Kabarett: Konrad Beikircher präsentierte in der ausverkauften Werner-Jaeger-Halle sein neues Programm „Am schönsten isset, wenn et schön is“.

Konrad Beikircher begeisterte in Lobberich mit dem nunmehr zehnten Teil seiner „Rheinischen Trilogie“.
Konrad Beikircher begeisterte in Lobberich mit dem nunmehr zehnten Teil seiner „Rheinischen Trilogie“.

Konrad Beikircher begeisterte in Lobberich mit dem nunmehr zehnten Teil seiner „Rheinischen Trilogie“.

Reimann

Konrad Beikircher begeisterte in Lobberich mit dem nunmehr zehnten Teil seiner „Rheinischen Trilogie“.

Lobberich. Ein schwungvoller "Einmarsch", eine tiefe Verbeugung, ein flotter Spruch: Konrad Beikircher (65) machte in der ausverkauften Werner-Jaeger-Halle sehr schnell deutlich, dass er noch in jeder Beziehung fit ist. "Am schönsten isset, wenn et schön is", heißt der nunmehr zehnte Teil seiner "Rheinischen Trilogie".

Er kennt den rheinischen Kniff, wie aus schlechtem guter Kaffee wird

Das Rheinland und vor allem die dort lebenden Menschen sind für ihn ein schier unerschöpfliches Reservoir für seine Programme. Konrad Beikircher weiß, wie der Rheinländer tickt. Er betrachtet mal das Ganze, zoomt aber auch bestimmte Charaktere heran wie den Werkstattmeister Schäfer. Heraus kommt ein überraschend wortkarges Telefonat.

Damit weist er das Vorurteil, der Rheinländer benötige für sein Mundwerk einen Extra-Sarg, ins Reich der Mythen. Dass es sich vielmehr um einen sehr facettenreichen Menschenschlag handelt, davon kündet das Programm- und die neun davor ebenfalls.

Wie wird die rheinische Sprache einige hundert Kilometer entfernt beurteilt? Beispielsweise in Bayreuth, wo sich in einer Buchhandlung jemand für das Beikircher-Buch "Et kütt wie et kütt" interessierte? "Türkische Bücher haben wir hier nicht", lautete der Kommentar.

Die fast zweieinhalb Stunden langen Programme von Beikircher sind scheinbar zusammenhanglos. Als- bisweilen sehr dünner - roter Faden dient das Rheinland, gewürzt wird es mit einem Hauch von Lokalkolorit. So schilderte der Wahl-Bad Godesberger wort- und gestenreich, wie einst ein gewisser Trienekens vom französischen Staat das Wort "Bredouille" abgekauft hat.

Warum bestellt der Rheinländer gern ein "lecker Tässchen Kaffee"? Beikircher entführte das Publikum in die Zeit, als die Kaffeebohne noch Luxus war und erklärte, dass bei Bestellung einer Tasse Kaffee ohne "lecker" Muckefuck serviert wurde. Nein, Beikircher servierte keinen kabarettistischen Muckefuck, sondern erlesenen Bohnencafé mit hohem Unterhaltungswert.

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