Eine Initiative will Senioren in Familien vermitteln. Doch ältere Grefrather halten sich bislang zurück.

Vater, Mutter und vier Kinder: Familie Huch würde sich über eine „Leih-Oma“ und deren Hilfe sehr freuen.
Vater, Mutter und vier Kinder: Familie Huch würde sich über eine „Leih-Oma“ und deren Hilfe sehr freuen.

Vater, Mutter und vier Kinder: Familie Huch würde sich über eine „Leih-Oma“ und deren Hilfe sehr freuen.

Friedhelm Reimann

Vater, Mutter und vier Kinder: Familie Huch würde sich über eine „Leih-Oma“ und deren Hilfe sehr freuen.

Grefrath. Bescheidene Wünsche: "So eine Oma könnte uns Geschichten erzählen", meint Jan. Sein Bruder Dominik ergänzt: "Vielleicht könnte ein Opa uns Spielsachen reparieren!"

"Wir Eltern können nicht immer für sie da sein."

Ingrid Huch, vierfache Mutter

Die Oedter Familie Huch mit ihren vier Söhnen wünscht sich Großeltern, die sich Zeit für sie nehmen. Und die Huchs sind nicht die einzige Familie in Grefrath, die gerne Großeltern vor Ort hätte - und sei es nur auf "Leih-Basis". Familien, die Bedarf anmelden, und Senioren, die Interesse haben, sollen durch den neuen "Großeltern-Service" zusammengebracht werden.

Lebhaft, fröhlich, nett sind sie, die Huchs. "Der Vorteil bei vier Kindern ist, dass sie viel mitein-ander spielen", sagt Mutter Ingrid, 45. Der Nachteil: "Wir Eltern können nicht immer für sie da sein."

Mutter Huch ist Straßenbahnfahrerin in Krefeld, Vater Rolf, 54, Kraftfahrer, zurzeit ohne Job. So kam der Wunsch auf, "Großeltern hier zu haben". Vor allem für die Söhne Rolf (3), Xaver (8), Jan (10) und Dominik (12). Mutter Huch: "Ich habe selbst als Kind erlebt, wie gut es tut, wenn Großeltern da sind, denen man sich auch mal anvertrauen kann."

Für Senioren könne es bereichernd sein, als Leih-Großeltern einzuspringen, erklärt Sandra Glasmachers vom Mütter- und Familienzentrum "Mutter und mehr" (Mum). Doch seit Beginn der Initiative Ende 2009 gebe es kaum Reaktionen älterer Grefrather. Gemeinsam mit dem Verein "Älter werden in der Gemeinde" will "Mum" Interesse bei Senioren wecken, zumal sich mehrere Familien gemeldet hätten.

Familien, die sich für ihre Kinder eine Leih-Oma und/oder einen Leih-Opa wünschen, sowie Senioren, die gerne mitmachen möchten, können sich wenden an Dorothea Hooge vom Mütter- und Familienzentrum "Mutter und mehr", Tel.02158/3539, oder Wilfried Hüren von "Älter werden in der Gemeinde", Tel.02158/5775.

Infos gibt es auch im Rathaus bei Annemarie Quick, Koordinatorin des Bündnisses für Familie in Grefrath, Telefon 02158/4080104.

Fragebogen und Kennenlern-Kaffee sollen helfen, Senioren und Familien ins Gespräch zu bringen, Zeiten abzuklären und Bedenken auszuräumen: "Vielleicht fürchten manche, in Konkurrenz zu treten zu leiblichen Großeltern", vermutet Sandra Glasmachers. "Aber das ist bei uns nicht der Fall", stellt Rolf Huch klar, "die richtigen Großeltern wohnen weit weg." Dabei wünscht gerade Jan ganz bescheiden einen Opa, "der noch einigermaßen fit ist und mich vielleicht mal von der Schule abholen kann".

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