Ein neues Gremium will mehr finanzielle Möglichkeiten für das Archiv in der Kempener Burg schaffen.

Gerhard Rehm (l./Kreis-Archivar und Geschäftsführer des Fördervereins), Wilhelm Stratmann (Vorsitzender) und Friedhelm Weinforth (r./2.Vorsitzender) blättern in historischen Akten des Standesamtes, die im Kreisarchiv untergebracht sind.
Gerhard Rehm (l./Kreis-Archivar und Geschäftsführer des Fördervereins), Wilhelm Stratmann (Vorsitzender) und Friedhelm Weinforth (r./2.Vorsitzender) blättern in historischen Akten des Standesamtes, die im Kreisarchiv untergebracht sind.

Gerhard Rehm (l./Kreis-Archivar und Geschäftsführer des Fördervereins), Wilhelm Stratmann (Vorsitzender) und Friedhelm Weinforth (r./2.Vorsitzender) blättern in historischen Akten des Standesamtes, die im Kreisarchiv untergebracht sind.

Kurt Lübke

Gerhard Rehm (l./Kreis-Archivar und Geschäftsführer des Fördervereins), Wilhelm Stratmann (Vorsitzender) und Friedhelm Weinforth (r./2.Vorsitzender) blättern in historischen Akten des Standesamtes, die im Kreisarchiv untergebracht sind.

Kempen. Der Leiter des KreisArchivs, Gerhard Rehm, hat einen Wunschzettel. Darauf stehen Projekte und Anschaffungen für das Archiv in der Kempener Burg. "Meine Wünsche sind aber alle aus dem normalen Etat des Kreises nicht zu finanzieren", sagt Rehm. Deshalb hat sich jetzt ein Förderverein für das Kreis-Archiv gegründet. An der Spitze steht der Kempener Wilhelm Stratmann, im Hauptberuf Direktor des Museums Schloss Rheydt.

"Den idealen Standort für das Archiv gibt es nicht zum Nulltarif."

Gerhard Rehm, Kreis-Archivar

"Wir wollen die Möglichkeiten des Kreis-Archivs erweitern", sagt Vorsitzender Stratmann. "Vor allem die Flexibilität kann durch so einen Förderverein verbessert werden." Kreis-Archivar Rehm nennt ein Beispiel: "Wenn uns jemand eine Sammlung historischer Postkarten anbietet, kann ich nicht von jetzt auf gleich sagen, dass wir die kaufen." Auch bei Beträgen von 1000 oder 2000 Euro müssten erst Politik und Verwaltung grünes Licht geben.

"Und das dauert einfach zu lange. Dann sind die Postkarten schon weg", ergänzt Stratmann, der im Museum in Rheydt schon "sehr positive" Erfahrungen mit dem dortigen Förderverein gesammelt hat. "Da ist es uns schon häufig gelungen, auf schnellem Wege Gelder zu beschaffen."

Damit die finanziellen Möglichkeiten des Archivs verbessert werden, will der Verein neben den Mitgliedsbeiträgen auch einen Sponsoren-Pool aufbauen. "Es wäre schön, wenn sich Unternehmen aus der Region bereiterklären, uns zu unterstützen", wirbt Wilhelm Stratmann. "Ich weiß, dass das in Zeiten der Finanzkrise schwierig ist. Aber wir werden dafür kämpfen."

Weil in der Kempener Burg neben dem Kreis-Archiv auch die Aktenbestände der Städte und Gemeinden untergebracht sind, versteht sich der Förderverein auch als Netzwerk. "Wir wollen Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichts- und Heimatvereinen im Kreis schaffen", erklärt Archivar Rehm, der Geschäftsführer im neuen Verein ist. So bestehe unter anderem die Möglichkeit, große Veranstaltungen gemeinsam zu planen.

Wilhelm Stratmann und Co. verstehen sich aber auch als Lobbyisten für das KreisArchiv. "Wir wollen, dass die Arbeit hier in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird", sagt der Vorsitzende. Auch mit Blick auf die Standortfrage - aus der Bürgerschaft kam schon häufiger der Anstoß, dass die Burg mehr als "nur" ein Archiv ist. Ideen für Hotel und Gastronomie gibt es schon seit vielen Jahren, zuletzt formuliert von der CDU-Kempen.

"Dazu kann ich nichts sagen", winkt Gerhard Rehm ab. "Das ist Aufgabe von Politik und Verwaltung." Bei der Standortfrage müsse aber die Qualität für das Archiv im Vordergrund stehen: Funktionalität, Erreichbarkeit und beispielsweise Räumlichkeiten, die vor Feuchtigkeit schützen. "Man darf nicht vergessen, dass die Archivierung wichtiger Dokumente eine Pflichtaufgabe des Kreises ist. Und den idealen Standort gibt es nicht zum Nulltarif."

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