Sarina Theißen belegt den 2. Platz beim Wettbwerb „Schüler experimentieren“.

Sarina Theißen wollte wissen, warum das Blatt einer Riesenseerose so viel Gewicht tragen kann.
Sarina Theißen wollte wissen, warum das Blatt einer Riesenseerose so viel Gewicht tragen kann.

Sarina Theißen wollte wissen, warum das Blatt einer Riesenseerose so viel Gewicht tragen kann.

Kurt Lübke

Sarina Theißen wollte wissen, warum das Blatt einer Riesenseerose so viel Gewicht tragen kann.

Kempen. Sarina Theißen hat beim Landeswettbewerb von „Schüler experimentieren“ den 2. Platz erreicht. Die zwölfjährige Siebtklässlerin am Gymnasium Thomaeum wählte im November 2012 als Projektthema eine Pflanze, die sie fasziniert: Riesenseerosen.

„Ich habe herausgefunden, dass ein englischer Architekt namens Paxton sich die stabilen Eigenschaften dieser Pflanze für die Konstruktion von Gewächshäusern zunutze machte. Angeblich setzte er seine kleine Tochter auf das Blatt einer Riesenseerose, um deren Tragfähigkeit zu testen“, erzählt Sarina begeistert.

Die Schülerin baute die Blattstruktur für ihre Experimente nach

Um dem nachzugehen, besuchte sie mit ihrem Großvater Lothar Schmitz, einem Maschinenbauingenieur im Ruhestand, den Botanischen Garten in Bonn. Mit mitgebrachten Steinen testete sie die Tragfähigkeit – und es funktionierte. „Da habe ich mich gefragt, woran das liegt und ob ein Nachbau möglich ist“, sagt die Schülerin. Sie durfte ein Stück Seerosenblatt mit nach Hause nehmen.

Sarina nahm es unter die Lupe, fertigte Makrofotografien an. Das Ergebnis: „An der Unterseite der Seerose befinden sich Blattadern, die durch Stege verbunden sind“, sagt die Jungforscherin. Diese Struktur baute sie nach: neun Einzelstützen, vier Flächenmodelle. „Die ersten Stützen waren simple Dreiecke. Dann habe ich bemerkt, dass die Pyramidenform stabiler ist.“ Als Gewicht nutzte sie zuerst Schokoladentafeln, für genauere Ergebnisse dann Sand. Auf einer Fläche von 15 mal elf Zentimetern stemmten die Modelle zwischen 500 und 976 Gramm. „Das entspricht dem 90- bis 180-fachem des Eigengewichts“, hat Sarina ausgerechnet.

Eine Idee für ihre nächste Forschungsarbeit hat die Zwölfjährige auch schon: „Das Ursus-Volk macht sich dieses Prinzip zunutze und lebt in Häusern auf selbstgebauten Schilfinseln. Anstatt Schilf könnte man wasserfestes Material verwenden.“ Doch erst einmal kann sie sich über den 2. Platz auf höchster Ebene von „Schüler experimentieren“ freuen.

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