushalten und Firmen liefen in anderthalb Stunden voll. Wasser drückte Fenster einer Bank in Dülken ein, so dass deren Keller geflutet wurde. Auch in die Viersener Festhalle drang Wasser ein, hier stand es im Bereich der Technik 50 Zentimeter hoch.

Einzelne Straßen mussten wegen der Wassermassen gesperrt werden. Außerdem waren zwei Bäume auf Fahrbahnen gestürzt. An vielen Stellen wurden Gullydeckel durch das Wasser hochgedrückt und verschoben. Ein Viersener Feuerwehrmann fiel in einen dieser offen Kanäle und zog sich Schürfwunden zu.

Frank Kersbaum, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Viersen, hatte insgesamt 206 Kräfte im Einsatz. Kersbaum: "Kollegen aus Willich, Tönisvorst und Waldniel haben uns geholfen. Und wir haben, was äußerst selten vorkommt, auch 30 Kräfte des Technischen Hilfswerks angefordert."

Am Sonntag konnte Kersbaum einen Teil seiner Mannschaft auswechseln. Angesichts der Unwetter-Warnungen für den Niederrhein hielt er Kollegen in Bereitschaft. "Wir bekommen Mitteilungen vom Deutschen Wetterdienst als SMS direkt auf unser Handy", so Kersbaum. Am Samstag indes leuchtete dieser Hinweis im Display des Viersener Feuerwehr-Chefs zu spät auf: 30 Minuten vorher hatte er da seine Leute schon im Einsatz.

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