Am Mittwoch ist Gedenktag. Harry Stein, Kustos in der Gedenkstätte Buchenwald, spricht über das Schicksal eines jüdischen Jungen.

Kempen. Welches Schicksal erlebten Kinder in den Konzentrationslagern und wie wurden die Überlebenden damit fertig? Das ist das Thema der Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag am Mittwoch, 27. Januar, 20 Uhr, im Kulturforum Franziskanerkloster, Burgstraße 19.

Referent ist Dr.Harry Stein (Foto), Kustos in der Gedenkstätte Buchenwald. Im Konzentrationslager Buchenwald kamen 1600 Kinder um, das jüngste Opfer war Maurycy Grosberg, ein neunjähriger jüdischer Junge aus Piorkow. 904 Kinder und Jugendliche wurden von den Alliierten im April 1945 befreit.

Wer waren sie, woher kamen sie in das Lager und was ist aus ihnen geworden? Stein ist diesen Fragen nachgegangen und hat die Antworten dokumentiert.

Beim Holocaust-Gedenken jährt sich der Tag, an dem 1945 das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde. Der Bundespräsident hat daher den 27.Januar zum nationalen Gedenktag erklärt.

Im Kreis Viersen findet eine Gedenkveranstaltung statt, die von der Volkshochschule organisiert wird. Kooperationspartner sind das Katholische Forum für Erwachsenenbildung Krefeld-Viersen und die Stadt Kempen. Der Eintritt ist frei.

Vor dem Vortrag wird der Kempener Opfer gedacht

Das KZ Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden.

Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben.

Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 250000 Menschen aus allen Ländern Europas im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56000 geschätzt, darunter 11000 Juden.

Nach Abzug der US-Truppen wurde das Gelände von den Sowjets als Lager genutzt. Es existierte bis 1950 und forderte 7000 Todesopfer.

Vor dem Harry-Stein-Vortrag ist am Mittwoch um 19.30 Uhr auf dem Buttermarkt eine Gedenkstunde. Treffpunkt ist an der Stele am Rathaus, Nähe Georgbrunnen. "Alle sollten sich daran erinnern, dass auch in Kempen Menschen jüdischen Glaubens unter dem Naziregime gelitten haben", sagt Kulturamtsleiterin Elisabeth Friese.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer