Kempener Stadtwerke behalten die Konzessionen für Strom, Gas und Wasser. Neue Vereinbarung gilt bis Ende 2034.

Freude bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.): die beiden Stadtwerke-Geschäfsführer Siegfried Ferling und Norbert Sandmann, Bürgermeister Volker Rübo sowie Kämmerer Hans-Josef Aengenendt.
Freude bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.): die beiden Stadtwerke-Geschäfsführer Siegfried Ferling und Norbert Sandmann, Bürgermeister Volker Rübo sowie Kämmerer Hans-Josef Aengenendt.

Freude bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.): die beiden Stadtwerke-Geschäfsführer Siegfried Ferling und Norbert Sandmann, Bürgermeister Volker Rübo sowie Kämmerer Hans-Josef Aengenendt.

Unter anderem das Umspannwerk an der St. Huberter Straße dient zur Verteilung des Stroms.

Bild 1 von 2

Freude bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.): die beiden Stadtwerke-Geschäfsführer Siegfried Ferling und Norbert Sandmann, Bürgermeister Volker Rübo sowie Kämmerer Hans-Josef Aengenendt.

Kempen. An der Heinrich-Horten-Straße 50 gab es am Donnerstag ein Gläschen Prosecco – zur Feier des Tages: Stadt und Stadtwerke unterzeichneten neue Konzessionsverträge für die Sparten Strom, Gas und Wasser. Was die Nutzung von Straßen, Plätzen und Wegen sowie den Betrieb der Leitungen angeht, arbeiten Mutter und Tochter damit weitere 20 Jahre zusammen – bis Ende 2034.

„Dieser Konzessionsvertrag ist die Grundlage unseres unternehmerischen Handelns“, sagte Norbert Sandmann, einer der beiden Stadtwerke-Geschäftsführer, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Etwa 40 der rund 90 Arbeitsplätze des Energieversorgers hängen laut Sandmann am Betrieb des Kempener Netzes.

Konkurrent RWE zog sich während des Verfahrens zurück

Deshalb waren Vertreter von Stadt und Werken erleichtert, dass es außerhalb von Kempen wenig Interesse an den Konzessionen gab. „Es gab einen weiteren Bewerber“, so Kämmerer Hans-Josef Aengenendt. „Dieser hat sich aber während der Ausschreibungsphase zurückgezogen.“ Den Namen des zweiten Kandidaten nannten die Verantwortlichen nicht. Nach WZ-Informationen handelt es sich dabei um den Energiekonzern RWE.

Das geringe Interesse der Konkurrenz könnte darin begründet sein, weil die Stadt Kempen an ihren Partner hohe Ansprüche hat. „Im Vertrag bringen wir zum Ausdruck, dass der Service für die Bürger – die Leistungen vor Ort – stimmen müssen“, so Bürgermeister Volker Rübo. Hinzu komme die Zusammenarbeit bei Projekten, zum Beispiel die Erschließung von Gewerbe- und Wohngebieten. Für einen großen Konzern könnte die Sicherstellung der „intensiven Arbeit vor Ort“ ein Hinderungsgrund sein. „Unsere Mitarbeiter kennen hier jeden Meter Kabel“, ergänzt Sandmann.

2014 bringt die Konzession der Stadt etwa 1,9 Millionen Euro

„Wir können aber versichern, dass das Verfahren sauber und transparent ist“, berichtet Aengenendt, der das umfangreiche Ausschreibungsverfahren für die Stadt gesteuert hat. Vor zwei Jahren habe die Verwaltung die Konzessionen über den Bundesanzeiger ausgeschrieben. Es folgten intensive Verhandlungen mit den Stadtwerken. Bis zur Unterzeichnung des Vertrages, der über die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Maximallaufzeit von 20 Jahren abgeschlossen wurde.

In anderen Kommunen ist die Konzessionsvergabe umkämpfter. So gibt es derzeit in Tönisvorst einen Streit (die WZ berichtete). Die Stadt hat sich für den derzeitigen Vertragspartner NEW (Viersen/Mönchengladbach) entschieden. Beworben hatten sich auch die Stadtwerke Krefeld (SWK). Der Versorger aus der Seidenstadt erwägt sogar eine Klage.

„Mit dem Ergebnis können wir und unsere schöne Tochter, die Stadtwerke, sehr gut leben“, so Rübo. „Der Vertrag sichert die Qualität der Energieversorgung für die nächsten 20 Jahre.“ Je nach Verbrauch der Kunden (lesen Sie dazu auch den Artikel rechts) fließt eine Konzessionsabgabe in Millionenhöhe in die Stadtkasse. „Für 2014 kalkulieren wir mit etwa 1,9 Millionen Euro“, sagt Norbert Sandmann.

Überschüsse an die Stadt: Jährlich 1,3 Millionen Euro

Auf Anfrage machten die Vertreter von Verwaltung und Stadtwerken deutlich, wie wichtig ihre Verbindung ist. Die 100-prozentige Tochter überweist jedes Jahr rund 1,3 Millionen an Überschüssen auf das Konto der Stadt Kempen – ein wichtiger Bestandteil der Etatplanung. „Die Summe schauen sich Vertreter von Stadt und Aufsichtsrat genau an“, so Volker Rübo. „Sie muss über die Einkünfte refinanziert sein. Wir dürfen da nicht ans Eigenkapital der Stadtwerke ’ran.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer