Kempener Karnevalisten haben in New York ihre Heimat bei der Steubenparade vertreten.

Die Kempener Delegation, darunter Ex-Prinz Heinz Börsch (r.), lief sich auf der 5th Avenue die Hacken wund – und hatte Spaß dabei.
Die Kempener Delegation, darunter Ex-Prinz Heinz Börsch (r.), lief sich auf der 5th Avenue die Hacken wund – und hatte Spaß dabei.

Die Kempener Delegation, darunter Ex-Prinz Heinz Börsch (r.), lief sich auf der 5th Avenue die Hacken wund – und hatte Spaß dabei.

Julie Hau

Die Kempener Delegation, darunter Ex-Prinz Heinz Börsch (r.), lief sich auf der 5th Avenue die Hacken wund – und hatte Spaß dabei.

Kempen/New York. 20 Häuserblocks auf Rokoko-Schuhen: Das mussten Heinz Börsch und seine Mitstreiter vom Kempener Karnevals-Verein (KKV) bei der Steubenparade durchstehen. Bei strahlendem Sonnenschein und mit dem New Yorker Karnevalsprinzen im Rücken war das für die Kempener Delegation aber mehr Genuss als Bürde. Denn die Steubenparade, der traditionsreiche Umzug auf der 5th Avenue, ist eines der herausragenden Ereignisse im deutsch-amerikanischen Festkalender.

"Wir haben von Kempen erzählt, und dass bei uns Karneval groß geschrieben wird"

(Hans-Peter Tauber, KKV)

"Das war eine Gaudi, da mitzumachen", sagt Herbert Lindackers, vom KKV rückblickend. "Das war bombig - nicht zu vergleichen mit allen anderen Ereignissen", stimmt Hans-Peter Tauber mit seinem Vereinskollegen überein. Vier Ex-Prinzen und zwei Prinzenpaare in voller Montur in einem einzigen Zug - das war für Theo Balters das Größte. In den 26 Jahren, die er im KKV ist, sei das der Höhepunkt gewesen, ein lang gehegter Wunsch, der sich nun beim Jahresausflug erfüllt hat.

Die Narren hatten sich ein Herz gefasst und außerhalb der Session in Ornat und Strumpfhosen den karnevalistischen Geist verbreitet. Gemeinsam mit rund 25 anderen Fußgruppen, vielen Musikzügen und Schützenvereinen, zogen sie die 5th Avenue am Central Park entlang.

"Wir haben uns auch mit den anderen Teilnehmern viel unterhalten", sagt Tauber. Über Steuben und die USA seien die Gespräche gekreist - und natürlich über Kempen. "Wir haben denen von der uralten Stadt mit der Befestigungsmauer erzählt, und dass bei uns Karneval und Frohsinn groß geschrieben wird."

Und der Frohsinn kam bei den New Yorkern und den weit hergereisten deutsch-stämmigen Amerikanern am Straßenrand an: Mit Helau-Rufen johlten sie sich in die Herzen der Zuschauer. Präsident Heinz Börsch: "Es war ein offenes und freundschaftliches Miteinander."

Freiherr Friedrich Wilhelm von Steuben gilt in den USA als Held des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.

Anlass der Parade ist das deutsch-amerikanische Freundschaftsfest. Etwa 25 Prozent aller US-Amerikaner sind deutscher Herkunft oder Abstammung. Der nächste Termin ist angepeilt für den 25. September 2010.

Zumal die teilnehmenden Gruppen bereits am Vortag einander bei der Begrüßung auf dem Times Square kennenlernen konnten. "Besonders hat mir imponiert, dass vor Beginn der Parade der Bischof von New York in der St. Patrick’s Cathedral die Rede gehalten hat und auf deutsch begann", sagt Tauber.

Nach ihrem anderthalbstündigen Marsch durch die Häuserschluchten der Metropole konnten die Kempener abends den Festtag bei einem Oktoberfest im Central Park ausklingen lassen und ihre dampfende Füße verarzten. "Die waren platt danach - ich wäre fast auf Strumpfhosen gelaufen", sagt Börsch und lacht.

Das neue Prinzenpaar hat bereits unterzeichnet

Nun, wieder Zuhause, gibt es schon den nächsten Grund zum Feiern: Das Prinzenpaar für die kommenden drei Jahre - solange dauert die Amtszeit beim KKV - steht bereits fest. Die beiden kommen aus Kempen und sind Neuzugänge im Komitee. Mehr wollten die Karnevalisten noch nicht verraten. Wie immer werden die neuen Tollitäten erst bei der Proklamation am 11. November um 11.11 Uhr vorgestellt.

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