Am Schlibecker Berg hat Peter Thoenes nach bayrischem Vorbild einen offenen Stall für 80 Kühe gebaut. Für Kälber gibt es Iglus.

Hier fühlen sich Milchkühe wohl: Einen Offenstall nach bayrischem Vorbild hat Milchbauer Peter Thoenes am Schlibecker Berg gebaut.
Hier fühlen sich Milchkühe wohl: Einen Offenstall nach bayrischem Vorbild hat Milchbauer Peter Thoenes am Schlibecker Berg gebaut.

Hier fühlen sich Milchkühe wohl: Einen Offenstall nach bayrischem Vorbild hat Milchbauer Peter Thoenes am Schlibecker Berg gebaut.

Friedhelm Reimann

Hier fühlen sich Milchkühe wohl: Einen Offenstall nach bayrischem Vorbild hat Milchbauer Peter Thoenes am Schlibecker Berg gebaut.

Grefrath. Bayrische Verhältnisse am Schlibecker Berg: Einen offenen Stall für 80 Kühe hat Milchbauer Peter Thoenes (55) in Betrieb genommen. Und die Kühe scheinen sich wohl zu fühlen- trotz Minustemperaturen um fünf Grad.

Der Offenstall wurde seit Sommer vergangenen Jahres nach bayrischen Bauzeichnungen knapp unterhalb der Bergkuppe gebaut. Von der Bundesstraße509 zwischen Lobberich und Grefrath ist das ungewöhnliche Bauwerk am Rande der ehemaligen Mülldeponie gut zu sehen.

Peter Thoenes plante schon seit längerem den Bau eines artgerechten Stalls. Denn unter Landwirten hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Kühe am liebsten im Freien sind- und nicht in geschlossenen stickigen Ställen.

"Wenn der Westwind unangenehm wird, legen sich die Kühe in den Windschatten."

Peter Thoenes, Landwirt

Im Sommer, bei Temperaturen von mehr als 30Grad, gehe die Milchproduktion in geschlossenen Ställen stark zurück, so Thoenes. "Hingegen macht der niederrheinische Winter den Milchkühen überhaupt nichts aus", so der Landwirt. Sogar bei Temperaturen von 20Grad minus bleibe die Milchproduktion gleich hoch. Thoenes: "Der Offenstall setzte sich immer mehr durch."

Er entschied sich für das bayrische Bausystem, weil sein Weideland am Hang des Schlibecker Bergs liegt und der Stall gegen Nord- und Ostwind durch die Bergkuppe geschützt wird. Gegen den meist wehenden Westwind baute er einen ein Meter hohen Windschutz aus Brettern. "Wenn der Westwind unangenehm wird, legen sich die Kühe in den Windschatten", hat Thoenes beobachtet. Für die Kälber baute er Iglus, kleine Schutzhütten in den Offenstall. "Aber schon nach ein bis zwei Tagen sind die Kälber lieber draußen."

Weil Kühe deutlich mehr und dichtere Haare als Menschen haben, seien sie besser vor Kälte geschützt. Körperwärme verlieren sie über die Extremitäten, insbesondere über die Fußfesseln. Thoenes: "Deshalb ist es wichtig, dass die Tiere im Stroh stehen können."

Im bayrischen Offenstall gibt es spezielle Laufwege mit abgestumpften Platten- damit die Kühe, die frei herumlaufen, nicht so leicht ausrutschen. Auch gibt es keine Spaltböden mehr. Automatisch wird der Kuhdung regelmäßig weggeschoben.

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