WDR 2 für Nettetal: Mindestens 23000 Menschen erlebten am Samstag in der Seenstadt „Radio zum Anfassen“ mit Sport, Satire, Stars und natürlich mit jeder Menge Live-Musik.

Rockröhre Nena und ihre teilweise jungen Fans: Die gebürtige Hagenerin war der Top-Act am Samstagabend im Ten Brinke-Gewerbepark. Nacheinander standen hier fünf Gruppen und ein DJ auf der Bühne.
Rockröhre Nena und ihre teilweise jungen Fans: Die gebürtige Hagenerin war der Top-Act am Samstagabend im Ten Brinke-Gewerbepark. Nacheinander standen hier fünf Gruppen und ein DJ auf der Bühne.

Rockröhre Nena und ihre teilweise jungen Fans: Die gebürtige Hagenerin war der Top-Act am Samstagabend im Ten Brinke-Gewerbepark. Nacheinander standen hier fünf Gruppen und ein DJ auf der Bühne.

Olli Dittrich erzählte beim Montalk aus seinem spannenden Leben.

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

Rockröhre Nena und ihre teilweise jungen Fans: Die gebürtige Hagenerin war der Top-Act am Samstagabend im Ten Brinke-Gewerbepark. Nacheinander standen hier fünf Gruppen und ein DJ auf der Bühne.

Nettetal. "Nettetal ist keine Stadt für einen Tag!" Diese Erkenntnis von WDR 2-Zugabe-Moderator Axel Naumer fasste am späten Samstagabend das zusammen, was andere schon längst wussten: Nettetal ist mehr, Nettetal ist WDR 2 auf Zeit. Einen Tag lang war der Kölner Radiosender am Samstag in der Seenstadt zu Gast, mindestens 23000 Menschen ließen sich das nicht entgehen. Es gab Live-Sendungen und Aufzeichnungen, Konzerte und Fußball, Wissenschaft und Satire. Nettetal hatte sich bei der Aktion "WDR 2 für eine Stadt" gegen rund 400 andere nordrhein-westfälische Städte durchgesetzt und den Veranstaltungsreigen gewonnen. Bürgermeister Christian Wagner hatte den Sieg im Finale am 13. März beim Bürgermeister-Quiz perfekt gemacht.

Der Nettetaler Radio-Tag begann um 11 Uhr auf dem Lobbericher Markt

Los ging es um 11 Uhr auf dem Lobbericher Marktplatz: Vier Stunden Live-Sendung mit Uwe Schulz und "Radio zum Anfassen". WDR2-Koch Helmut zauberte eine Paella, Montalk-Gast Olli Dittrich schaute auf ein Kurzinterview vorbei.

Doch der frühzeitige Ansturm blieb aus: Erst am Nachmittag, zu Beginn der Konzerte, wurde es deutlich voller in der Lobbericher Innenstadt. Rund 10000 Menschen wollten die NRW-Nachwuchsband "Anni’s Park" auf dem Areal des Ten-Brinke-Gewerbeparks hören und sehen.

Die Moderatoren Steffi Neu und Matthias Bongard führten auf der Open-Air-Bühne durchs Proramm, heizten mit sichtlich viel Spaß "ihren" Nettetalern ein. Gerade Neu, die schon mehrmals in der Seenstadt zu Gast war, machte keinen Hehl aus ihrer Begeisterung: "Ihr seid super!", ließ sie das Publikum wissen.

Trotz der Menschenmassen blieb es ruhig und friedlich

Die Erwartungen waren auf allen Seiten groß, aber die Sicherheit stand an erster Stelle - vor allem rund um das Konzertgelände. Willi Pollmanns, Stadtbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes, nannte es "eine Herausforderung", der alle gewachsen waren: "Mit drei Krankenfahrten und 30 Hilfeleistungen war es ein entspannter Tag." Beim Deutschen Roten Kreuz war es mit sechs Einsätzen ähnlich ruhig. In der Bilanz der Polizei standen gar keine Vorfälle.

"Hier gibt es professionelle Gastgeber mit Herz."

Sabine Töpperwien über Nettetal

Die WDR 2- Sportchefin nahm sich nach dem von ihr moderierten Fußballspiel auf der Christian-Rötzel-Kampfbahn viel Zeit für ihre Fans und schrieb Autogramme mit persönlicher Widmung.

Weniger entspannt, eher gestresst schien Nena: Die Sängerin kam nicht nur zu spät zu ihrem Auftritt, sie wurde auch hinter der Bühne komplett abgeschirmt. Als sich alle anderen Künstler bereits im Goldenen Buch der Stadt verewigt hatten, übergab es Bürgermeister Christian Wagner an Nenas Manager. Der gab es nach Konzertende - Nena saß schon im Tourbus- kommentarlos zurück. Der Blick ins Buch erstaunte: Nenas Schriftzug fehlte.

Einen noch besseren Blick hatten Dirk Schiffer, seine Mitarbeiter und Freunde auf die Konzerte: Vor seinem Bedachungs-, Zimmerei- und Holzbaubetrieb an der Van-den-Upwich-Straße hatte Schiffer einen Kran aufgestellt, auf dem für je zehn Minuten einige Leute auf zwölf Meter Höhe gehoben wurden. Sogar Amy Macdonald grüßte sie in einer ihrer Ansagen - Höhepunkt der Privatparty mit Gegrilltem und Bier.

Da Nettetal nächstes Jahr nicht an der Aktion "WDR 2 für eine Stadt" teilnehmen darf, hat George Reaseda ein anderes Ziel: Zusammen mit der Stadt Nettetal will der kreative Organisator Brüggen unterstützen, damit es "WDR 2 für Brüggen" heißt.

Da hatten Ali Cengiz und Hakan Sinc den richtigen Riecher: Sie verkauften kurz vorm südlichen Eingang zum Konzertgelände an der Färberstraße aus der Garage Würstchen und Getränke. "In zwei Stunden haben wir 500 Würstchen verkauft", freute sich BWL-Student Cengiz.

"Wir wollen uns in der Stadt umschauen, Nena und die Zugabe-Livesendung sehen", sagten Hannelore und Werner Hofstadt aus Mülheim an der Ruhr mit Vorfreude in der Stimme. Sie waren von Zuhause extra früh losgefahren und hatten zudem ein Hotelzimmer gebucht.

Auch Familie Verhufen aus Mönchengladbach erlebte viel: "Wir haben den WDR-Doppeldecker besichtigt und etwas Physik gelernt", erzählt der achtjährige Kai. Der Physiker Metin Tolan wartete in der Werner-Jaeger-Halle mit Anschaulichem unter dem Titel "James Bond und die Physik" auf.

Anderer Ortsteil, andere Veranstaltung: Auf der Christian-Rötzel-Kampfbahn in Breyell moderierte WDR2-Sportchefin Sabine Töpperwien ein Fußballspiel über zwei Mal 30 Minuten der "Nettetal Allstars" gegen die "Liga Live-Elf". Das Ergebnis war mit 2:6 für die Nettetaler ernüchternd: "Wir haben zu viele Chancen nicht umgesetzt", sagt Mittelstürmer Franz Haase von Rhenania Hinsbeck. Außerdem war das gegnerische Team im Schnitt zehn Jahre jünger. "Ich traf hier auf professionelle Gastgeber mit Herz", machte Töpperwien den Nettetalern ein Kompliment.

23000 Fans wollten die schottische Sängerin Amy Macdonald sehen

Zurück nach Lobberich: Richtig voll wurde es auf dem Konzertgelände eine Stunde vor dem Auftritt von Amy Macdonald. Mehr als 23000 Fans wollten die schottische Sängerin kostenlos und draußen sehen. Das bedeutete viel Arbeit für die Sicherheitsleute, der Einlass musste den Auflagen gemäß auf 23000 Besucher begrenzt werden. Top-Act Nena begeisterte zum Schluss ihre jung und junggebliebenen Fans.

Sehr lokal wurde es ab 22 Uhr im Seerosensaal, aus der die Satire-Show "Zugabe" live gesendet wurde. Mit Liebe zum Detail hatten Axel Naumer und sein Team speziell auf Nettetal geeichte Beiträge verfasst: Sie erfanden die ansässige "Fachhochschule für Zeitvergehen", lachten mit ihren Gästen über Seerosen, Ortsteilnamen und Serien von Einzelfällen.

"Zugabe"-Satire-Show: Drei Stunden prächtige Unterhaltung

"Starkoch" Tim Mahlzeit kochte, "bis der Bürger glasig ist", und Angela "Angie" Merkel (Maria Grund-Scholer) winkte aus dem roten Blazer. René Steinberg drückte als Sarko de Funes entgültig auf die Freudentränen-Drüse, bevor ein ereignisreicher Tag mit WDR 2 in Nettetal zu Ende ging. Ach ja: Auch Bürgermeister Wagner, Steffi Neu und Matthias Bongard kamen gegen Mitternacht noch zum Lachen in den Seerosensaal.

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