Der „Engel der Kulturen“ hinterließ am Mittwoch einen Abdruck in der Altstadt.

Carmen Dietrich (Mitte) und Gregor Merten (r.) rollen die Skulptur zur nächsten Station.
Carmen Dietrich (Mitte) und Gregor Merten (r.) rollen die Skulptur zur nächsten Station.

Carmen Dietrich (Mitte) und Gregor Merten (r.) rollen die Skulptur zur nächsten Station.

Ein Sandabdruck des Engels entsteht auf dem Schulhof der Martinschule.

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

Carmen Dietrich (Mitte) und Gregor Merten (r.) rollen die Skulptur zur nächsten Station.

Kempen. Als eine „besondere und schöne Aktion für mehr Toleranz und gegen Vorurteile“, bezeichnete Bürgermeister Volker Rübo am Mittwoch das Projekt „Engel der Kulturen“ bei seinem Start auf dem Schulhof der Martin-Schule.

Der Ring ist ein Werk der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten, der gemeinsam mit den Symbolen der drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam die Form eines Engels hat. Am Mittwoch machte die Skulptur Halt an verschiedenen Orten in der Innenstadt.

Schüler hatten sich mit multikultureller Vielfalt befasst

Das Schulzentrum fand Rübo als Ausgangspunkt für die Reise des Engels gut gewählt, „da Schulen immer auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft darstellen“. Schüler von Thomaeum und Martin-Schule hatten sich im Unterricht mit dem Thema „multikulturelle Vielfalt“ beschäftigt und bereicherten das Programm rund um den Sandabdruck der Skulptur.

Die Klasse 5c des Thomaeums befasste sich in einem Gedicht mit dem Engel als Vermittler zwischen den Kulturen. „Juden, Christen und Muslime sollten sich als Brüder sehen. Durch den Engel der Kulturen kann man doch viel mehr verstehen“, hieß es in der letzten Strophe.

Die siebte Klasse der Martin-Schule hatte deutsche und türkische Jugendeinrichtungen besucht und stellte ihre Projekte vor. Das Ergebnis: Oftmals hinderten gegenseitige Vorurteile an einem gemeinsamen Miteinander.

Zahlreiche Städte nahmen bereits an dem seit 2008 laufenden Projekt der Künstler aus Burscheid teil. Die aus den einzelnen Platten herausgeschnittenen Engel werden mit Ortsangabe geprägt und in Jerusalem zu einer Abraham-Säule gestapelt. Der Engel

Im 30-Minuten-Takt diente der Engel bei der Aktion des multikulturellen Forums als Schablone für temporäre Kunstwerke vor Kempener Einrichtungen, darunter das Islamische Gemeindehaus und die Propsteikirche.

Der Ring ziert von nun an die Fußgängerzone

Auf der Kuhstraße ließ sich der Engel der Kulturen schließlich nieder. Als bleibende Boden-Intarsie ziert er nun die Fußgängerzone. Die Wahl des Ortes habe dabei eine besondere Bedeutung, so Rübo: „Das Kuhtor ist der ehemalige Eingang zur Stadt. Es symbolisiert, dass hier jeder willkommen ist.“ Fremde würden in Zukunft von einem Engel begrüßt.“

In einer abschließenden Rede des Netzwerkes Buntes Kempen riefen junge Mitglieder dazu auf, sich ein Beispiel an Kindern zu nehmen, „die sich vor dem Glauben an Engeln nicht verschließen“.

Als „wirklich großartig“ bezeichnete Künstlerin Dietrich die Zusammenarbeit mit der Stadt. Ihre nächste Station sei das Europa-Parlament in Brüssel.

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