Sozialausschuss: Für ein Jahr soll sich ein Ehrenamtler um die Rechte Behinderter in Nettetal kümmern. Rund 2900 Bürger sind in Nettetal schwer behindert, knapp sieben Prozent der Einwohner.

Nettetal. Nachteile im Beruf, kein Durchblick im Behörden-Dschungel - behinderte Menschen in Nettetal sollen bei solchen Problemen einen Ansprechpartner bei der Stadt bekommen: Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Senioren beauftragte am Dienstagabend einstimmig die Verwaltung, "einen ehrenamtlichen Behinderten-Beauftragten zu bestellen". Damit sei "ein wichtiger erster Schritt" getan, lobte Christa Gerits (Win).

Aus Ablehnung wurde Zustimmung: Anfänglich sträubte sich die Verwaltung, als im Oktober 2009 die Win-Fraktion den Antrag auf "Bestellung eines Behinderten-Bauftragten" stellte. Beigeordneter Armin Schönfelder verwies auf den Seniorenfachberater der Stadt, der auch für Behinderte zuständig sei.

"Wir haben viel Überzeugungsarbeit leisten müssen", erklärte Christa Gerits am Rande des Ausschusses. Mit Erfolg: Fachbereichsleiter Michael Theven stellte eine umfangreiche Liste von "Unterstützungsmöglichkeiten" zusammen, Schönfelder nannte Behinderte eine "für uns wichtige Bevölkerungsgruppe".

Rund 2900 Bürger sind in Nettetal schwer behindert, knapp sieben Prozent der Einwohner. Über ein Drittel der Kommunen und Kreise in NRW haben bereits einen Behinderten-Beauftragten: Viersen einen hauptamtlichen mit einer halben Stelle, Kempen einen ehrenamtlichen.

Auch Nettetal will die Aufgaben zunächst einem Ehrenamtler übertragen, der geschult und von der Verwaltung unterstützt werden soll. "Viel Arbeit mit einer geringen Aufwandsentschädigung" komme auf den Beauftragten zu, meinte Schönfelder. Nach einem Jahr, so beschloss der Ausschuss, soll geprüft werden, ob die ehrenamtliche Tätigkeit reicht oder ob eine hauptamtliche Stelle eingerichtet werden müsste.

70 Personen leben in Nettetal zurzeit in Obdachlosen-Unterkünften. Das Konzept "Wege aus der Obdachlosigkeit" ist wegen Erkrankung des zuständigen Sozialpädagogen noch nicht fertig.

Die bisherigen Senioren-Begegnungsstätten in den Stadtteilen heißen nach ihrer neuen Konzeption fortan Generationentreff.

Bisher gibt es zwei Zwar-Gruppen (Zwischen Alter und Ruhestand): in Lobberich (30Aktive) und Kaldenkirchen (50). Nun wird in Breyell eine dritte für alle über 50Jahre gegründet. Die Versammlung ist am 7.Juni um 18Uhr in der Gesamtschule, von-Waldois-Straße.

Im Städtischen Krankenhaus in Lobberich findet am 12.Juni der Nettetaler Schlaganfall-Tag statt: Von 14 bis 18 Uhr gibt es am Sassenfelder Kirchweg Vorträge, Ausstellung und Risiko-Tests.

Was wird ob der neuen Gesetzeslage aus der Arge: Bleibt es beim Jobcenter unter Mitträgerschaft der Agentur für Arbeit oder wird es eine Einrichtung allein in kommunaler Trägerschaft? An den Beratungen auf Kreisebene will sich die Stadt intensiv beteiligen. Denn mit dem derzeitigen Stand der Dinge ist in Nettetal keiner zufrieden- weder Mitarbeiter noch Kunden.

Nun gilt es, einen Behinderten-Beauftragten zu finden. Schönfelder: "Wir suchen jemanden, der sich mit Herzblut einbringt." Für entsprechende Hinweise sei die Verwaltung dankbar.

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