Edith Stefelmanns eröffnet an der Rabenstraße21 eine Atelier-Werkstatt.

Vor der neunteiligen Rhombus-Skulptur befindet sich im ersten Stock des Ateliers der Werktisch von Edith Stefelmanns.
Vor der neunteiligen Rhombus-Skulptur befindet sich im ersten Stock des Ateliers der Werktisch von Edith Stefelmanns.

Vor der neunteiligen Rhombus-Skulptur befindet sich im ersten Stock des Ateliers der Werktisch von Edith Stefelmanns.

Friedhelm Reimann

Vor der neunteiligen Rhombus-Skulptur befindet sich im ersten Stock des Ateliers der Werktisch von Edith Stefelmanns.

Kempen. Wer das neue Atelier von Edith Stefelmanns an der Rabenstraße21 betritt, muss seine Sehgewohnheiten umstellen. Ein intensives Weiß fast wie aus einer alpinen Gletscherwelt lässt die Pupillen stecknadelkopfgroß werden. Nach einigen Augenblicken erspäht der Betrachter dann wie aus dem Schneegestöber Bildobjekte, Skulpturen und Raum-Installationen, die sich ohne Titel, Legende und scheinbar wahllos im 50 Quadratmeter großen Erdgeschoss befinden.

Blinder Viehhändler nutzte den Schuppen als Stall für die Tiere

"Der Besucher muss meine Kunstwerke für sich entdecken und darauf eingehen", sagt Edith Stefelmanns, die mit dem Altstadt-Atelier erstmals als Künstlerin das häusliche Umfeld verlässt und sich nun ein Refugium der Ruhe, Inspiration und Kreativität geschaffen hat.

Wer sich auf diesen Raum einlässt, der ist schnell gefangen von den Eindrücken und befindet sich in einer anderen Welt. Vielleicht liegt es daran, dass der Anbau Historie atmet. Ursprünglich lebte im Haupthaus Umstraße35 der blinde jüdische Viehhändler Rath, der den Schuppen als Stall für Kuh und Schwein nutzte.

Rath konnte sich nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten nach England absetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich darin die Montagehalle der Schreinerei Heinrich Wolters. Die letzten 20 Jahre fristete das Haus als Lager ein eher tristes Dasein abseits der pulsierenden Gassen der Altstadt.

Edith Stefelmanns ist es gelungen, ein Atelier daraus zu machen, ohne den Charakter des Gebäudes zu zerstören. Die Holzfenster mit Einfachverglasung, das Tor, die Holzbohlen zum Dachboden, die leicht windschiefe Stiege nach oben, die schweren Deckenbalken- all das hat einen eigenen Charme. Selbst die Durchreiche für Stroh und Futter nach oben hin gibt es noch- allerdings als vier mit Plexiglas abgetrennte Luken, die ein visuelles Band zwischen Atelier und Werkstatt bilden.

An den beiden kommenden Samstagen ist das Atelier offen

Dort oben entstehen in der karg eingerichteten Werkstatt die Kunstwerke von Edith Stefelmanns. Alles liegt an seinem Platz- selbst der Bleistift, auf dem der Leitspruch der Künstlerin steht: "Gedanken sind der Anfang von Taten."

Das Atelier ist an den beiden kommenden Samstagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Im Dezember befindet sich Edith Stefelmanns in Namibia auf Reisen. Ab Januar können Termine unter Tel.0170/5492949 vereinbart werden. akü

 

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