Vor 20 Jahren wurde das Instrument in der Pfarrkirche eingeweiht. Die Grefrather hatten für den Bau Spenden gesammelt.

Seit 20 Jahren erfreut die Orgel die Gottesdienstbesucher in St. Laurentius.
Seit 20 Jahren erfreut die Orgel die Gottesdienstbesucher in St. Laurentius.

Seit 20 Jahren erfreut die Orgel die Gottesdienstbesucher in St. Laurentius.

Organist Johannes Herrig vor dem Instrument.

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

Seit 20 Jahren erfreut die Orgel die Gottesdienstbesucher in St. Laurentius.

Grefrath. Für eine gute Orgel ist es kein Alter – eine kleine Jubiläumsfeier ist es aber allemal wert: In dieser Woche wird der 20. „Geburtstag“ der Fischer-Orgel gefeiert, die seit dem 1. Dezember 1996 die Besucher der St. Laurentius-Kirche in Grefrath erfreut.

Die Technik des Vorgängermodells war veraltet, das Material marode

Fünf Jahre wurde das neue Instrument geplant und schließlich von Orgelbaumeister Lukas Fischer aus Rommerskirchen gebaut.

1991 war der Beschluss gefasst worden, eine neue Orgel zu bauen. Das Vorgängermodell aus dem Jahr 1929 war einfach nicht mehr zu gebrauchen. Die elektro-pneumatische Technik, die man in den 1920er Jahren noch für modern gehalten hatte, hatte sich überholt, das Material war marode, erinnert sich Organist Johannes Herrig. Das Instrument war störungsanfällig. Hängengebliebene Töne erschwerten den geordneten Verlauf des Gottesdienstes, andere Töne waren gar nicht zu hören. Mittlerweile besann man sich wieder auf den klassischen, handwerklichen Orgelbau. Auch die Fischer-Orgel wird komplett mechanisch betrieben.

„Jede Orgel ist genau für den Raum geschaffen, in dem sie steht.“

Johannes Herrig, Organist

Um den Klang der Pfeifen auch optimal in den Kirchenraum zu tragen wurde zuvor, im Zuge der Sanierung der Kirche, sogar eine neue Empore über dem Haupteingang für das Instrument eingebaut. So konnte es aus dem Turm herausgeholt werden, in dem die Orgel zuvor gestanden hatte.

Am Sonntag, 15. Januar, findet um 17 Uhr in der St. Laurentius-Kirche in Grefrath ein Neujahrskonzert statt. Aus Anlass des 20. Geburtstags der Fischer-Orgel spielt die Kempener Konzertorganistin Ute Gremmel-Geuchen. Sie interpretiert barocke Musik von Buxtehude und Bach sowie die Haydn-Variationen von Brahms. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Deckung der Kosten wird gebeten.

Viele Grefrather trugen mit ihren Spenden dazu bei, dass das 660 000 D-Mark teure Vorhaben realisiert werden konnte. „Es wurde ein Förderkreis gegründet. Es gab Konzerte und Aktionen“, erzählt Johannes Herrig. So wurden auch alte Orgelpfeifen für den guten Zweck verkauft. Es gab sogar eine Runde, die die Erlöse ihrer Kartenspiele für die Orgel spendete.

Für den Organisten war es eine spannende Zeit, die Präzisionsarbeit der Orgelbauer um Lukas Fischer zu begleiten. Zweimal sei die Einweihung der Orgel verschoben worden, erinnert sich Herrig. Ganz sauber habe Lukas Fischer gearbeitet, mit Präzision jede Schraube angezogen, bis alles perfekt war – vorher wollte er das Instrument nicht freigeben.

Das Instrument besteht aus fast 2000 Pfeifen

Die Orgel besteht aus einem massiven tragenden Eichenholzgehäuse mit knapp 2000 Pfeifen – von wenigen Zentimetern bis zu fünf Meter hoch. Sie besitzt 30 Register auf drei Manualen und Pedal. Zwei alte Register konnten aus der Vorgängerorgel übernommen werden.

„Die Feinintonation wird vor Ort gemacht, damit die Orgel im Raum auch gut klingt. Jede Orgel ist genau für den Raum geschaffen, in dem sie steht“, schildert Herrig. Auch 20 Jahre nach ihrem Einbau spricht der Organist immer noch begeistert von dem Instrument. Auch von Gästen hört er immer wieder Lob für das Grefrather Instrument.

Am Sonntag wird nun die Kempener Organistin Ute Gremmel-Geuchen zum ersten Mal in Grefrath ein Konzert spielen. Und als besonderer Gast wird auch der heute 82-jährige Orgelbaumeister Lukas Fischer dabei sein.

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