Anwohner der Birkenallee stoppen am Samstag die Arbeiten. Sechs Bäume sind bereits gefallen.

Der Leiter des Tiefbauamtes, Torsten Schröder (2.v.l.), im Gespräch mit Anwohner der Birkenallee.
Der Leiter des Tiefbauamtes, Torsten Schröder (2.v.l.), im Gespräch mit Anwohner der Birkenallee.

Der Leiter des Tiefbauamtes, Torsten Schröder (2.v.l.), im Gespräch mit Anwohner der Birkenallee.

Kurt Lübke

Der Leiter des Tiefbauamtes, Torsten Schröder (2.v.l.), im Gespräch mit Anwohner der Birkenallee.

Kempen. Laute Kettensägen am Morgen hört niemand gerne. Das gilt auch für die Anwohner der Birkenallee. Diese schreckten nämlich am Samstag durch diese Geräusche auf und waren erstaunt, dass es einigen Birken auf ihrer Straße an die Rinde ging.

"In einer halben Stunde waren sechs Stück weg", war Anwohner Dr.Christoph Louven auch am Sonntag noch sauer. "Keiner hat gewusst, dass die Bäume schon jetzt gefällt werden sollten. Dass die Stadt uns Anwohner vorher nicht informiert hat, halte ich für eine Zumutung. So handelt keine bürgerfreundliche Verwaltung."

Schon im letzten Ausschuss gab es Widerstand

Zur Erinnerung: Für die geplante Velo-Route sollen die Bäume auf der stadteinwärts zugewandten Allee-Seite im 400 Meter langen Abschnitt zwischen Mülhauser Weg und Eichendorffstraße gefällt werden. Statt dessen sollen ein 1,50 Meter breiter Gehweg sowie auf der Fahrbahn ein Radstreifen angelegt werden. Dazu soll an der Kreuzung Peschweg ein Mini-Kreisel angelegt werden, der von Linienbussen überfahren werden kann.

Am vergangenen Montag war die Birkenallee Thema im Umwelt- und Planungsausschuss. Etliche Anwohner hatten sich eingefunden, um gegen die Umbau-Maßnahme zu protestieren. Darunter auch Louven. Der Jurist hält die Verbreiterung der Straße, auf der dann die Radfahrer unterwegs sind- das sind viele Schüler auf dem Weg zu den Gymnasien, Real- und Hauptschule - "für lebensgefährlich."

Louven am Sonntag  gegenüber der WZ: "Durch die sogenannte Velo-Route verschlechtert sich die Situation für die Radfahrer deutlich. Die Verbreiterung der Straße hilft vor allem Rasern."

Das Radverkehrskonzept dieser westlichen Nord-Süd-Achse umfasst auch die bereits umgesetzten Kreisel Mülhauser Straße und Am Stadtgarten sowie die Zebrastreifen an Hospital und Duesberg-Gymnasium.

Die Maßnahme kostet 615000Euro. Davon trägt das Land 75Prozent.

Am Samstag hatten sich nach Beginn der Fäll-Aktion schnell viele Anwohner eingefunden und protestiert. "Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder ist dann gekommen und die Aktion wurde abgebrochen. Sechs der 25Birken waren da schon weg", sagte Louven.

Der 44-Jährige wartet jetzt auf Post aus der Verwaltung. "Ich möchte wissen, ob es zur Ausführungsplanung und zum Fällen der Birken eine Anhörung der betroffenen Bürger und einen Ratsbeschluss gegeben hat. Soweit ich weiß, liegt die Anhörung fast zehn Jahre zurück. Sie betraf nach meiner Kenntnis nur die Grundplanung, nicht die Verbreiterung der Fahrbahn um einen Meter und das Fällen der Birken."

"Nach meiner Kenntnis wurde dies im Zuge der Planung der Velo-Route bereits beschlossen", sagte am Sonntag Hans Ferber. Der Erste Beigeordnete und zurzeit Stellvertreter für den erkrankten Bürgermeister Volker Rübo will sich aber heute des Themas Birkenallee annehmen.

"Dass die mit dem Fällen beauftragte Firma bereits am Samstag aktiv wurde, wussten wir nicht", erklärte der Dezernent. Die Firma hätte den Termin zunächst mit der Verwaltung absprechen müssen. Ferber: "Und dann hätten wir natürlich die Anwohner informiert."

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