Der Ausschuss gibt grünes Licht für die neue Einrichtung zum 1. August 2014.

Die neue Gesamtschule soll unter anderem in der Realschule eine Heimat finden.
Die neue Gesamtschule soll unter anderem in der Realschule eine Heimat finden.

Die neue Gesamtschule soll unter anderem in der Realschule eine Heimat finden.

Friedhelm Reimann

Die neue Gesamtschule soll unter anderem in der Realschule eine Heimat finden.

Kempen. In Ausschusssitzungen in der Kommunalpolitik sind in der Regel wenig Gefühle im Spiel.

Im Schulausschuss am Donnerstagabend war das anders: Bei der Entscheidung zur Errichtung einer Gesamtschule, die einstimmig auf den Weg gebracht wurde, hatten sich die Politiker fraktionsübergreifend vorgenommen, Gefühle zu zeigen.

Grünen-Fraktionschef Achim Straeten sprach von einem „erhabenen Moment“ für seine Partei. „Ich danke allen meinen Vorgängern, die über Jahrzehnte für eine Gesamtschule in Kempen gekämpft haben“, so Straeten.

Auch Irene Steeger (SPD) gab eine sehr persönliche Stellungnahme ab: „Nach mehr als 30 Jahren Einsatz für eine Gesamtschule ist das für mich ein ganz besonderer Tag.“ Sie sei froh, dass CDU und FDP sich endlich entschlossen haben, die Gesamtschule ebenfalls zu wollen.

CDU bedauert die Aufgabe von Haupt- und Realschule

Eva Theuerkauf ging in ihrem Statement für die CDU auf die beschlossene Auflösung von Haupt- und Realschule zugunsten der neuen Gesamtschule ein: „Es tut uns sehr weh, diese Schulen aufzugeben. Dort wird gute Arbeit geleistet.“

Die Robert-Jungk-Gesamtschule plant ab dem Schuljahr 2014/15 eine Kooperation mit der Gemeinde Kerken. Dort soll eine Dependance der Hülser Schule entstehen.

Dezernent Michael Klee begrüßte die Kooperation ausdrücklich: „Ich würde sogar sagen, dass wir die Funktion eines Geburtshelfers hatten.“ Beide Kommunen hätten in Kempen wegen eine Kooperation mit der neuen Gesamtschule angefragt. So sei die Brücke zwischen Krefeld und Kerken entstanden.

Aber insbesondere mit Blick auf die Martin-Hauptschule müsse man den Realitäten ins Auge sehen. Dieses Modell sei landesweit nicht mehr akzeptiert. „Die Eltern haben mit den Füßen abgestimmt“, so die CDU-Vorsitzende.

Von den Gefühlen zu den Fakten: Die Städtische Gesamtschule Kempen – so ist der vorläufige Name – wird am 1. August 2014 an den Start gehen. „Die Schule heißt vorerst so, weil zum Start zwingend ein Name vorgesehen ist“, sagte Beigeordneter Michael Klee.

In Zukunft könne man sich Gedanken über einen anderen Namen machen. Los geht es zum Schuljahr 2014/15 in den Räumen des Hauptschul-Gebäudes an der Fröbelstraße. Nach und nach werde die Gesamtschule dann Räume von Haupt- und Erich Kästner Realschule übernehmen. Diese beiden Schulen werden zum nächsten Schuljahr keine Kinder mehr aufnehmen und „sukzessive auslaufen“.

Bei der Frage nach der Größe der Schule machte die CDU eines deutlich: „Alle Kempener Kinder müssen in Kempen zur Schule gehen können“, sagte Eva Theuerkauf. Wenn dies durch die geplanten sechs Eingangsklassen gewährleistet ist, sei alles in Ordnung. Auch mit Blick auf die Anfrage eines Vaters aus St. Hubert sicherte Klee das zu: „Die Sechszügigkeit reicht aus, um alle Kinder aus Kempen, St. Hubert und Tönisberg aufzunehmen.“

Irritationen wegen der Bedenken aus Krefeld

Die Irritationen waren entstanden, weil die Stadt ursprünglich an sieben Eingangsklassen gedacht hatte. Diese Idee wurde wegen des Einspruchs aus Kerken und Krefeld verworfen. Aus Krefeld kam der Einwand, dass die Robert-Jungk-Gesamtschule, die künftig eine Kooperation mit Kerken eingehen wird, stets mit Schülern aus St. Hubert und Tönisberg bereichert worden sei. Und davon auch künftig profitieren wolle.

Klee stellte klar, dass Schüler aus St. Hubert und Tönisberg nicht nach Krefeld verwiesen würden, wenn sie das nicht wünschen: „Über die sieben Züge haben wir nur nachgedacht, um auch alle auswärtigen Schüler aufnehmen zu können.“

Der Dezernent korrigierte mündlich die Ausschussvorlage, in der von einem „gemeinsamen Anmeldeverfahren der Gesamtschule Kempen und der Robert-Jungk-Gesamtschule Krefeld-Hüls“ die Rede ist, „um zu einer sinnvollen Lenkung der Schülerströme zu kommen“: „,Gemeinsam’ ist der falsche Begriff. Es soll ein paralleles Anmeldeverfahren werden.“

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