Der Energieversorger der Stadt bleibt beim Rosenmontagszug liegen. Ferner: Neues Handwerk in der Fachwerkmeile, Eis-Zeit am Buttermarkt.

Die drei Stadtwerke-Gallier (v.l.) Herwig Eichelberger, Uwe Venske und Norbert Sandmann.
Die drei Stadtwerke-Gallier (v.l.) Herwig Eichelberger, Uwe Venske und Norbert Sandmann.

Die drei Stadtwerke-Gallier (v.l.) Herwig Eichelberger, Uwe Venske und Norbert Sandmann.

Die drei Stadtwerke-Gallier (v.l.) Herwig Eichelberger, Uwe Venske und Norbert Sandmann.

Kempen. Wir befinden uns im Jahre 2010. Kempen feiert Karneval. Ganz Kempen? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Spaßmobil hatte einen Totalausfall. Ausgerechnet den "unschlagbar günstigen Galliern der Versorgungswirtschaft" ging beim Rosenmontagszug auf dem Buttermarkt der Sprit aus. Das Stadtwerke-Mobil hatte zu wenig getankt: "Wie vor drei Jahren hatten wir ein 5,5 Kilowatt starkes Notstromgerät für unsere Musikanlage mit an Bord", sagt Ober-Gallier und Stadtwerke-Chef Herwig Eichelberger. Dass das Malheur gerade auf Kempens erstem Platz passierte, war nicht geplant. Eichelberger: "Wir hatten weniger Sprit als 2007 dabei." Doch Hilfe für die Wagennummer23 kam schnell, denn fünf Liter Diesel lagerten als "Notfallzaubertrank" im Bauch des Wagens im Ersatzkanister und halfen dem Generator auf die Sprünge.

Heißer Kutschentanz für Mariechen

Dieser Zwischenfall stand ebenfalls nicht im Protokoll des Rosenmontagszugs: Einen brenzligen Moment gab es in der Prinzengarde-Kutsche auf der Rabenstraße, Höhe C&A, als sich plötzlich das Geschirr bei einem der zwei Pferde löste und die Tiere durchgingen. Die Tanzmariechen Yvonne Hermans und Christina Berg wurden in ihrer verwaisten Droschke weiß wie die Wand. Gott sei Dank hatte die erfahrene Begleiterin vom Reiterhof Tempel die Vierbeiner schnell wieder eingefangen.

Brustolon: Eispreise stabil

Kaum ist der Schnee abgeschmolzen, warten neue eisige Zeiten auf die Kempener: Seit Rosenmontag hat Brustolon am Buttermarkt13 wieder geöffnet. Zwölf Sorten wie Schokolade, Vanille, Stracciatella und Co. warten auf verwöhnte Zungen. Wenns wärmer wird, sind 30 Sorten im Angebot. Wie im letzten Jahr kostet die Kugel zum Mitnehmen 80 Cent, im Café selber 90 Cent.

Leiendecker spült Kanäle durch

Ein blauweißer Lkw erschwerte am Freitag die Parkplatzsuche auf der Orsaystraße. Zwei Mitarbeiter der Kanalfirma Leiendecker vom Hooghe Weg 29 sorgten für freie Schächte und saubere Kanäle. "Von Zeit zu Zeit müssen wir durchspülen", weiß Johannes Eikelpasch, der sich mit Thorsten Maiworm um sechs Schächte und zwölf Kanäle kümmerte. Fazit: Nachdem die Stadt von Streusalz auf Splitt umgestiegen ist, fanden die Kanalreiniger viele Steinchen im Kanal, die sie mit zehn Kubikmetern Wasser heraussaugten. "Jetzt ist der Dreck weg", freute sich das Duo kurz vor 16 Uhr.

Jeck auf den Snack

Kempen wird auch Königreich Kappes genannt. Weil der Kohl, weiß und rot, die heimische Agrarlandschaft regiert. Das brachte Adi Putsch auf eine Idee: Just zu Karneval kreierte der Chefkoch vom Bärlin’s eine Narren-Labsal - den KappBiss (was, schnell gesprochen, wie Kappes klingt). Dabei handelt es sich um ein warmes Baguette mit Sauerkraut, einem Bockwürstchen und mit Käse gratiniert. Schon an Altweiber waren die Gäste so jeck auf den Snack, dass der KappBiss im Restaurant an der Judenstraße 8 fortan zum Standardprogramm gehört. Am Kapp des leckeren Bissens.

Lichtspiele ab April dreidimensional

Kein Scherz: Am 1.April stoßen die Kempener Lichtspiele in eine neue Dimension vor. Und die ist dreidimensional. Zeitgleich mit dem Start des Film-Epos "Kampf der Titanen" hält die 3D-Technik Einzug ins Kino am Buttermarkt15. "Wir sind dabei, den großen Saal für 250Besucher aufzurüsten", sagt Kino-Chef Frank Janssen. Und hat dafür das veritable Sümmchen von 130000Euro gestemmt- so viel kostet eine derartige Anlage. Jetzt muss nur noch die Brillenfrage geklärt werden- Einweg oder Mehrweg?- dann steht dem optischen Abenteuer nichts mehr im Wege.

Fußball-Sommermärchen im Kino

Nochmal Lichtspiele: Schon jetzt häufen sich die Fragen der Kinogänger, ob’s wie 2006 wieder ein filmisches Sommermärchen geben wird. "Klar, wir zeigen wieder die Spiele der deutschen Elf live", verspricht Kino-Chef Frank Janssen mit Blick auf die Fußball-WM in Südafrika vom 11.Juni bis 11.Juli. Die eigens dafür angeschafften Beamer sind schon fokussiert. Dem steht auch nicht entgegen, dass Kino2 im Sommer renoviert wird. Am Buttermarkt15 gibt’s schließlich noch drei weitere Säle für die Fans.

KK-Center: Party Nr.3 in Sicht

Kaum ist Karneval vorüber, ist die nächste KK-Center-Party in Sicht. Das KK-Center war ein legendärer Tanztempel im heutigen self-Markt an der Otto-Schott-Straße. Torsten Lüppertz (41) und Mark Cox (39) haben bereits zwei dieser Feten im Kolpinghaus erfolgreich hinter sich gebracht. Nun steht am 13.März um 20Uhr Nr.3 an der Peterstraße23 an. "Karten à acht Euro gibt es ab Freitag. An der Abendkasse kosten sie zehn Euro", sagt Lüppertz. Disko-Billetts gibt’s im Lüppertz-Salon, bei Schreibwaren Beckers und im Kolpinghaus.

Markt: Fisch-Fine hält die Stellung

Dienstag in der Altstadt. Katerstimmung. Die Narren schlafen bis nachmittags nach dem fulminanten Rosenmontags-Spektakel. (Fast) nur eine hält die Stellung: Josefine John (67). Die Fischhändlerin aus Rumeln-Kaldenhausen hat der WZ versprochen, trotz klirrender Kälte und ausgestorbener City die Stellung auf dem Wochenmarkt zu halten. Eine treue Seele halt. Und schließlich ist es ein Tag vor Aschermittwoch. Da ist Fisch angesagt zum Entgiften des angegriffenen Jecken-Körpers. Als mittags dann doch ein paar Gestalten am Buttermarkt auftauchen und "frischen Fisch" ordern, leuchten die Augen der fidelen Fine. Und am Freitag dann endlich wieder "Starbesetzung" auf dem Wochenmarkt, alle angekündigten Händler ließen sich tatsächlich blicken.

Uhrmacher zur Alten Schulstraße

Es tut sich was im Ladenlokal an der Alten Schulstraße19. Thomas Pannenberg eröffnet im früheren Geks-Haus voraussichtlich am 1.Mai ein Uhrmacher-Geschäft. Auf gut 30Quadratmetern bietet der 48-Jährige Restauration, Instandsetzung und Bau von großen Uhren wie Stand- oder Tischuhren. "Die Idee kam mir, als ich um die Weihnachtszeit durch die Altstadt spazierte und mich fragte: Wo kann ich in Kempen meine Uhr reparieren lassen", sagt der gebürtige Düsseldorfer, der die Uhrmacherei von der Pike auf gelernt hat und seit drei Jahren mit seiner Frau auf der Thomasstraße wohnt. Weil Pannenberg mittlerweile Kempen-Fan ist, hat er andere Geschäfts-Angebote in der Region abgelehnt und setzt auf die Karte Altstadt.

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