Das „Lars Danielsson Trio“ gab im Kempener Campus ein grandioses Konzert.

Lars Danielsson (M.), John Parricelli (l.) und Zohar Fresco im Campus.
Lars Danielsson (M.), John Parricelli (l.) und Zohar Fresco im Campus.

Lars Danielsson (M.), John Parricelli (l.) und Zohar Fresco im Campus.

Lars Danielsson (M.), John Parricelli (l.) und Zohar Fresco im Campus.

Kempen. Das ausverkaufte Gastspiel des "Lars Danielsson Trio" im Campus war ein Abend ohne Kompromisse. 150 Gäste erlebten am Donnerstag drei souveräne Musiker, deren Können viel andeutete und noch größer war.

Der Beginn: eine musikalische Visitenkarte. Der Schwede Danielsson (Cello/Kontrabass) spielt so, dass dies anfangs an sein Klassik-Studium am Göteborger Konservatorium erinnert. Erste Ausbrüche über Halbtöne machen aus dem Monolog einen Dialog, machen über das teils bogengeführte Flageolet den Jazz bewusst.

Hallbelegte Walgesänge tauchen ins stahlblaue Licht ab. Dann steigen Gitarrist John Parricelli und Perkussionist Zohar Fresco mit ein, die Melodieführung wechselt.

Die erste Hälfte: eine Jazz-Reise rund um den Globus. Die Gitarre gefällt zwischen iberischen und lateinamerikanischen Elementen, die Moll-Kadenz des Cello legt sich kokettierend hinzu. Nicht zu verzerrt singt danach die E-Gitarre, der Kontrabass spinnt ein feines Ton-Geflecht aus wabernden, fernen Klängen skandinavischer Einsamkeit.

Den Kontrapunkt bildet orientalisches Gerassel des Israeli Fresco, zu dem sich das Cello gesellt, das aus ein, zwei Tönen eine Landschaft malt.

Die Perkussion gibt den Raum vor, es folgt Auslassung

Die zweite Hälfte: reine Emotion. Danielsson jagt sein Instrument durch Effektgeräte, sprengt Einzeltöne zu akkordähnlichen Gebilden auf. Die Perkussion gibt den Raum vor, der nicht ganz ausgefüllt wird - Auslassung als Stilmittel.

Erspieltes zerfällt, Ideen werden zu Klang. Der dynamische Wechsel von Werden und Zerfallen liefert Raum für neckische Spiele wie das dreieinhalb Takte lange "Mother"-Thema, das von solider Schönheit ist. Welten tun sich auf und bleiben dank offener Akkorde bestehen.

Am Ende dann steht die Erfüllung in Form eines Dur-Dreiklangs. Selten war ein Abend so kompromisslos und schön - Begeisterung beim Publikum.

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