Das Hospital-Foyer wird neu gestaltet. Der künstlerische Aspekt spielt dabei eine große Rolle.

Edith Stefelmanns am Kreuz im Pfarrzentrum St.Josef, das sie 2007 für die Kamperlingser Gemeinde hergestellt hat.
Edith Stefelmanns am Kreuz im Pfarrzentrum St.Josef, das sie 2007 für die Kamperlingser Gemeinde hergestellt hat.

Edith Stefelmanns am Kreuz im Pfarrzentrum St.Josef, das sie 2007 für die Kamperlingser Gemeinde hergestellt hat.

Reimann

Edith Stefelmanns am Kreuz im Pfarrzentrum St.Josef, das sie 2007 für die Kamperlingser Gemeinde hergestellt hat.

Kempen. Auf Anregung von Propst Thomas Eicker hat der Förderkreis der Stiftung "Hospital zum Heiligen Geist" Edith Stefelmanns beauftragt, das Foyer des Hospitals künstlerisch zu gestalten. Die WZ sprach über diese schwierige Aufgabe mit der Kempener Künstlerin.

Westdeutsche Zeitung: Was reizt Sie an der Aufgabe, das Hospital-Foyer mit Kunst zu bestücken?

Edith Stefelmanns: Propst Eicker und die Förderkreis-Vorsitzende Angelika Thiel-Hedderich, die meine Arbeiten aus anderen Zusammenhängen kennen, haben mich angesprochen. Es freut mich und ist auch wichtig, dass dieser Kempener Raum für zeitgenössische Kunst geöffnet werden soll.

WZ: Was haben Sie denn vor?

Stefelmanns: Ursprünglich war nur an ein Kreuz gedacht. Dazu wird sich aber wohl noch ein Bild gesellen. Die Ideen habe ich schon im Kopf, aber das muss noch reifen.

WZ: Das heißt, das Kreuz des verstorbenen Hospital-Pfarrers Paul Wallrafen bleibt im Hospitalkeller?

Stefelmanns: Dieses Kreuz ist keine Einzelanfertigung und deshalb künstlerisch nicht wertvoll. Zudem stimmen die Proportionen nicht: Es ist zu wuchtig und zu düster. Natürlich hatte es für Paul Wallrafen einen ideellen Wert, keine Frage. Der Diplom-Restaurator Matthias Sandmann hat das Wallrafen-Kreuz überprüft und bestätigt diese Einschätzung. Vielleicht nutze ich Teile dieses Kreuzes für das neue Kruzifix, aber das muss noch abgestimmt werden.

"Das Hospital-Foyer ist ein hochemotionaler Raum."

Edith Stefelmanns

WZ: Das Kreuz ist für ein christlich-katholisches Krankenhaus ein wichtiges Symbol...

Stefelmanns: Darauf gehe ich in meinem Werk natürlich ein. Beim Heilig-Geist-Hospital spielt- wie der Name schon sagt- der Odem Gottes eine Rolle. Dahinter steht die Dreifaltigkeit, Pfingsten rückt in den Vordergrund. Dadurch rücken die Farben Rot für Glut, Liebe, Blut, Schmerz sowie Grün für die Hoffnung in den Fokus. Das sollen mein Kreuz und das Bild ausdrücken.

WZ: Was befähigt Sie, diesen religiösen Ansatz künstlerisch umzusetzen?

Stefelmanns: Ich beschäftige mich seit Jahren mit diesem Symbol, habe es bereits mehrfach umgesetzt, in Kempen beispielsweise 2007 in St.Josef. In Düsseldorf-Eller habe ich in einer Kirche ein griechisches Kreuz gestaltet, in Mülheim ein T-Kreuz nach dem Heiligen Antonius. In meinem Atelier habe ich die Kreuzweg-Stationen 14+1 umgesetzt.

WZ: Ist das nicht ein wenig zuviel des Guten für ein Hospital-Foyer?

Stefelmanns: Dadurch wird das Foyer ja aufgewertet. Es ist ein Ort des Verweilens, wo jedes Detail von Besuchern, Kranken, Ärzten und Pflegern wahrgenommen wird. Ein hochemotionaler Raum, in dem Mut und Kraft, Trost und Freude, Schweigen oder Diskutieren eine Rolle spielen. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. All das macht diesen Kempener Raum so wichtig.

WZ: Wie ist der Zeitplan fürs Hospital-Foyer?

Stefelmanns: Im Sommer sollen Kreuz und Bild dort aufgestellt werden. Bis Ende Februar laufen noch die Gespräche mit dem Hospital-Förderkreis als Auftraggeber, danach geht es an die Umsetzung.

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