Eine Wildkatze auf Abwegen. Ferner: Leonardo da Vinci kommt zu Kramer, die Ringer-Skulptur als Kleiderständer, die Pinte Alli’s setzt auf Frauen-Power.

Sieht süß aus, ist aber rotzfrech: Paula.
Sieht süß aus, ist aber rotzfrech: Paula.

Sieht süß aus, ist aber rotzfrech: Paula.

Sieht süß aus, ist aber rotzfrech: Paula.

Kempen. Paula ist ein rechter Haustiger. Die zweijährige Wildkatze ist rotzfrech, hat ihren eigenen Kopf und lässt sich von niemandem etwas sagen. Nur zu Oscar pflegt Paula eine innige Beziehung. Der neunjährige Kater lebt im mindestens 400 Jahre alten Haus von Paul Steman (52) und Dagmar Freyberg (46) an der Alten Schulstraße 14.

Nun ist Paula nicht wirklich ein Fremdgänger. Ließ es sich aber nie verbieten, nächtens durch die Dachluke auszubüchsen und sich auf Kempener Altstadtdächern umzutun. Als Paula nun ein paar Tage weg war, zeigte sich Oscar untröstlich. Und die Bergkinder der Schulstraße hängten überall Poster aus: "Wo ist Paula?"

Derweil hat die Wildkatze hinter dem E-Center eine Garage entdeckt, wo es was zu naschen gibt. Von dort werden jetzt tierische Versuche unternommen, den Frechdachs wieder an den heimischen Herd zu kriegen. Und der befindet sich in der Alten Schulstraße. Bei Oscar!

Paket-Station in Sicht

Pakete verschicken leicht gemacht - so sieht es die Deutsche Post DHL, wenn sie auf ihre Pack-Station hinweist, die demnächst in Ergänzung der Paket-Box am Altstadtring vor dem roten Backsteinbau eingerichtet wird. Tag und Nacht kann dort der Kunde Pakete verschicken oder abholen. Möglich macht dies eine güldene Kundenkarte. Ein 10-Kilo-Paket kostet normalerweise 6,90 Euro, an der Station wird es einen Euro billiger.

Der gelbe Riese ist verkauft

Apropos Post: Das Gebäude am Moorenring 1-5 ist an den US-Investor Lone Star verkauft- zusammen mit 1.300 weiteren Post-Immobilien. Über dieses Geschäft hat sich der gelbe Riese eine Milliarde Euro auf die hohe Kante legen können. Allerdings musste sich die Post nun in ihre eigenen Häuser einmieten und hat keinen Einfluss darauf, was der Ami aus freiwerdenden Objekten macht. So auch in Kempen mit dem ersten Stock am Ring gegenüber der Villa Horten. Kanzlei, Praxis, Fitness-Studio, Hotel, Swinger-Club- alles ist möglich.

Haus Platen: "Pacht war moderat"

"Das Haus Platen wird weiterhin in Kempen gastronomisch präsent sein", reagieren Irene und Günter Platen auf den Weggang des Pächter-Ehepaares. Karl-Heinz und Annerose Lange bedienen nach fünf Jahren am Samstag letztmalig im Gasthaus an der Peterstraße 18. Die Platens haben den Betrieb selbst von 1974 bis 1989 geführt. "Lage, Ausstattung und der vorhandene Gästekreis bieten bei entsprechendem Engagement beste Voraussetzungen", sagt der 74-Jährige.

Den Pächtern habe ein komplett ausgestattetes Haus der gehobenen Gastronomie zur Verfügung gestanden. "Darin haben wir zeitgemäß investiert, ohne den Pächter zu belasten", sagt Platen. Auch die Pacht von 1.800 Euro monatlich sei "moderat" gewesen. "Wir sind persönlich daran interessiert, dass Haus Platen auch nach 130 Jahren in Familienbesitz seinen gebührenden Platz in der Kempener Gastronomie einnimmt", sagt Günter Platen.

Kunstrasenplatz statt Orsay-Center?

Ein überraschender Vorstoß kam diese Woche aus dem SV-Thomasstadt-Klubhaus in Sachen Orsay-Center: Kein Geschäftszentrum neben dem Kloster, dafür einen Kunstrasenplatz für die Fußballer. Diese Meinung vertraten die Freien Wähler in Person von Schatzmeisterin Gisela Kadagies.

Das ist doch mal eine Ansage ans Rathaus, wo das Orsay-Center von Dezernent Stephan Kahl forciert wird. Und Sport-Dezernent und CDU-Bürgermeisterkandidat Volker Rübo an das Reizwort Kunstrasenplatz am liebsten erst nach der Kommunalwahl wieder erinnert werden möchte. "Lieber sollen die kleinen Geschäfte am Leben erhalten bleiben und die leerstehenden Gebäude neue Mieter bekommen", begründete Kadagies ihren Steilpass in die Rathaus-Beletage.

Nur ein Gerücht: Kramer macht Pause

"Während des Umbaus des Kulturforums läuft der Betrieb im Kramer-Museum weiter", tritt Museumsleiterin Elisabeth Friese Gerüchten entgegen, dass Kramer sich bis zum Jubiläum anno 2012- das Kramer-Museum wurde am 22. Mai 1912 im ehemaligen Kloster an der Burgstraße 19 eröffnet- von der Öffentlichkeit zurückzieht.

Friese: "Kunsttage, Handwerkermarkt, Führungen, Besuche etc. laufen natürlich weiter." Am 10. Oktober ist im Museum sogar bis Ende Januar noch eine Leonardo-da-Vinci-Ausstellung. Die MonaLisa bleibt zwar im Pariser Louvre, dafür zeigt Kempen den großen Italiener (1452-1519) aber als genialen Erfinder etwa von Wasser-Ski oder Rettungsring.

Museum betritt Neuland

Ohnehin geht das Kulturamt mit der im Herbst startenden Saison 2009/ 2010 fürs Kulturforum Franziskanerkloster neue Wege. So verwandelt sich die Paterskirche am 28. November in einen Kinosaal: Zum "Kabinett des Dr.Caligari"- ein 1920 entstandener Klassiker der Stummfilmzeit- spielt eine zwölfköpfige Combo live die Musik.

Und das Literatur-Café- in der "Beamtenlaufbahn" einst einsam entschlafen- wird wiederbelebt. Ebenfalls im November kommt Thomas Hoeps, der mit seinem niederländischen Co-Autor Jac.Toes ein Gruselkabinett ganz anderer Natur ins Kulturforum zaubert. Nächste Woche Samstag beginnt der Abo-Verkauf!

Zwei charmante DJ’s im Alli’s

Starke Frauen am Samstag im Alli’s: In der Bierpinte sorgen erstmals zwei weibliche DJ’s für fetzige Musik: Anja und Jenny, Freundinnen und charmante 38, geben sich künftig jeden ersten Samstag im Monat an der Peterstraße 36 die Ehre. "Ab 20 Uhr geht’s los", freut sich Wirtin Conny Dostal (51) auf die Unterstützung. Als musikalische Parole wird vorgegeben: querbeet, aber dufte.

Die Ringer als Kleiderhaken

Das Ringen um Demokratie kann zur kitzligen Angelegenheit werden. Das erfuhren die bronzenen Nackedeis am Dienstag auf der Museumswiese. Denn die drei Stadtgärtner, in schweißtreibender Schuffelarbeit im Grün vor dem ehemaligen Franziskanerkloster zugange, nutzten die Skulptur "Die Ringer" von Jo Jastram- als Kleiderhaken.

Wenn das der Rostocker Jastram (80), der heute in Kneese/ Pommern lebt, gesehen hätte. 1989, nach dem Fall der Mauer, hatte der stets politisch denkende Bildhauer die Skulptur nach einem Köln-Kempener Projekt für die Thomasstadt geschaffen. 2004 mussten die Ringer zugunsten einer St. Martins-Figurengruppe vom Buttermarkt zur Museumswiese weichen. Und jetzt das!

Sommerkirmes in der Altstadt

Kirchweihfest der Propsteikirche: Das ruft die Kirmesbeschicker auf den Plan. Ab Samstag bis Dienstag locken Auto-Scooter, Dschungel-Express, Riesen-Polyp und zahlreiche weitere Fahrgeschäfte in die City. Vor allem auf dem Buttermarkt und am Viehmarkt überschlägt sich das Kirmes-Karussell fast. Am Dienstag ist Familientag: Die Händler schrauben die Preise runter.

Appetitliche Bilder im Ellen-Poort

Roland Ploch isst gerne und gut. Dabei kribbelt beim 42-Jährigen die ihm angeborene Kreativität in die Fingerspitzen- und er greift zum Pinsel. Das ist ihm im Ellen-Poort oft passiert. Schuld ist Armin Horst (49), am Herd nicht minder phantasievoll wie Ploch an der Staffelei. Die Motive aus der Speisenkarte hängen im Restaurant an der Ellenstraße 36- sozusagen als Appetizer.

"Alle Bilder können auch käuflich erworben werden", sagt Horst, der seit 23 Jahren die Gastro-Fahne im Ellen-Poort hochhält. Ploch, der als gebürtiger Pole die gleichen Wurzeln wie Frederic Chopin hat, lässt sich auch gerne von der Musik anstecken. Sprich: Das Festival an diesem Wochenende macht ihn richtig an. Ein Blick in sein Atelier-Schaufenster an der Kuhstraße1 genügt, und Sie werden’s verstehen...

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