Baugebiet: Der Planungsausschuss gibt grünes Licht für die Wohnbebauung am St.Peterspfad. Im Zentrum steht ein Haus für viele Generationen.

Kempen. Ein nächster Schritt für die Erweiterung des Neubaugebiets im Kempener Süden ist gemacht: Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz sprach sich am Montagabend einstimmig für die sogenannte Planungsvariante B als städtebauliches Konzept für das Gebiet zwischen Maria-Basels- und St.Töniser Straße aus. Nun sollen die Bürger beteiligt werden.

Im Herbst soll es eine Bürgerversammlung geben. Im kommenden Jahr sollen dann die Erschließungsplanungen und Ausschreibungen folgen, damit die Kanal- und Straßen-Arbeiten Anfang 2012 beginnen können.

"Der Verein hat sich mit einem weinenden Auge für diesen Standort entschieden."

Stephan Kahl, Technischer Beigeordneter

Etwa 250 Wohneinheiten sollen auf dem rund 15 Hektar großen Areal entstehen. Neben den eineinhalbgeschossigen Einzel- und Doppelhäusern, die auch schon im angrenzenden Neubaugebiet entstanden sind, sollen am Siedlungsrand am Pilgerweg moderne, zweieinhalbgeschossige Gebäude gebaut werden.

Vorhandener Pilgerweg dient künftig als Nord-Süd-Achse

Im Plan ist vorgesehen, dass der vorhandene Pilgerweg die Nord-Süd-Grünachse des Neubaugebietes bildet. In östlicher Richtung soll es einen weitereren Grünzug mit Fuß- und Radweg geben. An der Kreuzkapelle soll ein Platz als möglicher Treffpunkt entstehen, auch ein Spielplatz ist dort möglich.

Dort soll auch ein Wohnprojekt für 20 Wohnparteien mehrerer Generationen realisiert werden können. Der Kempener Verein "Besser Gemeinsam Wohnen" ist auf der Suche nach einem geeigneten Areal. Der Technische Beigeordnete Stephan Kahl freute sich über das Interesse seitens des Vereins, von dem rund 15Zuhörer zum Ausschuss gekommen waren.

In dem Bebauungsplan wurden kleine Änderungen bei einer Enthaltung beschlossen: Unmittelbar entlang der St.Huberter Bellstraße dürfen Gebäude und Räume auch für freie Berufe und Büros genutzt werden. Gewerbebetriebe mit Verkauf, wie Lagerverkäufe, können im Mischgebiet ausnahmsweise zugelassen werden, wenn sie einen Verkaufsfläche von 100Quadratmetern (vorher: 150Quadratmeter) nicht überschreiten.

Die Kosten für Straßenbeleuchtung sind in Kempen erheblich. Daher werden verschiedene Möglichkeiten überprüft. Durch den Einsatz neuer Technologie werden bereits 31000 Euro im Jahr gespart. Diese Modernisierung soll weiter gehen. Geprüft wird, ob es möglich ist, Beleuchtungszeiten zu reduzieren. Es soll überprüft werden, ob es Orte gibt, an denen jede zweite Laterne zeitweise abgeschaltet oder Leuchten gedimmt werden können. Die Beleuchtung in den Außengebieten abzuschalten, sei nicht vertretbar.

Der Verein "Besser Gemeinsam Wohnen" setzt sich seit drei Jahren für das Wohnprojekt im Kempener Süden ein.

Auf der Jahreshauptversammlung wurde Annemarie Quick (Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Grefrath) zur Vorsitzenden gewählt.

Für das Wohnprojekt sucht die Initiative noch Familien mit Kindern.

"Der Verein hat sich auch mit einem weinenden Auge für diesen Standort entschieden", räumte Kahl ein - ein Platz näher an der Altstadt wäre wünschenswert gewesen. Aber, so machte Jürgen Klement (CDU) deutlich: "Es gibt in Kempen keine andere Chance zur kurzfristigen Realisierung." Der Verein hat ein Architekturbüro mit den Planungen beauftragt. Sobald die Stadt die Eigentumsvoraussetzungen geklärt hat, soll der Verein eine Grundstücksoption bekommen.

Über die B509 soll eine Brücke gebaut werden

Durch die Nutzung des Pilgerweges könnte sich eine Tendenz verstärken, die schon jetzt durch einen Trampelpfad deutlich wird: Jogger und Spaziergänger suchen sich einen Weg über den Außenring zum Kempener Feld. "Dort besteht Handlungsnotwendigkeit", so Kahl, denn das Überkreuzen des Außenrings sei gefährlich. Man müsse prüfen, ob dort eine Brücke gebaut werden kann.

Beim Thema Energieversorgung seien die Stadtwerke schon bei der Planung. Da bereits in den benachbarten Baugebieten nur noch die Hälfte der Bauherren das Angebot eines Gasanschlusses genutzt hat, werden Alternativen durchdacht, wie der Anschluss an das Fernwärmenetz oder den Bau eines Blockheizkraftwerkes.

» Wer Interesse an einem Baugrundstück im neuen Gebiet hat, kann sich schon jetzt auf eine Liste der Stadt setzen lassen: Tel. 02152/917243

 

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