Das Angebot der Sommerkirmes in Kempen ist vielfältig. Wer möchte, kann fliegen, angeln oder den „Lutz“ boxen.

Für Schwindelfreie: Ein „Flug“ über den Parkplatz an der Kempener Burg – das macht das Fahrgeschäft „Booster“ an der Burgstraße möglich. Ob man dabei auch die Aussicht genießen kann?
Für Schwindelfreie: Ein „Flug“ über den Parkplatz an der Kempener Burg – das macht das Fahrgeschäft „Booster“ an der Burgstraße möglich. Ob man dabei auch die Aussicht genießen kann?

Für Schwindelfreie: Ein „Flug“ über den Parkplatz an der Kempener Burg – das macht das Fahrgeschäft „Booster“ an der Burgstraße möglich. Ob man dabei auch die Aussicht genießen kann?

Dieser Mann ließ für 50 Cent bei „Box den Lutz“ auf dem Buttermarkt seine Muskelkraft messen. Alle Fotos. Kurt Lübke

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Für Schwindelfreie: Ein „Flug“ über den Parkplatz an der Kempener Burg – das macht das Fahrgeschäft „Booster“ an der Burgstraße möglich. Ob man dabei auch die Aussicht genießen kann?

Kempen. Am ersten Tag der Kempener Kirmes ist der Himmel wolkenbehangen. Es gibt noch nicht den Ansturm, den sich die Schausteller vorgestellt hatten. „Es ist noch bescheiden, der Standort könnte besser sein“, sagt eine Verkäuferin, die Currywurst oder Backfisch auf dem Parkplatz vor der Burg anbietet.

Am Sonntag ist deutlich mehr Betrieb. Sogar Besucher aus den Niederlanden schauen vorbei. „Marktmeister“ Herbert Mohn vom Kempener Ordnungsamt musste wegen der Viehmarkt-Baustelle etwas improvisieren. Er ließ einige Stände auf dem Burg-Parkplatz aufbauen. Hingucker dort war der „Formula 1 Booster“, ein Fahrgeschäft der niederländischen Familie Regter. Laura, Nina, Gina und Sofie, 15 und 16 Jahre alt, nehmen Platz und schnallen sich an. Ihre Gondel, die an einem Längsstab rotiert, erreicht eine Flughöhe von 44 Metern. Laura ist begeistert: „Cool! Noch mal!“

Dann aber spaziert sie doch weiter. Vielleicht war den Freundinnen unwohl oder der Spaß etwas zu teuer: Das Vier-Minuten-Vergnügen kostet fünf Euro.

„Ich war früher schon ein begeisterter Kirmesgänger“, sagt Anton Geyer, der auf der Ellenstraße den Laden „Kunst & Trödel“ führt. Er erinnert sich an das knappe Kirmesgeld, das der heute 74-Jährige damals erhielt: „Mehr als zwei Mark waren es so kurz nach dem Krieg nicht.“

Bester Backfisch in St. Hubert, schönere Mädchen in Kempen

„Früher gab es bei der St. Huberter Kirmes den besten Backfisch. Aber wir sind oft nach Kempen zur Kirmes gefahren, weil es dort eine Raupe und mehr schöne Mädchen gab.“Am Kuhtor soll damals sogar eine Box-Bude gestanden haben.

Die Sommerkirmes in Kempen hat noch bis Dienstag geöffnet. Erst Dienstagabend ist „letzte Fahrt“.

Diesmal ist er mit seiner Frau und mit der in Stuttgart wohnenden Familie seines Sohnes da. Enkelin Miho-Louise (5) probiert Springen auf dem kleinen Trampolin aus. „Opa, gibst du mir noch etwas Geld“, fragt sie nach ersten Sprüngen. Anton Geyer zückt die Börse. Fünf Euro für weitere fünf Minuten.

Auf dem Parkplatz an der Burg sind acht Schausteller platziert, Glücks- und Spielstände mit Entenangeln. Teddys können durch eine Öffnung mit Greifen gepackt werden, auch billige Uhren oder „Anti Stress Spinner“ gibt es.

Mehr in Bewegung sind die Kleinsten auf einem fantasievollen „Märchen-Express“. Das Karussell hat Karl Budek vor dem Kramer-Museum aufgebaut. Er ist zum ersten Mal in Kempen. „Es läuft so einigermaßen“, sagt er zum Start.

Viele Gäste sitzen draußen in den Restaurants und Cafés. Auf dem Buttermarkt ist einiges los. Einen Auto-Scooter sieht man nicht. Dafür die Raupe, das „Big Monster“, einen Popcorn-Stand und eine Schießbude. Einer der treuesten Schausteller bei der Kempener Kirmes ist der Meerbuscher Ewald Müller mit seinem mobilen Wilhelm-Tell-Schießstand. „Ich bin seit über 30 Jahren hier dabei. Man kennt mich und kommt gerne zum Stand“ sagt der 65-Jährige.

Er ist zufrieden: „Es läuft gut an.“ 20 Meter weiter ist seit etwa 20 Jahren der Krefelder Helmut Dörkes (57) mit seinen Münz-Schiebern in Kempen mit von der Partie. „Mein Opa Kasper hatte mit einer Raketenbahn 1925 mit der Schaustellerei angefangen.“, Er persönlich schätzt das schöne Ambiente in der Thomasstadt. „Zumal hier viele nette Leute wohnen.“

Auf dem Buttermarkt ist auch der Stand „Box den Lutz“, so etwas wie „Hau den Lukas“. Kilian (10) versucht sich daran. Sein 50-Cent-Schlag auf den Sandsack bringt 340 Punkte. 600 Punkte sind der Spitzenwert.

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