Der jecke Abend mit viel Tanz, Musik und frechen Büttenreden begeisterte das Publikum im Festzelt.

Weder anmutig noch grazil ist das Männerballett Dietzenbach. Aber Spaß macht’s trotzdem und das Publikum in Grefrath war begeistert.
Weder anmutig noch grazil ist das Männerballett Dietzenbach. Aber Spaß macht’s trotzdem und das Publikum in Grefrath war begeistert.

Weder anmutig noch grazil ist das Männerballett Dietzenbach. Aber Spaß macht’s trotzdem und das Publikum in Grefrath war begeistert.

Kurt Lübke

Weder anmutig noch grazil ist das Männerballett Dietzenbach. Aber Spaß macht’s trotzdem und das Publikum in Grefrath war begeistert.

Grefrath. Ein unterhaltsames Karnevals-Kaleidoskop bot das Grefrather Karnevals Komitee (GKK) in seiner einzigen Abend-Veranstaltung der Session: Bunt, schmissig, schwungvoll und auf der Bühne immer wieder ein wahrer Augenschmaus. Ein Ohrenschmaus war das allerdings nicht: Es war viel zu laut im Festzelt am Samstagabend. Besonders die beiden Büttenredner hatten darunter zu leiden, zu oft gingen ihre Pointen akustisch einfach unter. Die Bitte von GKK-Moderator Dieter Schommer, leiser zu sein, wurde von den Besuchern allzu schnell wieder ignoriert.

Seine karnevalistische Befähigung zum Wort stellte Bürgermeister Herbert Kättner unter Beweis. An Addy Axons erstklassigen Referenzen als Bauchredner war was dran: Axon holte Kättner auf die Bühne, und der war dann Mund-mäßig wahnsinnig schnell darin, sich etwas in denselben legen zu lassen- Lippenbekenntnisse eben. Kättner war die perfekte, lautlose Stimme seines bauchrednerischen Herrn.

CDU-Vorsitzender Kugel glänzt als rothaarige Chef-Stewardess

Mit "Los Tropicals" aus Willich kamen dann hübsche Mädchen auf die Bühne. Ein Augenschmaus, genau wie der von der Alternative: dem Auftritt des furiosen Männerballetts Dietzenbach. Das ist ein Karnevals-Verein, zu dem das GKK Kontakte pflegt.

Sie kam mit feuerrotem Haar: die "Chef-Stewardess der Villa Vertigo". Die gewissen Möglichkeiten in der Villa malte sie akribisch aus. Leider war’s dem Schnupper-Kunden Toni danach "ganz mau: Ich will nach Haus - zu meiner Frau". Unter der roten Perücke verbarg sich Peter-Michael Kugel, CDU-Parteichef in Grefrath und Frauenarzt. Begleitet wurde er von Akkordeon-Mitstreiter Heinz Konnen, der Wert auf ein ausgiebiges "Vorspiel" legte: "Je länger es ist, umso schöner ist die Musik."

Närrischer Schlittschuh für Kleinbylen und Bartkowiak

Als Kandidat der "Allemal"-Partei kam Manfred Baum daher, legte keinen Wert auf Ackermannsche Platt-Genauigkeit, sondern las den Politikern im eigenen "Slang" die Leviten. In Baums "Neujahrs-Traum des Herbert K." hieß es: "Ich jlöv et wahrhaftig, sie ist nicht mehr hie- die allzu lang herrschende Mäurokratie". Und die SPD "hat längst ’nen besonderen Tick - in Arbeitskreisen sucht sie ihr Glück". Den Familienstreit bei den Liberalen ließ Baum Revue passieren und kam zu den Grünen: "Die kennt man kaum, sie wirken im Dunkeln. On wenn Fasteloavend kömmt, dann dont se schunkeln."

"Auch in schlimmer Zeit hat er den Humor nicht verloren, zum Karnevalisten war er geboren - unser Kurt, der immer lacht und niemals murrt", so Kättner in seiner Laudatio auf den neuen Träger des "Närrischen Schlittschuhs", Kurt Kleinbylen (87). Die Laudatio auf die Überraschungs-Ordensträgerin Magdalena Bartkowiak hielt Maria Douteil. Eindringlich zeichnete sie das Bild einer kreativen, engagierten Persönlichkeit, deren Begeisterungsfähigkeit auf ihre jungen Schützlinge ansteckend wirkt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer