Familie Janssen betreibt seit 100 Jahren die Kempener Lichtspiele am Buttermarkt.

Besonders im Dunkeln ist das Gebäude der Kempener Lichtspiele am Buttermarkt ein echter Hingucker.
Besonders im Dunkeln ist das Gebäude der Kempener Lichtspiele am Buttermarkt ein echter Hingucker.

Besonders im Dunkeln ist das Gebäude der Kempener Lichtspiele am Buttermarkt ein echter Hingucker.

Kurt Lübke

Besonders im Dunkeln ist das Gebäude der Kempener Lichtspiele am Buttermarkt ein echter Hingucker.

Kempen. Bei der Familie Janssen gibt es 2012 einiges zu feiern. Zum einen wird Frank Janssen, Inhaber der Kempener Lichtspiele, 50 Jahre alt. Ein anderes Jubiläum hält er aber für „wesentlich wichtiger“: Die Familie ist seit 100 Jahren im Besitz des Kinos am Buttermarkt. „Mein Urgroßvater Arnoldus Paulus hat das 1903 erbaute Kino gekauft“, erzählt Frank Janssen. „Er wollte es zunächst zu einer Eisenwarenhandlung umwandeln.“ Diese Idee wurde aber schnell verworfen – die Familie Janssen stieg 1912 ins Kinogeschäft ein.

„Die Lichtspiele gehören zu den ältesten Kinos in Deutschland.“

Frank Janssen, Inhaber

Auf diese Tradition ist Frank Janssen stolz: „Die Lichtspiele gehören zu den ältesten Kinos in Deutschland.“ Nur von Tradition kann der Betrieb aber nicht existieren – in den vergangenen Jahren wurde das Kino auf den neuesten Stand der Technik gebracht. „Seit November sind alle vier Säle mit digitaler Technik ausgerüstet.“ Dies werde von den großen Verleihfirmen gefordert. Unter anderem, weil immer mehr Filme in der 3 D-Technik gezeigt werden.

Der dreidimensionale Fortschritt ist aus Sicht des Inhabers aber nicht immer ein Vorteil: „Es gibt Filme, bei denen diese Technik nicht nötig ist.“ Trotzdem setzen die großen Konzerne auf 3 D – das falle besonders bei Animationsfilmen auf.

3 D bedeutet neben der notwendigen Brille, die man im Kino geliehen bekommt, auch höhere Kosten. Für Kinder bis elf Jahre sind im Saal sieben Euro fällig, Erwachsene zahlen acht Euro. „Für eine Familie mit zwei oder drei Kindern ist das viel Geld“, findet Janssen.

Deshalb bietet er Sonderaktionen an. „Wir zeigen Kinder- und Familienfilme jeden Sonntag um 12 Uhr. Kinder und Erwachsene zahlen dann nur fünf Euro Eintritt.“ Streifen, die sonst nur in 3 D zu sehen sind, gibt es in dieser Vorstellung in 2 D. Dies sei ein Service für alle, die mit den Brillen nicht so gut zurecht kommen.

„Das war ein gutes Jahr“, sagt Frank Janssen. Um etwa sechs Prozent sei die Besucherzahl im Vergleich zu 2010 auf zirka 150 000 gestiegen. 2010 hatte man im Vergleich zu 2009 ein Minus von acht Prozent zu verkraften. Die Kassenschlager 2011 waren „Harry Potter 7.2“ und der vierte Teil von „Fluch der Karibik“. In Kempen kamen auch „Kokowääh“ und „Transformers 3“ gut an.

Auch in diesem Jahr setzt Hollywood auf viele Fortsetzungen: „Men in Black 3“, „Ice Age 4“ sowie Neues von „Spiderman“, „Batman“ und der Twilight-Vampir-Saga. „Gespannt bin ich auf Meryl Streep in der Verfilmung der Biografie von Maggie Thatcher und die Hollywood-Version von Stieg Larssons ,Verblendung’ mit Daniel Craig“, sagt Janssen. Craig wird auch Ende 2012 im neuesten James-Bond-Streifen zu sehen sein.

Gegründet wurde der Kinobetrieb 1912 von Arnoldus Paulus Janssen. Danach folgten Raimond und Arnold Janssen. Frank Janssen übernahm das Kempener Kino in vierter Generation 2001. Auch für die fünfte Generation ist gesorgt. Janssen hat drei Söhne (20, 19 und 15). Die beiden älteren machen eine kaufmännische Ausbildung. Alle drei können sich vorstellen, in den Familienbetrieb einzusteigen.

Das 100-Jährige der niederländischen Familie Janssen im Kino soll besonders gefeiert werden. Es laufen die Planungen.

Zum Unternehmen von Frank Janssen gehören neben den Lichtspielen auch die Kinos in Geldern und Kleve mit jeweils fünf Sälen. In Kleve arbeiten sieben Festangestellte, in Geldern und Kempen je drei.

Die Kunden können sich auf Neuerungen an der Kasse einstellen. „Geplant ist, dass wir zum 25. Januar ein neues Kassensystem einführen“, erklärt der Betreiber. Das habe den Vorteil, dass die Kunden bei der Reservierung im Internet sehen, wie die Kategorien „Saal“ und „Loge“ belegt sind.

Künftig kann man per iPhone-Code ins Kino

„Außerdem bietet das neue System die Möglichkeit, eine Jahreskarte fürs Kino zu kaufen“, erläutert Janssen. Geplant ist, eine Karte für „unter 200 Euro“ anzubieten – damit kann man ein Jahr lang alle Filme sehen. Auch kann man künftig seine Eintrittskarten zu Hause ausdrucken. „Auf dem Ausdruck ist ein Code. Damit kommt man ins Kino“, sagt Janssen. Das gleiche System funktioniere ebenfalls mit dem iPhone.

Und auch im sozialen Netzwerk Facebook ist das 100 Jahre alte Familienunternehmen vertreten. Frank Janssen: „Das ist auch für mich alles Neuland. Aber man darf eben niemals stehen bleiben.“

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