Am Sonntagabend waren 150 Rettungskräfte in Kaldenkirchen im Einsatz. Viele der 43 gemeldeten Bewohner standen an Fenstern und auf Balkonen. Die meisten wurden über Steckleitern gerettet, einige mit Hilfe von Fluchthauben über den Hausflur. 22 Bewohner kamen in Krankenhäuser.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war in der Nacht zu Montag am Veilchenweg im Einsatz.
Ein Großaufgebot an Rettungskräften war in der Nacht zu Montag am Veilchenweg im Einsatz.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war in der Nacht zu Montag am Veilchenweg im Einsatz.

Jungmann

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war in der Nacht zu Montag am Veilchenweg im Einsatz.

Kaldenkirchen. Glück im Unglück für die Bewohner des 15-Parteien-Hauses am Veilchenweg 8: Dank der vor einem Monat installierten Brandmelder ging ein Feuer im Keller glimpflich aus. Alle wurden gerettet, keiner schwer verletzt. Allerdings wurden mindestens 22 Menschen in Krankenhäuser gebracht, weil sie Rauchgas eingeatmet hatten. Um 23.13 Uhr wurde am Sonntagabend Alarm ausgelöst. 150 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten waren im Einsatz, die letzten bis gegen 3 Uhr.

"Es gibt keine Anhalts-punkte für eine fremdenfeindliche Handlung."

Bernd Klein, Polizei

Montagvormittag erzählte Kristina Kurctcova (12), dass sie den Brand als erste bemerkt habe: "Ich konnte nicht einschlafen. Dann hörte ich ein Piepsen und dachte zuerst, es wäre der Kühlschrank. Dann dachte ich an die vor einem Monat eingebauten Rauchmelder."

Als sie im Flur nachschaute, "quoll mir schon dichter Rauch entgegen". Mutter und ältere Schwester konnten noch durch das Treppenhaus flüchten. Kristinas Mutter Irene zeigt auf ihren Nachbarn Eduard Miller: "Das ist der Held. Der hat alle hier oben beruhigt. Er blieb ganz ruhig und sagte: Die Feuerwehr ist da, regt euch nicht auf. Die Feuerwehr rettet uns alle."

Als die ersten Einsatzkräfte am Veilchenweg 8 eintrafen, drang dichter Rauch aus dem fünfgeschossigen Haus. Viele der 43 gemeldeten Bewohner standen an Fenstern und auf Balkonen. Die meisten wurden über Steckleitern gerettet, einige mit Hilfe von Fluchthauben über den Hausflur.

Zur gleichen Zeit drangen vier Atemschutz-Trupps in den Keller vor. Die Kripo geht davon aus, dass in einem frei zugänglichen Raum ein Regal gebrannt hat, in dem auch Farben oder Lacke standen.

Wegen der großen Zahl der Verletzten wurden Rotes Kreuz und Malteser Hilfedienst alarmiert. Zwölf Kinder und zehn Erwachsene wurden laut Polizei in Krankenhäuser bis nach Mönchengladbach und Krefeld gebracht. Die Feuerwehr spricht gar von 26 Verletzten, die zwischen zwei und 67 Jahre alt sind. Darunter sollen 15 Kinder sein.

Doch sie alle hatten Glück- keiner wurde nach offiziellen Angaben schwer verletzt. "Morgens um 4 Uhr konnte mein Vater uns schon wieder abholen", sagte die 13-jährige Victoria Miller.

Die Baugesellschaft Nettetal, Eigentümerin des 1971 gebauten Wohnblocks, will den Mietern schnellstmöglich wieder Normalität bieten. Die von der Feuerwehr eingeschlagenen Wohnungstüren wurden am Montagmorgen mit Brettern geflickt, neue Türen sind schon in Auftrag gegeben. Bereits in der Nacht um 1.50 Uhr konnten einige Bewohner zurück in die Wohnungen, die anderen im Laufe des Tages.

Zur Brandursache konnte die Kripo gestern nichts sagen. Den genauen Grund soll heute ein Sachverständiger ermitteln. Eines schließt Polizeisprecher Bernd Klein allerdings aus: "Es gibt bisher keine Anhaltspunkte für eine fremdenfeindliche Handlung."

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