In der Dorenburg kann man nicht nur selbst Hand an das Gemüse legen. Es gibt auch Tipps zum richtigen Verarbeiten und Aufbewahren.

Nach der Ernte werden Bohnen „gefitscht“: Monika Schommer zeigt, wie das geht.
Nach der Ernte werden Bohnen „gefitscht“: Monika Schommer zeigt, wie das geht.

Nach der Ernte werden Bohnen „gefitscht“: Monika Schommer zeigt, wie das geht.

Vorsichtig zupfen: Dieter Schommer (l.) erklärt Katharina, Karl-Philipp und Christian (r.) die Bohnenernte.

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Nach der Ernte werden Bohnen „gefitscht“: Monika Schommer zeigt, wie das geht.

Grefrath. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt es ja, und Christian, Katharina und Karl-Philipp aus Willich packen auch kräftig mit an bei der Bohnenernte im Freilichtmuseum Dorenburg. "Das ist ganz einfach", sagt die fünfjährige Katharina und macht es vor: den Stängel greifen und die Bohnen abzupfen.

"Dieses Jahr kommt man nur schwer an Bohnen"

Horst Winkler, Besucher aus Dülken

Doch die Arbeit ist eigentlich auch gleichzeitig das Vergnügen, denn die jungen Erntehelfer sind so eifrig dabei, dass der Korb schnell voll wird und Dieter Schommer schon zur Vorsicht mahnen muss, damit die Pflanzen nicht unter dem Übereifer leiden. "Wir ernten zunächst die Buschbohnen. Die Stangenbohnen sind noch nicht so weit", sagt Schommer, der den Gemüsegarten in der Dorenburg ehrenamtlich betreut.

Horst Winkler ist aus Dülken gekommen, um bei der Ernte zuzuschauen. "Und ich habe gehofft, dass es auch einige Bohnen zu kaufen gibt. Dieses Jahr bekommt man Bohnen nur schwer."

Der heiße und trockene Sommer hat dem Gemüse ganz schön zugesetzt. Die dicken Bohnen haben dagegen unter dem langen kalten Winter gelitten. "Dicke Bohnen werden schon Ende März ausgelegt. Da war es noch zu kalt", erklärt Dieter Schommer.

Die Bohnenernte hat nun begonnen und dauert noch einige Wochen. "Man kann sogar jetzt noch Pflanzen nachsetzen", sagt Schommer. Nach der Ernte werden die Bohnen gewaschen und geschnitten, oder, wie der Fachmann sagt, "gefitscht". Schommer weiß: "Man muss nur noch den Kopf abschneiden. Fäden haben die frischen Bohnen eigentlich nicht mehr"

Nach der Arbeit warten leckere Bohnengerichte auf die Erntehelfer

Grüne Bohnen sind nicht nur als Gemüse lecker, sondern auch als Suppen und Salate. Und sie sind gesund, denn sie enthalten Kohlenhydrate, Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine.

Wichtig ist, dass man grüne Bohnen höchstens zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren sollte, sonst einfrieren.

Der Verzehr roher Bohnen ist nicht zu empfehlen, da erst beim Kochen das enthaltene Phasin abgebaut wird, das Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen kann.

Zusammen mit Salz und Wasser werden die Stangen dann in einem Steinfass eingemacht. Alle acht bis zehn Tage müssen der Stein, das Brett und das Leinentuch, die das Fass verschließen, gereinigt werden. Dann bleibt das Gemüse lange genießbar.

Einen Tipp hat Schommer für alle, die Bohnen einfrieren: "Nicht auftauen, sondern direkt tiefgefroren verarbeiten." Und auch Horst Winkler hat seine eigenen Tricks: "Die Bohnen vor dem Einfrieren zwei Minuten ins kochende Wasser geben. Sonst schmecken sie nicht."

"Bohnen waren früher schon ein beliebtes Gemüse, weil man sie das ganze Jahr lang aufbewahren kann und weil sie so vielseitig sind", sagt Schommer. Und das konnten die Besucher dann auch selbst testen und sich nach getaner Arbeit die Bohnensuppe und die Bohnenpfanne mit Speck und Zwiebeln schmecken lassen.

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