Irmela Mensah-Schramm ist durch ihre „Putz“-Aktionen deutschlandweit berühmt geworden. Nun kommt sie nach Kempen.

Irmela Mensah-Schramm ist durch ihre „Putz“-Aktionen deutschlandweit berühmt geworden. Nun kommt sie nach Kempen.
Die Aktivistin Irmela Mensah-Schramm kämpft gegen rechte Parolen. Archiv

Die Aktivistin Irmela Mensah-Schramm kämpft gegen rechte Parolen. Archiv

Jörg Carstensen/dpa

Die Aktivistin Irmela Mensah-Schramm kämpft gegen rechte Parolen. Archiv

Kempen. Fremdenfeindliche Botschaften, die mit Aufklebern oder Graffiti an die Wände gebracht wurden, sieht man immer wieder. Der Kempener Jeyaratnam Caniceus will das nicht so stehen lassen und hat nun Irmela Mensah-Schramm und ihre Ausstellung „Hass vernichtet – Hassschmierereien fotografiert und vernichtet“ nach Kempen geholt.

Die 70-Jährige kratzt Aufkleber mit Hass-Botschaften ab, schrubbt Graffiti ab oder übersprüht sie. Die Berliner Friedensaktivistin, die in den Medien den Spitznamen „Polit-Putze“ bekommen hat, hat es mit ihren Aktionen deutschlandweit zu einiger Berühmtheit gebracht. Nicht nur, weil sie für Engagement mit zahlreichen Preisen bedacht wurde, sondern auch, weil sie ein Anti-Merkel-Graffito mit pinker Farbe übersprüht hatte und sich deswegen vor Gericht verantworten musste. Bei Wiederholung droht der Aktivistin eine Geldstrafe. Doch sie will weitermachen.

Hassparolen als Vorstufe zur physischen Gewalt

„Ich beseitige Hass-Graffitis, weil ich den Hass vernichten möchte. Das ist mein Kampf gegen Rechts“, sagt Mensah-Schramm. Seit mehr als 30 Jahren macht sie das schon und sie dokumentiert ihre Arbeit. In Kempen kann man sich davon ab Sonntag in der Kirche Christ-König im Hagelkreuz-Viertel ein Bild machen.

Die Wanderausstellung mit 30 Bilderrahmen, die am Sonntag in der Kirche Christ-König eröffnet wird, soll die Besucher für Hassparolen im öffentlichen Raum sensibilisieren. Die Schmierereien beinhalten verbotene NS-Symbole sowie rassistische und antisemitische Hassbotschaften. Da für sie die Hassschmierereien eine Vorstufe der physischen Gewalt ist, ist die schnellstmögliche Beseitigung für Irmela Mensah-Schramm eine Herzensangelegenheit. Die Ausstellung zeigt Einblicke und Beispiele ihrer Aktionen.

In Kempen will Irmela Mensah-Schramm auch Workshops für Schulklassen anbieten. Unter dem Titel „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“, will die Friedensaktivistin Kinder und Jugendliche ab der vierten Klasse an das Thema Hass und menschenverachtende Ideologien bewusst heranführen und diese dazu aufklären. ulli

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