Der Leiter der Katholischen Grundschule Wiesenstraße geht nächste Woche in den Ruhestand.

16 Jahre hat  Andree die Grundschule im Kempener Süden geleitet.
16 Jahre hat Andree die Grundschule im Kempener Süden geleitet.

16 Jahre hat Andree die Grundschule im Kempener Süden geleitet.

Lübke, Kurt (kul)

16 Jahre hat Andree die Grundschule im Kempener Süden geleitet.

Kempen. Vier Kinder und einen Enkel in der Familie, 278 Jungen und Mädchen bei der Arbeit: Das macht Gottfried Andree glücklich. Denn der Leiter der Katholischen Grundschule an der Wiesenstraße liebt Kinder, wie er sagt. Da ist es vielleicht ganz gut, dass er „noch so viel um die Ohren hat, dass ich noch gar nicht an meinen Ruhestand denken kann“. Am 18. Juli wird Andree von seinen Schülern, dem Kollegium und den Eltern verabschiedet.

Andree hat auch an zwei Hauptschulen unterrichtet

16 Jahre hat der gebürtige Hülser die Grundschule im Kempener Süden geleitet. Zuvor hat der 64-Jährige an den Hauptschulen in Hüls und Inrath unterrichtet. Mathe, Religion und Sport sind seine Fächer. Etwa 16 Stunden in der Woche steht er noch im Klassenzimmer. Wenn es nach ihm ginge, könnte es gerne noch mehr Unterricht sein. Wenn da nicht die vielfältigen Aufgaben eines Schulleiters wären.

Nicht, dass Andree sich beschweren würde. Schließlich kann er in seiner Position die Richtung vorgeben. Er lobt das Miteinander von Lehrern und Eltern. „Wie gut das hier klappt, konnte ich beim Zirkusprojekt sehen. Da waren ganz schnell genug Helfer da, um beispielsweise das Zelt aufzustellen.“ Er hofft, dass das auch nach seiner Pensionierung so gut funktionieren wird. Die Stelle ist ausgeschrieben. Doch ist es zurzeit schwierig, einen Nachfolger für solche Positionen zu finden. Vor allem: „Wir sind eine katholische Einrichtung. Also muss mein Nachfolger auch katholisch sein.“

Andree, der in Neuss studiert hat, ist eher zufällig an die Stelle in Kempen gekommen. „Ich wurde von Kollegen gefragt, ob ich Interesse an einer Konrektorenstelle hätte. Kaum hatte ich gesagt, dass ich darüber nachdenken wolle, kam schon ein Anruf von der Bezirksregierung.“ Der Rest ist bekannt: Zuerst tritt er an der Wiesenstraße die Konrektorenstelle an und wird nach einem Jahr Leiter.

Der Schulleiter ist auch männliche Bezugsperson

Es gibt viele Dinge, die Andree an Kindern – vor allem Grundschülern – gerne hat: „Man kann sie noch formen, sie sind noch spontan und man wird auch ’mal von ihnen gedrückt, wenn sie sich freuen.“ Dass er ein Mann ist – an Grundschulen eher eine Seltenheit – kommt ihm auch zugute. „Kinder brauchen eine männliche Bezugsperson. Und wenn ich mal schimpfen musste, so hat das immer gewirkt“, sagt Andree. Aber das sei eher selten gewesen.

An der Wiesenstraße gibt es 278 Schüler und 15 Lehrer. Nach den Sommerferien werden zwei Klassen mit i-Dötzchen gebildet.

Bis ein Nachfolger für Gottfried Andree gefunden ist werden zunächst die Lehrerinnen Anita Zerbe, Marie-Theres Holtermann und Dagmar Giesing die Geschicke der Schule leiten.

In seinen gut 40 Jahren als Lehrer hat sich die Schullandschaft verändert. „Die Schulen haben mehr Eigenverantwortung. Die Eltern sind kritischer geworden, aber engagieren sich stark. Die Kinder sind freier, offener und viel geschickter im Umgang mit den neuen Medien.“

In puncto PC und Co. hat der Hülser einen Wunsch an die Stadt: „Es wurde uns schon lange versprochen, die Schule mit neuen Medien auszustatten. Aber passiert ist nichts.“

Dass Andree Lehrer aus Leidenschaft ist, scheint er auch seinen Kindern vorgelebt zu haben: ein Sohn und eine Tochter sind Gymnasiallehrer in Wuppertal und in Moers. Auch wenn ihm die Kinder im Ruhestand fehlen werden, glaubt Andree nicht, dass er sich langweilen wird. Der Vorsitz des Heimatvereins Hüls nehme viel Zeit in Anspruch. „Und wenn ich mir meinen Garten ansehe, weiß ich: Da gibt es viel zu tun.“

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